Masterarbeit, 2017
63 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Kinder psychisch kranker Eltern
2.1 Geschichtliche Entwicklung
2.2 Gedanken und Gefühle Kinder und Jugendlicher mit psychisch erkrankten Eltern
2.3 Kinder als Kraftquelle für ihre Eltern
3 Parentifizierung
3.1 Formen der Parentifizierung
3.2 Rollenzuweisungen parentifzierter Kinder
4 Der Einfluss der psychischen Erkrankung der Eltern auf die Entwicklung des Kindes – Risiko und Schutz
4.1 Resilienz bei Risiko-Kindern
4.2 Risikofaktoren für die Parentifizierung
5 Parentifizierung und Bindung
5.1 Die Fremde Situation und dieBindungstypen
5.2 Effekte mütterlicher Depression auf die frühkindlichen Bindungserfahrungen
5.3 Coping
6 Parentifizierung als Bindungsstörung
6.1 Die Besonderheiten des desorganisierten Bindungsmusters und elterlicher Kompetenz
7 Definition des DMM
7.1 Die Entwicklung eines Bindungssystems als Anpassungsleistung
7.2 Verhaltensindikatoren der A+-Bindungsstrategie
7.3 D-Bindung: Um- statt Desorganisation?
8 Phasen der frühkindlichen Parentifizierung bis ins Vorschulalter
9 Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Parentifizierung bei Kindern psychisch erkrankter Eltern und analysiert, inwieweit sich bindungstheoretisch fundierte Phasen der Parentifizierung bis ins Vorschulalter bestimmen lassen. Ziel ist es, Parentifizierung aus ihrem Dasein als nebensächliches Phänomen zu lösen und ihre Relevanz im Kontext von Bindung und Anpassung theoretisch zu fundieren.
3.1 Formen der Parentifizierung
Parentifizierung lässt sich in zwei Definitionskriterien einteilen. Zum einen darin, wie sie sich auf das Kind auswirkt und zum anderen, welche Aufgaben das Kind hauptsächlich übernehmen muss. Sind die Aufgaben des Kindes eher funktional, wie die Führung von Haushalt und Finanzen, sowie die körperliche Pflege Angehöriger, spricht man von instrumenteller Parentifizierung. Die emotionale Parentifizierung bezieht sich auf Aufgabenzuweisungen auf emotionaler Ebene, wenn Kinder Liebe und Zuneigung im Sinne eines Partnerersatzes schenken, in die persönlichen Probleme der Eltern miteinbezogen werden und zu den Hauptverantwortlichen für den familiären Frieden werden. Aufgrund der emotionalen Grenzüber-schreitung sei die emotionale Parentifizierung die destruktivere Form.
Vor allem Loyalitätskonflikte und Schwierigkeiten bei der Abgrenzung würden eine besondere Belastung darstellen und seien entwicklungsbeeinträchtigend für das Kind. In einzelnen Fällen wird die emotionale Parentifizierung im Sinne eines Partnerersatzes körperlich erweitert, es kann zu einer „sexuellen Parentifizierung“ kommen.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Parentifizierung im Kontext der Geschichte der Psychiatrie und Herausarbeitung der Forschungsfrage.
2 Kinder psychisch kranker Eltern: Darstellung der Belastungen, Gedanken und Gefühle betroffener Kinder sowie deren Rolle als Kraftquelle für die Eltern.
3 Parentifizierung: Definition und Abgrenzung der Parentifizierung sowie Analyse von Rollenzuweisungen und Auswirkungen auf das Kind.
4 Der Einfluss der psychischen Erkrankung der Eltern auf die Entwicklung des Kindes – Risiko und Schutz: Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren (Resilienz) bei Kindern psychisch erkrankter Eltern.
5 Parentifizierung und Bindung: Untersuchung der Bindungstheorie, der Bindungstypen und des Einflusses mütterlicher Depression auf die frühe Bindungsqualität.
6 Parentifizierung als Bindungsstörung: Diskussion der Parentifizierung als Bindungsstörung und der Rolle des desorganisierten Bindungsmusters.
7 Definition des DMM: Vorstellung des Dynamischen Reifungsmodells der Bindung und Anpassung (DMM) zur Erklärung selbstprotektiver Strategien.
8 Phasen der frühkindlichen Parentifizierung bis ins Vorschulalter: Herleitung eines hypothetischen Phasenmodells der Parentifizierung basierend auf dem DMM.
9 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Forschungserfordernisse.
Parentifizierung, Bindungstheorie, DMM, psychisch erkrankte Eltern, mütterliche Depression, Resilienz, Coping, Kindesentwicklung, Rollenumkehr, desorganisierte Bindung, Familienpsychologie, Kindeswohl, Bindungsstörung, Anpassungsleistung, Kindheit.
Die Arbeit befasst sich mit der Parentifizierung, einem Prozess der Rollenumkehr, bei dem Kinder psychisch kranker Eltern Aufgaben übernehmen, die eigentlich den Eltern zukommen, und welche Folgen dies für die kindliche Entwicklung hat.
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen elterlicher psychischer Erkrankungen, insbesondere Depressionen, auf die Bindungsqualität zwischen Kind und Eltern sowie die Entwicklung von Parentifizierung als selbstprotektive Bindungsstrategie.
Die zentrale Fragestellung lautet: „Lassen sich bindungstheoretisch fundierte Phasen frühkindlicher Parentifizierung bis ins Vorschulalter bestimmen?“
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die den aktuellen Forschungsstand zur Bindungstheorie, insbesondere das Dynamische Reifungsmodell (DMM) nach Patricia Crittenden, mit Studien zur Parentifizierung und psychischen Erkrankungen von Eltern kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Parentifizierung, die Auswirkungen auf die Bindung, die Bedeutung von Resilienz und Coping sowie die theoretische Fundierung durch das DMM.
Die wichtigsten Begriffe sind Parentifizierung, Bindungstheorie, DMM, mütterliche Depression, Resilienz, Rollenumkehr und desorganisierte Bindung.
Adaptive Parentifizierung kann sich unter bestimmten Bedingungen positiv als Resilienzfaktor auswirken, während destruktive Parentifizierung die Entwicklung des Kindes einschränkt und zu langfristigen Störungen führen kann.
Die Arbeit stellt die Hypothese auf, dass bei früher Parentifizierung eine Desorganisation aus einem gescheiterten Versuch einer ersten Bindungsstrategie hervorgeht und sich bei ausreichenden Ressourcen eine Umorganisation zu einer „zwanghaft fürsorglichen“ (A3) Strategie vollzieht.
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