Bachelorarbeit, 2018
57 Seiten, Note: 1,0
1. Zielsetzung der Arbeit
2. Deduktive Annäherung an die Deskription der verbalen Aggression
3. Ursachen verbaler Aggression
3.1 Überblick über die Erklärungsansätze
3.2 Vertiefung der Lerntheorie von Bandura
3.2.1 Die sozial-kognitive Lerntheorie
3.2.2 Aufmerksamkeitsprozesse
3.2.3 Behaltensprozesse
3.2.4 Motorische Reproduktionsprozesse
3.2.5 Motivationsprozesse
4. Vorbildquellen von Jugendlichen
4.1 Überblick über die Vorbildquellen für aggressives Verhalten
4.2 Vertiefung der Medien als Vorbildquelle
4.3 Der Lernprozess an einem medialen Beispiel
5. Maßnahmen gegen verbale Aggression durch Lernen am Modell nach Bandura
5.1 Verminderung der verbalen Aggression durch Lernen am Modell
5.2 Störung des Lernprozesses
5.2.1 Stören der Aneignungsphase
5.2.2 Stören der Ausführungsphase
5.3 Erlernen von nichtaggressiven Verhalten
5.3.1 Vorführen positiver Gegenvorbilder
5.3.2 Unterstützung der Speicherung des positiven Verhaltens
5.3.3 Umsetzungsraum für das neue, positive Verhalten
5.3.4 Bekräftigung des nichtaggressiven Verhaltens
6. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, unter Rückgriff auf die sozial-kognitive Lerntheorie nach Albert Bandura ein Konzept zur Verminderung verbaler Aggression im Berufsschulunterricht zu entwickeln. Die Forschungsfrage untersucht, welche lerntheoretisch begründeten Maßnahmen ergriffen werden können, um die Entstehung aggressiven Verhaltens bei Jugendlichen durch Modellernen zu unterbinden oder durch nicht-aggressives Ersatzverhalten zu ersetzen.
3.2.1 Die sozial-kognitive Lerntheorie
Die sozial-kognitive Lerntheorie ist für diese Arbeit außerordentlich wichtig, da Aggression sehr leicht von Vorbildern abgeschaut werden kann. Deshalb wird sie an dieser Stelle ausführlich beschrieben. Die Theorie vermischt verhaltenstheoretische und informationsverarbeitungstheoretische Aspekte, indem sie sowohl das menschliche Lernen in Mitten von sozialen Prozessen als auch das spezielle, situative Verhalten von Menschen berücksichtigt (Gadow, 2007, S. 98). Albert Bandura ist davon überzeugt, dass zwar ein Teil des Verhaltensrepertoires, wie z. B. Reflexe, angeboren ist, aber der Großteil davon erlernt werden muss. Das Verhalten wird deshalb durch die vielfältigen Wechselbeziehungen der Einflüsse aus Erfahrung und Veranlagung bestimmt (Bandura, 1979b, S. 25).
Der Mensch kann entweder durch unmittelbare Erfahrungen oder durch Beobachtungen neue Verhaltensweisen erwerben. Während das Lernen aus Erfahrungen für den Mensch oftmals mühsam ist, erleichtert das Beobachtungslernen den Erwerb neuer Reaktionsmuster, da sie nicht selbst entwickelt werden müssen (Bandura, 1979b, S. 31). Das Verhalten wird aus unterschiedlichen Gründen nicht aus unmittelbaren Erlebnissen modifiziert. Wenn Fehler zu teuren oder gefährlichen Folgen führen würden, ist es oft besser, die richtige und vor allem fehlerfreie Verhaltensweise von Modellen zu übernehmen. Ferner können einige komplexe Aktivitäten nur durch den Einfluss von Vorbildern ausgelöst werden, da sie womöglich gar nicht auf die Idee kämen, es zu erlernen. Des Weiteren werden für manche Reaktionsmuster soziale Signale von anderen Personen benötigt, um sich in einer Gesellschaft richtig zu verhalten. Ein anderer Grund für das Lernen am Modell kann sein, dass neue Kompetenzen durch das Abschauen von Modellpersonen deutlich schneller erworben werden können als durch eigenes Ausprobieren. Das Lernen am Modell ist kein einmaliger sondern ein kontinuierlicher Prozess, bei dem ständig bestehende Verhaltensweisen modifiziert und neue erworben werden (Bandura, 1979a, S. 85 - 88).
