Fachbuch, 2018
62 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Phasenorientierte Methoden der Softwareentwicklung
2.2 Agile Methoden der Softwareentwicklung
2.2.1 Prinzipien agiler Entwicklungsmethoden
2.2.2 Ausgestaltung agiler Entwicklungsmethoden
2.2.3 Intentionen agiler Entwicklungsmethoden
2.3 Projektvergabe öffentlicher Auftraggeber
2.3.1 Einflüsse des Haushaltsrechtes auf die Preisbildung
2.3.2 Einflüsse des Vergaberechtes auf die Preisbildung
2.3.3 Einflüsse des Preisrechtes auf die Preisbildung
3 Möglichkeiten der Preisgestaltung agiler Entwicklungsprojekte
3.1 Schätzmethoden agiler Entwicklungsprojekte
3.2 Vertragstypologische Einordnung
3.3 Mögliche Vergütungsarten agiler Entwicklungsprojekte
3.3.1 Regulärer Festpreis
3.3.2 Aufwandspreis
3.3.3 Nutzenabhängige Abrechnung
3.3.4 Agiler Festpreis
3.3.5 Sonderformen des agilen Festpreises
3.3.6 Weitere Möglichkeiten der agilen Vertragsgestaltung
3.3.7 Würdigung der Preistypen
4 Deckung der Anforderungen öffentlicher Auftraggeber
4.1 Analyse aus Sicht des Haushaltsrechtes
4.2 Analyse aus Sicht des Vergaberechtes
4.2.1 Offenes und nicht-offenes Verfahren
4.2.2 Verhandlungsverfahren und wettbewerblicher Dialog
4.2.3 Innovationspartnerschaft
4.3 Analyse aus Sicht des Preisrechtes
4.3.1 Marktpreis
4.3.2 Selbstkostenpreis einer Entwicklung
4.3.3 Leitsätze für die Preisermittlung
4.4 Fazit
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie agile Softwareentwicklungsprojekte bei öffentlichen Auftraggebern rechtssicher und effizient ausgeschrieben und preislich kalkuliert werden können, wobei der Fokus auf der Vereinbarkeit agiler Vorgehensmodelle mit den bestehenden Haushalts-, Vergabe- und Preisrechtsvorschriften liegt.
3.3.4 Agiler Festpreis
Im Rahmen des agilen Festpreises wird wie im regulären Festpreis ein verbindlicher Gesamtpreis für das Entwicklungsprojekt festgelegt. Der zu liefernde Funktionsumfang ist allerdings variabel. Zwar wird diesem ein Wert zugewiesen, beispielsweise bemessen in einer bestimmten Anzahl von Story Points, die enthaltenen Anforderungen sind jedoch variabel und können mit wachsendem Kenntnisstand über die zu entwickelnde Software beider Parteien über den Projektverlauf geändert werden. In Abgrenzung zum regulären Festpreis ist also nicht der Funktionsumfang fix und Kosten und Termin variabel. Der Funktionsumfang stellt hier die Variable dar und sowohl Kosten als auch Termine bilden die Fixpunkte des Vertrages. Es wird schnell ersichtlich, dass diese Art der Preisgestaltung stark mit agilen Entwicklungsmethoden harmonisiert, da kein detailliertes Pflichtenheft nötig ist und Änderungen am Funktionsumfang begrüßt werden.
Eine Detailspezifikation des Funktionsumfanges findet schließlich erst vor einer Iteration im Sprint Planning für die in dieser Iteration zu entwickelnden Storys statt. Dieser Aufwand wird also über die Projektlaufzeit verteilt um den Wissensverfall zu verringern, das über den Verlauf der bisherigen Entwicklung gesammelte Wissen in der Planung und Spezifikation zu nutzen und flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren. Nicht zuletzt baut diese Vertragsform bei der durchgehenden, gemeinsamen Erarbeitung der zu entwickelnden Software stark auf Kooperation und steigert so die Motivation beider Parteien, ein erfolgreiches Projekt abzuwickeln.
