Diplomarbeit, 2010
62 Seiten, Note: 3,0
EINFÜHRUNG
VORBEMERKUNG
VORGEHENSWEISE
VERGLEICHENDE GRUNDDARSTELLUNG VON KORRUPTION UND LOBBYISMUS
EINFÜHRUNG IN LOBBYISMUS
ADRESSATEN UND ORGANISATIONSFORMEN VON LOBBYISMUS
INHALTE UND AKTIONSFORMEN VON LOBBYISMUS
ZUSAMMENFASSUNG
EINFÜHRUNG IN KORRUPTION
KORRUPTIONSARTEN
HAUPTKATEGORIEN VON KORRUPTION
ZUSAMMENFASSUNG
KORRUPTION UND LOBBYISMUS – SUBSTITUTE ODER KOMPLEMENTE?
ÖKONOMISCHER VERGLEICH VON KORRUPTION UND LOBBYISMUS
KORRUPTION UND LOBBYISMUS IN DER RENT-SEEKING-THEORIE
DIE TRADITIONELLE RENT-SEEKING-THEORIE
Rent-Seeking als Begriff
Das Grundmodell der traditionellen Rent-Seeking-Theorie
Schlussfolgerungen der traditionellen Rent-Seeking-Theorie
KRITIK UND WEITERENTWICKLUNG DER TRADITIONELLEN RENT-SEEKING-THEORIE
Endogene Renten
Transferkosten und Verschwendung
Anreize zur Schaffung politischer Renten
Zielsetzungen von Rent-Seeking-Aktivitäten
ZUSAMMENFASSUNG
KORRUPTION UND LOBBYISMUS IN DER AUKTIONSTHEORIE
EINE KURZE EINFÜHRUNG IN DIE AUKTIONSTHEORIE
AUKTIONSFORMEN
Englische Auktion
Holländische Auktion
Simultane Erstpreisauktion
Das IPV-Modell als Ausgangspunkt der Betrachtung
Spieltheoretische Lösung der SBFP-Auktion
All-pay-Auktion
DAS AUKTIONSMODELL VON BECKMANN UND GERRITS
ZUSAMMENFASSUNG
SCHLUSSFOLGERUNGEN ZUM ÖKONOMISCHEN VERGLEICH VON KORRUPTION UND LOBBYISMUS
SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen von Lobbyismus und Korruption auf die Volkswirtschaft und geht der Forschungsfrage nach, welche dieser Beeinflussungsmethoden schädlicher ist und ob eine Form der Einflussnahme auf politische Entscheidungen vorzugswürdig ist.
Das Grundmodell der traditionellen Rent-Seeking-Theorie
Das Grundmodell der Rent-Seeking-Theorie leitet sich von Tullock ab. Ausgangspunkt ist eine Wettbewerbssituation, in der n risikoneutrale Akteure (beispielsweise Individuen, Firmen, Interessengruppen etc.) um eine vom Staat geschaffene, also exogen vorgegebene, Rente R konkurrieren. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit pi, mit der Akteur i (i=1,...,n) diese Spielsituation gewinnt, proportional zu dessen Aufwendungen für Rent-Seeking xi:
Die Konstante r mit r ≥ 0 beschreibt dabei den Einfluss der Aufwendungen xi auf die Erfolgschancen der Akteure. Während bei r = 0 die Rentenanteile zwischen den Konkurrenten gleichverteilt werden, erhält der Akteur mit dem höchsten Angebot bei r → ∞ die Rente in Gänze.
Unter der Annahme, dass die Rent-Seeking-Akteure symmetrisch agieren und sich nicht gegenseitig beeinflussen, ergibt sich der optimale Ressourceneinsatz x* des Akteurs i dann, wenn dieser seinen Gewinn πi maximiert:
EINFÜHRUNG: Diese Einleitung führt in die aktuelle Problematik der Korruption in der Politik ein und umreißt die Forschungsfrage bezüglich des Vergleichs von Lobbyismus und Korruption.
