Diplomarbeit, 2003
106 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen: Das Alten- und Pflegeheim als totale Institution ?
3. Biographische Gruppenarbeit mit Dementen
3.1 Definitionen
3.1.1 Demenz
3.1.2 Grundbegriffe der Gruppenarbeit
3.1.3 Biographisches Arbeiten
3.2 Theoretischer Hintergrund biographischen Arbeitens
3.2.1 Die Reminiszenz-Therapie nach Robert N. Butler
3.2.1.1 Entwicklung
3.2.1.2 Klassifizierung von Unterformen
3.2.1.3 Konzeptuelle Basis
3.3. Positive Wirkfaktoren der biographischen Gruppenarbeit
3.3.1 Auswertung der Studien
3.3.1.1 Affektive Wirkfaktoren
3.3.1.2 Kognitive Wirkfaktoren
3.3.1.3 Soziale Wirkfaktoren
3.3.1.4. Zusammenfassung
3.4 Aspekte der Kommunikations- und Beziehungsgestaltung
3.4.1 Führungsstile
3.4.2 Gruppenpädagogische Grundsätze
3.4.3 Die Kommunikation
3.4.3.1 Grundlagen
3.4.3.2 Klientenzentrierte Gesprächsführung nach C. Rogers
3.4.3.3 Integrative Validation nach N. Richard
3.4.3.4 Basale Stimulation nach A. Fröhlich
4. Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit Dementen
4.1 Zielsetzungen
4.2 Kriterien für die Aufnahme in die Gruppe
4.3 Zusammensetzung der Gruppe
4.3.1 Nach dem Krankheitsbild Demenz
4.3.2 Nach Geschlecht, Alter und Milieu
4.4 Rahmenbedingungen ( Setting )
4.4.1 Gruppengröße
4.4.2 Organisationsform
4.4.3 Zeitplanung
4.4.4 Raumplanung
4.4.5 Personalausstattung
4.5 Struktur einer Gruppenstunde
4.5.1 Vorbereitung
4.5.2 Durchführung
4.5.2.1 Arbeitsplatzvorbereitung
4.5.2.2 Sitzordnung
4.5.2.3 Programmablauf
4.5.2.4 Nachbereitung
4.5.2.5 Reflexion und Auswertung
5. Schlussbetrachtung
Das Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines theoretischen Konzepts für die biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern in der stationären Altenhilfe, um deren Lebensqualität zu fördern, das Selbstwertgefühl zu stärken und die Identität zu erhalten.
3.2.1 Die Reminiszenz-Therapie nach Robert N. Butler
Auf den Ausführungen des Psychiaters ROBERT N. BUTLER, von SKIBA ( 1997 ) als ein Pionier der „Erinnerungstheoretiker“ bezeichnet, beruhen viele der heute veröffentlichten Arbeiten, Theorien und weiterführenden Untersuchenden, die sich dem Thema „Sicherinnern“ annehmen, einschließlich der vorliegenden Arbeit.
Allerdings äußerte sich schon CHARLOTTE BÜHLER im Jahre 1933, dass die Rückschau auf das gelebte Leben zum normalen Alterungsprozess gehört ( nach COLEMAN 1986 ).
BUTLER entwickelte 1958 ein Therapieprogramm für Patienten mit psychiatrischen Störungen, das er 1960 modifizierte, nachdem er erkannte, dass biographische Informationen neben der medizinischen Anamnese von großer Wichtigkeit waren. Zudem bezieht er die Familie von diesem Zeitpunkt an in den therapeutischen Prozess mit ein.
