Magisterarbeit, 2003
88 Seiten, Note: 1,8
I. Einleitung
II. Hysterie im Wandel der Zeit
2.1 Hysterie als Ausdruck der unterdrückten Sprache
III. Der sozio-kulturelle Hintergrund der Hysterie
3.1. Die Frau der bürgerlichen Gesellschaft des 19.Jahrhunderts
3.2. Hysterie als Merkmal des wohlhabenden Bürgertums
IV. Vergleich von Hysterie bei Cécile und Effi Briest
4.1. Cécile – Die Wiedergeburt der Hexe?
4.2. Céciles Leiden aus Perspektive des Dritten
4.3. Ganz Frau – ganz weiblich – ganz krank!
4.4. Ein Leben ohne Liebe, oder: Wird im Roman eine Überlebensmöglichkeit aufgezeigt?
4.5. Effi Briest – eine moderne, aber dennoch gefallene Frau
4.6. Der Anfang vom Ende
4.7. Der Ehebruch als Rebellion
4.8. Gesellschaftliche Ächtung als Krankheitsursache
4.9. Zeigt auch dieser Roman alternative Lebensweisen auf?
V. Resümee
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Hysterie als kulturelles Deutungsmuster und gesellschaftliches Phänomen in Theodor Fontanes Romanen "Cécile" und "Effi Briest". Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Krankheit als Ausdruck des weiblichen Widerstands gegen die gesellschaftlichen Zwänge und Geschlechterrollen des späten 19. Jahrhunderts zu interpretieren ist.
Cécile – Die Wiedergeburt der Hexe?
„1887 erschienen, acht Jahre vor den ersten Veröffentlichungen Freuds über die weibliche Hysterie, als Charcot schon das neue Evangelium der Hysterie in Umlauf gesetzt hatte, das sein Pariser Hospital zum Wallfahrtsort aller angehenden Neuropsychiater machte, fällt Fontanes Roman in den besonderen Augenblick weiblicher Geschichte, in dem die Hexe, zweihundert Jahre vorher als Wahnsinnige interniert, als Hysterikerin wieder aufersteht und in männlichen Studien und ihren Autoren zum Ruhm ihre traurige Rückkehr an die gesellschaftliche Oberfläche feiert.“
Fontane betonte in mehrfachen Äußerungen, dass er seinen 1886 geschriebenen Roman Cécile sehr hoch geschätzt hat. Er hat ihn zusammen mit Effi Biest (1895) für den Höhepunkt seiner Erzählkunst gehalten. Trotz dieser hohen Eigenbewertung Fontanes ist es wunderlich, dass Cécile sowohl beim zeitgenössischen Publikum als auch in der Forschung durchgehend auf Desinteresse gestoßen ist und immer unter dem Schatten der anderen Romane, insbesondere Effi Briest, gestanden hat.
I. Einleitung: Einführung in das Phänomen der Hysterie sowie die methodische Verknüpfung von Literaturwissenschaft, Feminismus und Psychoanalyse zur Analyse der Fontane-Figuren.
II. Hysterie im Wandel der Zeit: Darstellung der historischen und medizinischen Diskurse über Hysterie vom 19. Jahrhundert bis hin zur psychoanalytischen Revolution durch Freud und Breuer.
III. Der sozio-kulturelle Hintergrund der Hysterie: Beleuchtung der bürgerlichen Lebenswelt, der Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter sowie der Tabuisierung weiblicher Sexualität.
IV. Vergleich von Hysterie bei Cécile und Effi Briest: Detaillierte Analyse der Krankheitsbilder, der symbolischen Sprache des Körpers und der gesellschaftlichen Zwänge, die zum Leiden der beiden Protagonistinnen führen.
V. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, welche die Hysterie als stummen Schrei und Ausdruck unterdrückter weiblicher Bedürfnisse in der Gesellschaft des späten 19. Jahrhunderts bestätigt.
Hysterie, Theodor Fontane, Cécile, Effi Briest, 19. Jahrhundert, Weiblichkeit, Geschlechterrollen, Bürgertum, Psychoanalyse, Feminismus, Konversionshysterie, Körperlichkeit, Gesellschaftskritik, Identitätssuche, Nervosität.
Die Magisterarbeit untersucht die Darstellung hysterischer Krankheitsbilder in Fontanes Romanen "Cécile" und "Effi Briest" vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels und der Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert.
Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Analysen mit feministischen Theorien und psychoanalytischen Erkenntnissen, um das Phänomen der Hysterie als gesellschaftliches Ausdrucksmittel weiblichen Leidens zu deuten.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Fontanes Protagonistinnen Cécile und Effi durch ihre Krankheit (Hysterie) auf die patriarchalen Strukturen und die ihnen auferlegten Zwänge ihrer Zeit reagieren.
Die Untersuchung basiert auf einer feministisch orientierten Textinterpretation, die psychoanalytische Konzepte der Hysterie mit soziokulturellen Analysen des Bürgertums und der Stellung der Frau im 19. Jahrhundert kombiniert.
Der Hauptteil widmet sich dem Vergleich beider Protagonistinnen, untersucht die jeweiligen Krankheitsursachen, die Deutungen durch die männlichen Romanfiguren und die Frage nach alternativen Lebensentwürfen für Frauen.
Zentrale Begriffe sind Hysterie, Weiblichkeit, bürgerliche Gesellschaft, Geschlechterrollen, Identitätssuche und psychosomatische Symptome.
Während Cécile durch ihre belastete Vergangenheit als Hysterikerin wahrgenommen wird, zeigt Effi Briest ihre Krankheit eher als Folge eines gescheiterten Aufbegehrens gegen ein liebloses Ehegefängnis.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Männerfiguren (wie Gordon oder Innstetten) die Hysterie maßgeblich definieren und klassifizieren, wodurch die Frauen als "Kunstwerke" oder "Besitz" fremdbestimmt bleiben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

