Bachelorarbeit, 2014
49 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Zu den Begriffen „halbstark“ und Subkultur
2.1 Definition und Formen von Subkulturen
2.2 Die Entstehung und Entwicklung des Stigmatas „Halbstarke“
3 Die Aktivität der „Halbstarken“ in der BRD und DDR
3.1 Die BRD
3.2 Die DDR
4 Wie konnte es zur Entstehung des „Halbstarken-Phänomens“ kommen?
4.1 Der historische Kontext
4.2 Die sozio-ökonomischen und sozialpsychologischen Ursachen
5 Die Reaktionen von Staat und Gesellschaft und deren Wirkung auf die Subkultur
5.1 Die BRD
5.2 Die DDR
6 Zu den Hypothesen
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungsursachen des sogenannten „Halbstarken-Phänomens“ der 1950er Jahre sowie die Auswirkungen staatlicher und gesellschaftlicher Reaktionen auf diese Jugendsubkultur in der BRD und der DDR.
3.1 Die BRD
Der Zeitraum der größten Ausschreitungen der „Halbstarken“ und damit deren Phase der größten Aktivität fand in Westdeutschland zwischen 1956 und 1958 statt. Eine beträchtliche Anzahl dieser „Krawalle“ belief sich dabei auf die Monate zwischen April 1956 und März 1957, wobei der September 1956 den Höhepunkt darstellt. Die Zentren der Ausschreitungen bildeten dabei Westberlin mit insgesamt 38 und Nordrhein-Westfalen mit 20 „Krawallen“. Außer Rheinland-Pfalz meldete jedes Bundesland mindestens einen derartigen Aufruhr. Die „Krawalle“ waren vor allem ein Großstadtphänomen. So besaßen, von 27 Städten für 95 ermittelte „Krawalle“, 24 Städte eine Einwohnerzahl von über 100 000 (Kaiser 1959: 102-105; Grotum 1994: 79-84).
Das Ereignis, welches häufig als erster „Krawall“ in der Literatur genannt wird, war, anlässlich eines Louis Armstrong-Konzerts, die Ausschreitung am 17. Oktober 1955 in Hamburg. Den Anlass dafür gaben das allzu sehr gekürzte Gastspiel, die Absage eines Zweitkonzerts am selben Abend und die Androhung polizeilicher Zwangsmaßnahmen (Grotum 1994: 87). Es sollte allerdings festgehalten werden, dass bereits bei dem sogenannten „Himmelfahrtskrawall“ im Jahre 1953 in Hannover, Jugendliche besonders auffällig handelten und aus der Masse von zeitweilig bis zu 10 000 Menschen herausstachen. Für Bondy wiederum stellen die Aktivitäten einer Clique namens „Die Wilden“, welche sich im Sommer 1955 in Berlin-Lichterfelde gesellschaftsnonkonform verhielten, den Beginn des „Halbstarken-Phänomens“ dar (1957: 9; Kaiser 1959: 41 ff.).
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfragen und Hypothesen zur Entstehung und den Auswirkungen der Halbstarken-Kultur.
2 Zu den Begriffen „halbstark“ und Subkultur: Definition von Subkulturen und die historische Entwicklung des Stigmas „Halbstarke“.
3 Die Aktivität der „Halbstarken“ in der BRD und DDR: Darstellung und Vergleich der Krawallaktivitäten in beiden Teilen Deutschlands.
4 Wie konnte es zur Entstehung des „Halbstarken-Phänomens“ kommen?: Analyse des historischen Kontexts sowie sozio-ökonomischer und sozialpsychologischer Ursachen.
5 Die Reaktionen von Staat und Gesellschaft und deren Wirkung auf die Subkultur: Untersuchung polizeilicher, justizieller und medialer Reaktionen in BRD und DDR.
6 Zu den Hypothesen: Überprüfung und Bewertung der im ersten Kapitel aufgestellten Hypothesen.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Aufzeigen von weiterem Forschungsbedarf.
Halbstarke, Jugendsubkultur, Nachkriegszeit, BRD, DDR, Krawall, Sozialisation, Repression, Protestpotenzial, Rock'n'Roll, Jugendkriminalität, Soziologie, Generation, Identitätsfindung, Widerstand.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Halbstarken“ in den 1950er Jahren und vergleicht dabei die Situation und die staatlichen Reaktionen in der BRD und der DDR.
Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte der Subkultur, deren reale Aktivitäten, die Ursachen für die Rebellion sowie die gesellschaftliche und staatliche Reaktion darauf.
Ziel ist es, die Ursachen für die Entstehung der Jugendsubkultur zu identifizieren und die Unterschiede in der staatlichen Reaktion zwischen der Bundesrepublik und der DDR aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine rein literaturbasierte Untersuchung, die wissenschaftliche Sekundärliteratur und verfügbare Archivmaterialien auswertet.
Der Hauptteil analysiert die Definition von Subkulturen, die Krawallaktivitäten, die historischen sowie sozio-ökonomischen Ursachen und die sehr unterschiedlichen Reaktionen der Staatsgewalten.
Wichtige Begriffe sind Halbstarke, Jugendsubkultur, Krawall, Repression, Sozialisation und der Vergleich zwischen den Systemen in BRD und DDR.
Die DDR-Szene war aufgrund staatlicher Repression kurzlebiger, weniger solidarisch, wies aber ein stärkeres politisches Protestpotenzial auf.
Die Presse leistete durch Sensationierung und teilweise Falschberichterstattung einen wesentlichen Beitrag zur Ausbreitung des „Halbstarken-Phänomens“.
Es waren unorganisierte Ausschreitungen Jugendlicher, die sich meist gegen polizeiliche Maßnahmen richteten und primär durch Abenteuerlust und den Wunsch nach Freiräumen motiviert waren.
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