Examensarbeit, 2016
49 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der Autor Federico García Lorca
2.1. Leben und Werk
2.2. Die Rolle des Mannes im sozial-historischen Kontext des 20. Jahrhunderts
3. Das Drama La casa de Bernarda Alba
3.1. Hintergrund
3.2. Die zentralen Themen
3.3. Die Darstellung der männlichen Figuren
4. Das Drama Yerma
4.1. Hintergrund
4.2. Die zentralen Themen
4.3. Die Darstellung der männlichen Figuren
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Rolle männlicher Figuren in Federico García Lorcas ländlichen Tragödien La casa de Bernarda Alba und Yerma im Kontext der gesellschaftlichen Normen des frühen 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, die Charakteristik der Protagonisten Pepe el Romano und Juan kritisch zu vergleichen und deren Einfluss auf die weiblichen Hauptfiguren sowie die Handlungsentwicklung aufzuzeigen.
3.3. Die Darstellung der männlichen Figuren
Obwohl im physischen Sinne kein einziger Mann im Stück auftritt, bestimmen und beeinflussen die männlichen Figuren maßgeblich die Handlung der Akteurinnen im Drama. Im Folgenden werde ich das Stück chronologisch nach Stellen untersuchen, in denen Erkenntnisse über die männlichen Figuren gewonnen werden können. Die Charakterisierung sowie der Versuch der Rollenzuweisung müssen anhand einer Interpretation der Dialoge zwischen den einzelnen Frauen erfolgen.
Der erste Mann, der im Drama erwähnt wird, ist Bernardas soeben beerdigter Gatte Antonio María Benavides. Die strenge Familientradition verlangt eine Trauerzeit von acht Jahren, in der die Familie das Haus nicht verlässt und die Töchter ihre Zeit damit verbringen, an ihrer Aussteuer zu nähen. In der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich, so ist es aus heutiger Sicht unvorstellbar, nach dem Tode des Vaters die kommenden acht Jahre trauernd und abgeschottet Zuhause zu verbringen, um diesem die gebührende Ehre zu erweisen.
Diese Tradition zeigt einmal häufiger die enorme Stellung, die der Mann als das Familienoberhaupt hat. Das Eingesperrtsein der Töchter stellt einen zentralen Aspekt für den Fortlauf des Stücks und die dramatische Entwicklung der Ereignisse an dessen Ende dar. Im Gespräch zwischen La Poncia und der Criada erfährt der Leser von der harten und autoritären Art Benavides, wodurch der Autor das stereotype Bild der spanischen Vaterfigur bestätigt (S. 118). Der herrische und strenge Vater wird außer von Magdalena, zu der er ein gutes Verhältnis hatte, nicht geliebt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk Lorcas ein und begründet die Relevanz der Untersuchung männlicher Figuren in den Tragödien als bisher vernachlässigten Forschungsaspekt.
2. Der Autor Federico García Lorca: Dieses Kapitel skizziert die Biografie des Autors und analysiert das patriarchale Geschlechterrollenkonzept im Spanien des frühen 20. Jahrhunderts als theoretischen Hintergrund.
3. Das Drama La casa de Bernarda Alba: Nach einem historischen Hintergrund werden die zentralen Themen des Stücks beleuchtet und die dominante Rolle der (oft nur erwähnten) männlichen Figuren, insbesondere Pepe el Romano, analysiert.
4. Das Drama Yerma: Dieses Kapitel untersucht die Thematik der unerfüllten Mutterschaft und analysiert die Rolle von Juan als Ehemann, dessen Verhalten wesentlich zur Tragik des Stücks beiträgt.
5. Resümee: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung gegenübergestellt und die Bedeutung von Pepe el Romano und Juan als zentrale, handlungssteuernde Protagonisten zusammengefasst.
Federico García Lorca, La casa de Bernarda Alba, Yerma, Geschlechterrollen, Patriarchat, Machismo, Pepe el Romano, Juan, Spanien, 20. Jahrhundert, Tragödie, Ehre, Unterdrückung, Mutterschaft, Literaturwissenschaft.
Die Arbeit analysiert, wie männliche Figuren in Federico García Lorcas ländlichen Tragödien dargestellt werden und welchen Einfluss sie auf die Lebenswelt der weiblichen Charaktere in einer von konservativen Normen geprägten Gesellschaft ausüben.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Geschlechterrollen, den spanischen Ehrenkodex, die patriarchale Struktur der damaligen Gesellschaft, den Einfluss der katholischen Kirche und die Repräsentation von Macht und Männlichkeit.
Das Ziel ist die Erarbeitung einer vergleichenden Analyse der beiden männlichen Protagonisten Pepe el Romano und Juan, um deren spezifische Rolle und Wirkung innerhalb der dramatischen Konflikte herauszuarbeiten.
Die Arbeit nutzt eine chronologische, textnahe Analyse der Dramen, wobei die Dialoge der weiblichen Figuren als primäre Quelle zur Charakterisierung der (häufig abwesenden) männlichen Rollen dienen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hintergrund, zentralen Themen und Figurenkonstellationen der beiden Dramen La casa de Bernarda Alba und Yerma.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lorca, Patriarchat, Machismo, Geschlechterrollen, Pepe el Romano, Juan, Unterdrückung und Tragödie.
Pepe fungiert als "Frauenbeschwörer" und Auslöser für die Konflikte zwischen den Schwestern; durch seine Abwesenheit baut Lorca einen Mythos auf, der die Sehnsüchte der im Haus eingesperrten Frauen symbolisiert.
Im Gegensatz zu Pepe, der als Verführer auftritt, repräsentiert Juan den arbeitenden Ehemann, dessen Starrsinn und Fixierung auf soziale Anerkennung und Arbeit seine Frau Yerma in die Verzweiflung und letztlich zum Mord treiben.
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