Klassische Festpreisverträge sind wie beschrieben eher statisch, eine Abbildung der Dynamik eines zeitraumbezogenen Wandels des Vertragsinhaltes ist eine neue Herausforderung, die auf beide Vertragsparteien zukommt. Da das Elementare des Vertrages, also was geliefert werden soll, zu Beginn nicht genau feststeht, liegt in der Vertragsgestaltung umso mehr der Fokus auf der Festlegung der Rollen und Verantwortlichkeiten. Zudem sollte auch die agile Methode, welche im Rahmen der Entwicklung angewandt wird, beschrieben werden, um auf beiden Seiten ein besseres Verständnis für das Vorgehen zu schaffen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik gescheiterter IT-Projekte bei der öffentlichen Hand ein und stellt die Forschungsfrage zur Vereinbarkeit agiler Preisgestaltung mit öffentlichen Vergaberegeln.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert agile Methoden wie Scrum, deren Prinzipien und Vorteile sowie die grundlegenden Anforderungen des deutschen Haushalts-, Vergabe- und Preisrechts bei öffentlichen Aufträgen.
3 Möglichkeiten der Preisgestaltung agiler Entwicklungsprojekte: Es werden verschiedene Preismodelle wie der reguläre Festpreis, Aufwandspreise und der agile Festpreis hinsichtlich ihrer Eignung für agile Projekte und ihrer vertragstypologischen Einordnung bewertet.
4 Deckung der Anforderungen öffentlicher Auftraggeber: Dieses Kapitel analysiert die Eignung der zuvor beschriebenen Preismodelle vor dem Hintergrund der spezifischen Anforderungen des Haushalts-, Vergabe- und Preisrechts.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und Handlungsempfehlungen zur Überarbeitung der Vergaberichtlinien (UfAB) gegeben, um agile Projekte in der öffentlichen Verwaltung zu erleichtern.
Agile Softwareentwicklung, Öffentliche Auftraggeber, Vergaberecht, Haushaltsrecht, Preisrecht, Preisgestaltung, Festpreis, Agiler Festpreis, Aufwandspreis, Scrum, Projektvergabe, Wirtschaftlichkeitsprinzip, Innovationspartnerschaft, Leistungsbeschreibung, Kostenkalkulation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, agile Softwareentwicklungsprojekte bei der öffentlichen Hand in Deutschland unter Beachtung geltender haushalts- und vergaberechtlicher Rahmenbedingungen korrekt auszuschreiben und zu bepreisen.
Die zentralen Felder sind die agile Softwareentwicklung (insbesondere Scrum), das deutsche öffentliche Vergaberecht, das Haushaltsrecht sowie verschiedene Modelle der Preisgestaltung wie Festpreise und Aufwandspreise.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie agile Vertragsmodelle – insbesondere der agile Festpreis – mit den Bedürfnissen öffentlicher Auftraggeber harmonisiert werden können, um gescheiterte IT-Großprojekte zu vermeiden.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Rechtsvorschriften (wie BHO, VgV, Preisverordnung) und aktuellen Vergaberichtlinien basiert, um die Eignung verschiedener Preismodelle zu prüfen.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Preistypen für agile Projekte, vergleicht deren Vor- und Nachteile und prüft deren Konformität mit dem öffentlichen Vergaberecht, dem Haushaltsrecht und den Leitsätzen für die Preisermittlung (PreisLS).
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Agiler Festpreis, Öffentliches Vergaberecht, Wirtschaftlichkeitsprinzip, Scrum, Preisverordnung, IT-Beschaffung und Innovation.
Der Autor argumentiert, dass das V-Modell XT ein überwiegend phasenorientiertes Modell ist, das nur wenige agile Elemente aufgreift und somit dem notwendigen Paradigmenwechsel in der Softwareentwicklung nicht gerecht wird.
Die UfAB (Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen) wird als zentrales, aber veraltetes Regelwerk kritisiert, da sie agile Methoden nicht adäquat berücksichtigt und den agilen Festpreis sogar ausschließt.
Der Autor empfiehlt für agile Projekte den agilen Festpreis und schlägt vor, bei der Preiskalkulation im öffentlichen Sektor stärker auf betriebssubjektive Marktpreise (z.B. Tagessätze) zu setzen, um langwierige und ineffiziente Selbstkostenpreis-Prüfungen zu vermeiden.
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