EINFÜHRUNG IN LOBBYISMUS: Hier wird der Lobbyismusbegriff definiert und anhand verschiedener Dimensionen wie Akteuren, Organisationsformen und Aktionsformen analysiert.
EINFÜHRUNG IN KORRUPTION: Dieser Abschnitt definiert Korruption als Missbrauch öffentlicher Gewalt und differenziert zwischen verschiedenen Arten und Hauptkategorien.
KORRUPTION UND LOBBYISMUS – SUBSTITUTE ODER KOMPLEMENTE?: Das Kapitel diskutiert das Verhältnis zwischen den beiden Phänomenen und analysiert, inwiefern sie sich wechselseitig ergänzen oder ersetzen.
KORRUPTION UND LOBBYISMUS IN DER RENT-SEEKING-THEORIE: Hier erfolgt eine theoretische Untersuchung der Ressourcenverschwendung durch Rent-Seeking, wobei die traditionelle Theorie kritisch hinterfragt wird.
KORRUPTION UND LOBBYISMUS IN DER AUKTIONSTHEORIE: Dieser Teil führt in die Auktionstheorie ein und modelliert Korruption und Lobbyismus formal als unterschiedliche Auktionsformen.
DAS AUKTIONSMODELL VON BECKMANN UND GERRITS: Das Kapitel wendet das entwickelte Auktionsmodell auf die spezifische Fragestellung an und leitet daraus politische Handlungsempfehlungen ab.
SCHLUSSFOLGERUNGEN ZUM ÖKONOMISCHEN VERGLEICH VON KORRUPTION UND LOBBYISMUS: Die Ergebnisse der theoretischen Analyse werden hier zusammengeführt und hinsichtlich ihrer ökonomischen Aussagekraft bewertet.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Diplomarbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Lobbyismus, Korruption, Rent-Seeking, Auktionstheorie, Politische Ökonomie, Wohlfahrtsverlust, Mikroökonomie, Substitutionalität, Interessenverbände, Gesetzgebung, All-pay-Auktion, Bestechung, Renten, Marktverzerrung, Politikfinanzierung
Die Arbeit vergleicht Lobbyismus und Korruption aus mikroökonomischer Sicht, um deren Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse und die dadurch entstehenden gesellschaftlichen Kosten zu bewerten.
Die zentralen Felder sind die Rent-Seeking-Theorie sowie die Auktionstheorie, die beide genutzt werden, um das Verhalten von Akteuren bei der Einflussnahme auf politische Entscheidungen zu modellieren.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob eine der beiden Methoden der Politikbeeinflussung im Hinblick auf ihre gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen schädlicher ist als die andere.
Die Arbeit nutzt theoretische Modelle, insbesondere die traditionelle Rent-Seeking-Theorie nach Tullock und das Auktionsmodell von Beckmann und Gerrits, um formale spieltheoretische Analysen durchzuführen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Kritik an bestehenden Rent-Seeking-Modellen, die Einführung der Auktionstheorie und die konkrete Modellierung von Lobbyismus und Korruption als unterschiedliche Auktionsszenarien.
Neben den Hauptbegriffen Korruption und Lobbyismus stehen Begriffe wie Rent-Seeking, Auktionstheorie, Wohlfahrtsverlust und Substitutionalität im Zentrum.
Sie modellieren Korruption als simultane Erstpreisauktion (SBFP), bei der nur der Gewinner zahlt, während sie Lobbyismus als All-pay-Auktion darstellen, bei der alle Teilnehmer Kosten für ihre Einflussnahme haben.
Basierend auf dem Modell von Beckmann und Gerrits wird empfohlen, eher das Strafmaß bei Korruption zu erhöhen, anstatt die Aufdeckungsanstrengungen zu steigern, da letztere den Lobbyismus und damit die Ressourcenverschwendung ausweiten könnten.
In der klassischen Rent-Seeking-Theorie wird argumentiert, dass Schmiergelder direkte Transfers darstellen, während Lobbyismus als direkte Ressourcenverschwendung (unproduktive Aktivitäten) gewertet wird.
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