Diplomarbeit, 2008
74 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
2 ENTWICKLUNG DER EISENBAHN IN DEUTSCHLAND
2.1 Entwicklung bis zur Bahnstrukturreform
2.2 Ursachen für die Bahnstrukturreform
2.2.1 Ursachen auf nationaler Ebene
2.2.2 Ursachen auf europäischer Ebene
2.3 Die Bahnstrukturreform von 1994 und ihre vier Schritte zur Umsetzung
2.3.1 Die Bahnstrukturreform
2.3.2 Umsetzung der ersten drei Schritte der Bahnstrukturreform
2.3.3 Grundprinzipien und Auftrag des Bundes und der Deutschen Bahn
3 PRIVATISIERUNG: RAHMENBEDINGUNGEN UND ERFAHRUNGEN
3.1 Erläuterung des Begriffs „Privatisierung“
3.2 Rechtfertigung staatlicher Interventionen in den Markmechanismus
3.2.1 Allgemeines
3.2.2 Marktversagen
3.2.3 Marktunvollkommenheiten
3.3 Motivationen für die Initiativen zur Privatisierung der Deutschen Bahn
3.4 Eisenbahnrechtliche und kartellrechtliche Rahmenbedingungen
3.5 Erfahrungen in Großbritannien und in der Schweiz
3.5.1 Großbritannien: Beispiel einer privatisierten Bahn
3.5.2 Schweiz: Beispiel einer Staatsbahn
4 DIE TEILPRIVATISIERUNG DER DEUTSCHEN BAHN
4.1 Modellvarianten der Privatisierung
4.2 Politische Debatte um die Art der Privatisierung
4.3 Die Umsetzung der Teilprivatisierung
5 BEURTEILUNG DER TEILPRIVATISIERUNG DER DEUTSCHEN BAHN
5.1 Beurteilung aus betriebswirtschaftlicher Sicht
5.2 Beurteilung aus gesamtwirtschaftlicher Sicht
6 SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die geplante Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG und bewertet, inwiefern das gewählte Holding-Modell geeignet ist, die ökonomischen und verkehrspolitischen Ziele der Bahnstrukturreform zu erreichen und den Schienenverkehr nachhaltig zu stärken.
3.2 Rechtfertigung staatlicher Interventionen in den Markmechanismus
Die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland ist weder eine schrankenlose Marktwirtschaft (wegen der Sozialstaatsklausel Art. 20, 28 GG) noch eine reine Zentralverwaltungswirtschaft (wegen der Art. 2, 9, 11, 12, 14 GG), sondern ein Mischsystem – sie ist eine „Soziale Marktwirtschaft“. Das Ziel dieser Wirtschaftsordnung ist nach wirtschaftspolitischer Theorie die Maximierung der gesellschaftlichen Wohlfahrt. Diese Zielsetzung widerstrebt den Interessen privater Unternehmer, die nach Gewinnmaximierung streben. So ist es die Aufgabe des Staates, die widerstrebenden Interessen möglichst auszugleichen und für ein Angebot zu sorgen, das unter privatwirtschaftlichen Prinzipien nicht angeboten würde. Daher wird in der Wohlfahrtsökonomie versucht, die Aufgaben des Staates zur Maximierung gesellschaftlicher Wohlfahrt zu konkretisieren, denn die reine Zielsetzung ist zu abstrakt und lässt zu viel Handlungsspielraum zu. Da sich der Versuch jedoch als sehr schwierig erwiesen hat, wurde dazu übergegangen, dass Oberziel, die Maximierung der gesellschaftlichen Wohlfahrt, in gesellschaftspolitische Grundziele abzuleiten.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Bahnreform und die Motivation zur Privatisierung der Deutschen Bahn AG im Kontext der marktwirtschaftlichen Ausrichtung der deutschen Politik.
2 ENTWICKLUNG DER EISENBAHN IN DEUTSCHLAND: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Eisenbahnwesens, die Ursachen für die Strukturreform von 1994 und deren schrittweise Umsetzung.
3 PRIVATISIERUNG: RAHMENBEDINGUNGEN UND ERFAHRUNGEN: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Privatisierungsbegriff, staatlichen Eingriffen in den Markt sowie ein Vergleich der Bahnreformen in Großbritannien und der Schweiz.
4 DIE TEILPRIVATISIERUNG DER DEUTSCHEN BAHN: Beschreibung der verschiedenen Privatisierungsmodelle und der politischen Debatte, die schließlich zur Umsetzung des Holding-Modells führte.
5 BEURTEILUNG DER TEILPRIVATISIERUNG DER DEUTSCHEN BAHN: Analyse des gewählten Modells aus betriebswirtschaftlicher Sicht unter Berücksichtigung von Effizienz und Wettbewerb sowie aus gesamtwirtschaftlicher Sicht hinsichtlich der Daseinsvorsorge.
6 SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK: Kritische Zusammenfassung des Autors, in der das Holding-Modell als ungeeignet für die Ziele der Bahnreform bewertet und eine Orientierung am Schweizer Modell empfohlen wird.
Teilprivatisierung, Deutsche Bahn AG, Bahnstrukturreform, Holding-Modell, Trennungsmodell, Schienenverkehr, Daseinsvorsorge, Wettbewerb, Marktversagen, Marktunvollkommenheit, Infrastruktur, Verkehrsmarkt, Privatisierung, Eisenbahnrecht, Verkehrspolitik
Die Arbeit befasst sich mit der geplanten Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG und diskutiert, ob dieser Schritt die notwendigen Verbesserungen für den Schienenverkehr bringt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Bahnstruktur in Deutschland, der ökonomischen Theorie staatlicher Eingriffe, internationalen Vergleichen und der politischen Debatte um das Privatisierungsmodell.
Das Ziel ist die kritische Prüfung des beschlossenen Holding-Modells der Deutschen Bahn daraufhin, ob es zur Entlastung des Haushalts und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit auf der Schiene beiträgt.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer Theorien (insbesondere der Wohlfahrtsökonomie) sowie auf die Auswertung politischer Dokumente und Expertenberichte.
Der Hauptteil analysiert die historischen Ursachen der Bahnreform, definiert die Rahmenbedingungen der Privatisierung und bewertet die Auswirkungen des Holding-Modells aus betriebs- und gesamtwirtschaftlicher Sicht.
Privatisierung, Bahnreform, Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Wettbewerb, Holding-Modell und soziale Marktwirtschaft.
Der Autor argumentiert, dass das Modell keine ausreichende Trennung zwischen Infrastruktur und Betrieb schafft, dadurch weiterhin Diskriminierungspotenzial besteht und die Ziele der Haushaltsentlastung und des Modal Split nicht erreicht werden.
Das Modell der Schweizer Staatsbahn wird als positives Beispiel für hohe Pünktlichkeit, Effizienz und Beliebtheit bei den Kunden genannt, welches ohne eine Börsenprivatisierung auskommt.
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