1963 veröffentlichte BUTLER seinen bahnbrechenden Artikel: „The Life Review: An Interpretation of Reminiscence in the Aged“, in dem einige Thesen zum Umgang mit Erinnerungen im Alter, untermauert mit Fallbeispielen aus seiner eigenen psychiatrischen Praxis, dargestellt werden. Dieser Artikel führte zu einer völligen Neubewertung des Reminiszierens von einer negativen zu einer positiven Konnotation. Das „living in the past“ wird nicht mehr als pathologisches Zeichen von Senilität und Regression gewertet, sondern als ein sinnvoller und kreativer Prozess. Den Begriff des Lebensrückblickes ( „life review“ ) definierte BUTLER folgendermaßen:
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Verlust der Geschichte in der stationären Altenpflege und stellt die biographische Arbeit als Mittel zur Erhaltung der Identität und Lebensqualität Dementer vor.
2. Rahmenbedingungen: Das Alten- und Pflegeheim als totale Institution ?: Dieses Kapitel analysiert das Heim als institutionellen Kontext und prüft, inwiefern moderne Einrichtungen Merkmale einer totalen Institution im Sinne von Goffman aufweisen.
3. Biographische Gruppenarbeit mit Dementen: Hier werden theoretische Grundlagen, Definitionen, die Bedeutung der Reminiszenz-Therapie und positive Wirkfaktoren der Arbeit mit Demenzkranken theoretisch fundiert.
4. Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit Dementen: In diesem Kapitel wird das praktische Konzept entwickelt, von Zielsetzungen und Aufnahmebedingungen über die Gruppenzusammensetzung bis hin zur detaillierten Struktur einer Gruppenstunde.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der weiteren Professionalisierung und Implementierung biographischer Ansätze in der stationären Altenhilfe.
Biographiearbeit, Demente Bewohner, stationäre Altenhilfe, Reminiszenz-Therapie, Lebensrückblick, Humanistische Psychologie, Gruppenarbeit, Kommunikation, Validation, Basale Stimulation, Pflegekonzept, Identität, Lebensqualität, Interventionsgerontologie, Gruppenpädagogik.
Die Diplomarbeit widmet sich der Entwicklung eines theoretischen Konzepts für die biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern, um deren Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen nachhaltig zu verbessern.
Die zentralen Themen sind der theoretische Hintergrund des biographischen Arbeitens, die Analyse positiver Wirkfaktoren, Aspekte der Kommunikation und Beziehungsgestaltung sowie die konkrete konzeptionelle Umsetzung einer Erinnerungsgruppe.
Das Ziel ist, dem Pflegepersonal eine fundierte Grundlage und praktische Orientierungshilfe zu geben, um dementen Menschen durch biographische Gruppenarbeit eine würdevolle und professionelle Betreuung zu ermöglichen.
Die Autorin stützt sich auf einen deduktiven Ansatz, der auf systematischen Textanalysen aktueller Fachliteratur aus Medizin, Soziologie, Psychologie und Pflegewissenschaft beruht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (z. B. Butlers Reminiszenz-Therapie, Rogers klientenzentrierte Gesprächsführung) und die praktische Konzeptentwicklung für Gruppenstunden inklusive Rahmenbedingungen und personeller Ausstattung.
Besonders prägend sind Begriffe wie Biographiearbeit, Lebensrückblick (Life Review), Integrative Validation, Basale Stimulation, Ich-Integrität und die Einordnung des Pflegeheims als soziale Institution.
Es dient als kritischer Rahmen, um die Gefahr der Institutionalisierung und Entindividualisierung im Heimalltag zu verstehen und Argumente für die Notwendigkeit einer aktivierenden biographischen Gruppenarbeit zu liefern.
Im Gegensatz zu rein defizitorientierter Pflege stellt dieses Konzept die verbliebenen Ressourcen und die individuelle Lebensgeschichte des demenzkranken Menschen in den Mittelpunkt der sozialen Interaktion.
Die Arbeit verdeutlicht, dass ein kooperativ-demokratischer Führungsstil die größte positive Wirkung auf die Atmosphäre, das Selbstvertrauen der Teilnehmer und den sozialen Zusammenhalt in der Gruppe ausübt.
Sie dient als elementare Form der Kontaktaufnahme, um auch bei stark dementen Personen, die verbal nur schwer erreichbar sind, Sinne zu aktivieren und eine emotionale Brücke zur Außenwelt zu schlagen.
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