Masterarbeit, 2017
93 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Gegenstand und Zielsetzung
1.2 Aufbau
2 Menschen mit Komplexer Behinderung
2.1 Behinderungsbegriffe
2.2 Komplexe Behinderung
3 Behindertenpädagogik
3.1 Behindertenpädagogik im institutionellen Kontext
3.2 Behindertenpädagogik bei Menschen mit Komplexer Behinderung
4 Selbstbestimmung
4.1 Annäherung an die Begriffsbestimmung
4.2 Selbstbestimmung bei Menschen mit Behinderung
4.3 Selbstbestimmung und Bildung
4.4 Bildung und Kommunikation
5 Kommunikation
5.1 Kommunikation als ihre Bedeutung für den Menschen als soziales Wesen
5.2 Kommunikation und Behinderung
6 Unterstützte Kommunikation
6.1 Historische Entwicklung Unterstützter Kommunikation
6.2 Grundlagen Unterstützter Kommunikation
6.3 Formen Unterstützter Kommunikation
7 Selbstbestimmung mit Hilfe von Unterstützter Kommunikation
7.1 In der Familie und Frühförderung
7.2 In der Kindertageseinrichtung und Schule
7.3 In Lebensphasen von Erwachsenen
8 Gesamtauswertung und Fazit
8.1 Auswertung der Hypothesen und Fazit
8.2 Selbstreflexion aus sozialpädagogischer Perspektive
Diese Arbeit untersucht, inwiefern Unterstützte Kommunikation (UK) dazu beitragen kann, die Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen mit komplexer Behinderung zu fördern, die über keine oder nur eingeschränkte Lautsprache verfügen. Basierend auf der Analyse bestehender Literatur wird erforscht, wie durch den Einsatz vielfältiger Kommunikationsformen eine über einfache Ja-/Nein-Antworten hinausgehende Partizipation erreicht werden kann.
2.2 Komplexe Behinderung
Mit dem Terminus der Komplexen Behinderung hat Fornefeld (2008) einen Begriff geprägt und in die Diskussion eingeführt, der dazu geeignet scheint, eine Gruppe von Menschen, die marginalisiert wird und vom Ausschluss (Exklusion) innerhalb des Hilfesystems bedroht ist, begrifflich näherzufassen. In ihrem Buch „Menschen mit Komplexer Behinderung. Selbstverständnis und Aufgaben der Behindertenhilfe“ weist sie ausdrücklich darauf hin, dass es nicht darum geht, eine schlichte Definition im Sinne einer neuen Eigenschaftsbeschreibung von Behinderung hervorzubringen, sondern einer heterogenen Gruppe einen Namen zu geben. Diese heterogene Personengruppe weist ein verbindendes Merkmal auf:
„Sie über- bzw. unterschreiten alle gängigen Klassifikationsschemata und werden aufgrund ihrer intellektuellen, physischen und/ oder psychischen Beeinträchtigungen sowie ihrer deprivierenden Lebensumstände an gesellschaftlicher Teilhabe gehindert“ (Fornefeld, 2007, S. 49 zitiert nach Fornefeld, 2008, S.43).
Mit dieser Namensgebung ist der Anspruch, ein komplexes menschliches Phänomen zur Sprache zu bringen, sowie die Anerkennung des Personenkreises und die ethische und rechtliche Aufwertung der betroffenen Menschen verbunden (vgl. Fornefeld, 2008, S.51). Fornefeld schlägt hierfür die Bezeichnung „Menschen mit Komplexer Behinderung“ vor, wobei der Begriff „Komplex“ nicht die Adjektive „schwer“ oder „schwerst“ ersetzen und keine Etikettierung von Menschen beabsichtigen soll. Weiterhin soll der Begriff auch nicht auf die Dichte und Verwobenheit von Störungen und Beeinträchtigungen des Einzelnen hinweisen, sondern vielmehr die Komplexität der Lebensbedingungen dieser Menschen innerhalb der Gesellschaft aufzeigen (vgl. ebd., S.77 f). Diese genannten Faktoren sollen durch die Großschreibung des Begriffs „Komplex“ erreicht werden und gleichzeitig symbolisiert diese Schreibweise eine wichtige Unterscheidung zu vorherigen Begriffen (vgl. ebd., S.65).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Selbstbestimmung für Menschen mit komplexer Behinderung ein und definiert die Zielsetzung sowie die drei Hypothesen der Arbeit.