1. Zielsetzung der Arbeit: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Ansätze der sozial-kognitiven Lerntheorie zur Reduktion von Verbalaggression im Berufsschulunterricht zu finden und deren Ursachen sowie Vorbildquellen zu analysieren.
2. Deduktive Annäherung an die Deskription der verbalen Aggression: Hier wird der Begriff der Unterrichtsstörung und speziell der verbalen Aggression definiert, von ähnlichen Begriffen abgegrenzt und in verschiedene Erscheinungsformen unterteilt.
3. Ursachen verbaler Aggression: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Erklärungsansätze (Triebtheorien, Frustrations-Aggressions-Theorie) und eine detaillierte Vertiefung der vier Phasen des Beobachtungslernens nach Bandura.
4. Vorbildquellen von Jugendlichen: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Jugendliche durch reale Vorbilder (Eltern, Lehrer, Peers) und insbesondere durch mediale Inhalte Aggression erlernen, illustriert an einem konkreten Beispiel aus einer Comedy-Serie.
5. Maßnahmen gegen verbale Aggression durch Lernen am Modell nach Bandura: Der Hauptteil entwirft ein Konzept, um durch Prävention und gezielte Maßnahmen (Störung der Aneignung/Ausführung, Förderung von Alternativverhalten) verbale Aggression im Unterricht zu senken.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach der Lehrer durch bewusste Einflussnahme auf den Lernprozess der Schüler verbale Aggression aktiv minimieren kann.
Verbale Aggression, Sozial-kognitive Lerntheorie, Albert Bandura, Beobachtungslernen, Berufsschulunterricht, Unterrichtsstörung, Modelllernen, Aggressionsprävention, Medienkompetenz, Verhaltensmodifikation, positive Verstärkung, Vorbildfunktion, Selbstbekräftigung, Jugendliche, Interventionsstrategien.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Problematik der verbalen Aggression im Berufsschulunterricht und sucht nach Möglichkeiten, diese auf Basis der sozial-kognitiven Lerntheorie von Albert Bandura zu vermindern.
Die Arbeit analysiert die Ursachen aggressiven Verhaltens, die Bedeutung von Vorbildern (insbesondere Medien) für Jugendliche sowie konkrete Ansätze zur pädagogischen Intervention.
Das Ziel ist es, ein tiefgreifendes und praxisnahes Konzept zu entwickeln, mit dem Lehrkräfte durch gezielte Störungen der aggressiven Lernprozesse oder durch die Vermittlung nicht-aggressiven Verhaltens die Verbalaggression im Unterricht senken können.
Es wird eine deduktive Vorgehensweise gewählt, bei der zunächst allgemeine Unterrichtsstörungen und Aggressionsbegriffe definiert werden, um dann mit der sozial-kognitiven Lerntheorie spezifische Maßnahmen für den Unterricht abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch das Lernen am Modell, die Analyse von Vorbildquellen bei Jugendlichen (mit Fokus auf Medien) und die Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Störung aggressiven Verhaltens sowie zur Förderung positiver Alternativen.
Zentrale Begriffe sind verbale Aggression, Beobachtungslernen, Modellernen, soziale Kognition, Prävention und Selbstverstärkung.
Da Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit mit medienbasierten Inhalten verbringen und dort oft auf aggressive Vorbilder treffen, die ihnen als "normal" oder "attraktiv" erscheinen, kann dies zur Imitation aggressiver Verhaltensweisen führen.
Jerome Boateng dient als Beispiel für ein positives Gegenvorbild, das zeigt, wie man auf verbale Angriffe oder Provokationen gelassen und ohne Anwendung von Aggression reagieren kann.
Nein, der Autor betont, dass ein vollständig aggressionsfreier Unterricht nicht realistisch ist, weshalb das Ziel der Arbeit explizit auf die *Verminderung* und nicht auf die vollkommene Beseitigung der Verbalaggression gerichtet ist.
Der Lehrer kann Schüler dabei unterstützen, sich realistische Ziele zu setzen, ihr eigenes Verhalten zu beobachten, dies zu reflektieren und sich bei Erfolg selbst für ihr nicht-aggressives Handeln zu belohnen.
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