Masterarbeit, 2015
90 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Klassische Kapitalmarkttheorie
2.2 Behavioral Finance Theorie
3. Verhaltensanomalien
3.1 Kognitive Aspekte
3.2 Emotionale Aspekte
3.3 Gesellschaftliche Aspekte
4. Kalenderanomalien
4.1 Januar Effekt
4.2 Wochenendeffekt
4.3 Monatswechseleffekt
5. Kennzahlenanomalien
5.1 Value Effekt
5.2 Größen-Effekt
6. Effizienzmarktanomalien
6.1 Closed-End-Fund Puzzle
6.2 Momentum Effekt
6.3 Mittelwertrückkehreffekt
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der klassischen Kapitalmarkttheorie auseinander, indem sie das Phänomen der Finanzmarktanomalien untersucht. Das primäre Ziel ist es, einen fundierten Überblick über diese Anomalien zu geben und ihre Entstehung sowohl aus Sicht der klassischen Theorie als auch durch psychologische Erklärungsansätze der Behavioral Finance Theorie zu analysieren.
3.1 Kognitive Aspekte
Mit Hilfe von Heurisiken werden komplexe Entscheidungssituationen vereinfacht, was zu systematischen Verzerrungen in der Entscheidungsfindung führen kann. Reale Entscheidungssituationen sind für die Menschen aufgrund ihrer Komplexität nicht vollständig zu erfassen. Für die Komplexitätsreduzierung benutzen Menschen heuristische Prinzipien. Mit Hilfe von Heuristiken versucht der Mensch demnach Informationsinhalte oder die Wahrscheinlichkeit eines auftretenden Events so weit es geht zu vereinfachen. Prinzipiell ist dieses Vorgehen sehr nützlich, kann jedoch auch zu systematischen Verzerrungen führen.25
Beispielsweise orientieren sich Menschen in wichtigen Entscheidungssituationen oft an einem Orientierungspunkt, einem sogenannten Anker. Bei der Verankerungsheuristik wird angenommen, dass sich dieser Bezugspunkt mit Hilfe weiterer Informationen dem als tatsächlich angenommenen Wert annähert. Da die angenommene Annäherung allerdings unzureichend ist, führt dieses Vorgehen zu Verzerrungen. Kahneman und Tversky (1974) wiesen diesen zu schwachen Anpassungsprozess in einem Experiment nach und zeigten, dass sogar ein beliebiger Zufallswert als Anker fungieren kann und sich die Personen trotzdem daran orientierten.26 Ein wichtiger Anker kann der Kaufpreis einer Aktie sein. Ein weiterer Anker kann aber auch eine Expertenmeinung bezüglich der Aktienkursentwicklung sein. Ein Anker basierend auf der Meinung von Experten, die auf steigende Aktien setzen, wird tendenziell zu hoch sein.27
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Finanzmarktanomalien ein und erläutert die Grenzen der klassischen Kapitalmarkttheorie im Vergleich zur Behavioral Finance Theorie.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel vermittelt die theoretischen Fundamente der klassischen Kapitalmarkttheorie sowie der Behavioral Finance Theorie als notwendige Basis für die Analyse.
3. Verhaltensanomalien: Hier werden kognitive, emotionale und gesellschaftliche Verhaltensmuster erläutert, die als psychologische Erklärungsmodelle für Marktverzerrungen dienen.
4. Kalenderanomalien: Das Kapitel untersucht systematisch zeitabhängige Renditeanomalien wie den Januar Effekt, den Wochenendeffekt und den Monatswechseleffekt.
5. Kennzahlenanomalien: Hierbei werden Abweichungen analysiert, die auf Basis von Unternehmenskennzahlen wie dem Buchwert-Marktwert-Verhältnis oder der Firmengröße identifiziert wurden.
6. Effizienzmarktanomalien: Dieses Kapitel behandelt signifikante Marktphänomene wie das Closed-End-Fund Puzzle, den Momentum Effekt und den Mittelwertrückkehreffekt.
7. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die globale Stabilität und theoretische Einordnung der Finanzmarktanomalien.
Finanzmarktanomalien, Kapitalmarkttheorie, Behavioral Finance, Informationseffizienz, CAPM, Behavioral Portfolio Theory, Noise Trader, Januar Effekt, Wochenendeffekt, Value Effekt, Größen-Effekt, Momentum Effekt, Mittelwertrückkehreffekt, Psychologie, Investorenverhalten
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Existenz von Finanzmarktanomalien, also Preisentwicklungen, die von den Annahmen der klassischen Kapitalmarkttheorie abweichen.
Zentrale Felder sind die klassische Kapitalmarkttheorie, Behavioral Finance, psychologische Verhaltensanomalien sowie spezifische Anomalien wie Kalender-, Kennzahlen- und Effizienzmarktanomalien.
Die Arbeit untersucht, wie Finanzmarktanomalien empirisch nachgewiesen werden können und inwieweit sie durch klassische ökonomische Modelle oder verhaltenswissenschaftliche Ansätze erklärt werden können.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse bestehender empirischer Forschungsstudien und Modelle zu den genannten Marktanomalien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, eine detaillierte Erläuterung von Verhaltensanomalien sowie die empirische Analyse spezifischer Kalender-, Kennzahlen- und Markteffizienz-Anomalien.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Finanzmarktanomalien, Markteffizienz, Behavioral Finance, Investorenpsychologie und Renditeanomalien beschreiben.
Die klassische Theorie geht von vollkommen rationalen Marktteilnehmern aus, während die Behavioral Finance menschliche Psychologie und begrenzte Rationalität als Ursachen für Marktverzerrungen integriert.
Das CAPM dient als Referenzmodell der klassischen Kapitalmarkttheorie, von dem die untersuchten Finanzmarktanomalien als systematische Abweichungen betrachtet werden.
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