2 Menschen mit Komplexer Behinderung: Dieses Kapitel nähert sich den verschiedenen Behinderungsbegriffen an und definiert das von Fornefeld geprägte Konzept der „Komplexen Behinderung“ als heterogene Personengruppe.
3 Behindertenpädagogik: Es erfolgt eine Einordnung der Behindertenpädagogik als Teildisziplin der Pädagogik mit Fokus auf den institutionellen Kontext und den Balanceakt zwischen persönlichem Anspruch und organisatorischen Notwendigkeiten.
4 Selbstbestimmung: Dieses Kapitel beleuchtet den Begriff der Selbstbestimmung aus rechtlicher, politischer und ethischer Sicht und setzt ihn in direkten Bezug zum Bildungsbegriff.
5 Kommunikation: Die Bedeutung von Kommunikation als essentielles Bedürfnis für den Menschen als soziales Wesen wird erörtert, inklusive der Auswirkungen von Kommunikationsschwierigkeiten.
6 Unterstützte Kommunikation: Neben einer Definition und historischen Entwicklung werden die Grundlagen, Ziele und vielfältigen Formen Unterstützter Kommunikation vorgestellt.
7 Selbstbestimmung mit Hilfe von Unterstützter Kommunikation: Dieses Kapitel zeigt die praktische Umsetzung von UK in verschiedenen Lebensbereichen von der Frühförderung bis hin zum Erwachsenenalter auf.
8 Gesamtauswertung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Überprüfung der Hypothesen sowie einer persönlichen sozialpädagogischen Reflexion der Autorin ab.
Selbstbestimmung, Komplexe Behinderung, Unterstützte Kommunikation, Behindertenpädagogik, Inklusion, Teilhabe, Empowerment, Kommunikation, Bildung, Frühförderung, Lebensqualität, Sozialpädagogik, Interaktion, Hilfsmittel, Behinderung
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit komplexer Behinderung durch den Einsatz Unterstützter Kommunikation (UK) ihre Selbstbestimmung in verschiedenen Lebensphasen aktiv stärken und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Die zentralen Themen sind der Begriff der komplexen Behinderung, die Konzepte der Selbstbestimmung und Bildung, die Bedeutung menschlicher Kommunikation sowie die praktische Implementierung von Unterstützter Kommunikation.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, ob mehr Selbstbestimmung für Menschen mit komplexer Behinderung durch den gezielten Einsatz von UK möglich ist, und dies anhand von drei Hypothesen zu konkretisieren.
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturrecherche und -analyse deutschsprachiger wissenschaftlicher Werke, um die Hypothesen zu belegen oder zu widerlegen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Behinderung, Pädagogik und Kommunikation sowie die praktische Darstellung der Umsetzung von UK in Familie, Schule und Erwachsenenleben.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die „Komplexe Behinderung“ nach Fornefeld, das Normalisierungsprinzip, das Empowerment-Konzept sowie die verschiedenen Formen der Unterstützten Kommunikation.
Die Familie ist der primäre Lebensort. UK-Maßnahmen sollten hier so früh wie möglich ansetzen, um die Interaktion zwischen Kind und Bezugspersonen zu stärken und die kommunikative Entwicklung zu fördern.
Inklusion geht davon aus, dass von vornherein alle Menschen uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, während Integration oft eine Ausgrenzung voraussetzt, die durch nachträgliche Maßnahmen behoben werden muss.
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