Bachelorarbeit, 2017
61 Seiten, Note: 2,7
3. Einleitung
3.1 Eingrenzung und Themenstellung
3.1.1 Vorgehensweise
3.1.2 Inhaltlicher Aufbau
3.1.3 Einstieg in das Thema
4. Vorstellung der Methodik
4.1 Deutschland und Kanada im “Most Similar Systems Design”
5. Zum Begriff des Lobbyings
5.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung
5.2 Adressaten des Lobbyings?
5.3 Ziele des Lobbying
6. Legitimation des Lobbying
6.1 Gesetzlich-rechtliche Legitimierung
6.2 Funktionale Legitimation
6.2.1 Pluralistischer Wettbewerb
6.2.2 Interessenbündelung
6.2.3 Zugang zur Expertise
7. Trade – Offs im Lobbying
7.1 Intransparentes Lobbying fördert Politikverdrossenheit
7.2 Zwischen Partikularinteressen und Gemeinwohl
7.3 Politikberatung – informelle Ressourcen des Lobbyings
7.4 Mittler zwischen Gesellschaft und Politik
8. Regulierungsansätze des Lobbying in Deutschland und Kanada im Vergleich
8.1 Lobbying in Deutschland
8.2 Regelungsvorschläge in der Bundesrepublik Deutschland
8.2.1 Registrierung
8.2.2 Verhaltensvorschriften für Lobbyisten
8.2.3 Verhaltensvorschriften für Adressaten
8.2.4 Regulierung durch Bundesministerien und Bundesregulierung
8.2.5 Sanktionen und Rückwirkungen
8.3 Lobbying in Kanada
8.4 Kategorisierung von Lobbyisten in Kanada
8.4.1 Consultant Lobbyists
8.4.2 In House Lobbyists (Corporations)
8.4.3 In House Lobbyists (Organisations)
8.5 Regulierung des Lobbying in Kanada
8.5.1 Gesetzgebungsgeschichte
8.5.2 The Lobbyist Registration Act
8.5.3 Welche Informationen werden offengelegt und warum?
8.5.4 The Lobbyist Code of Conduct
8.6 Analyse und Vergleich der Regulierungsansätze von Deutschland und Kanada
8.6.1 Grundlegende Merkmale der Lobbyregime von Kanada und Deutschland
8.6.2 Weiterer Regulierungsbedarf in Deutschland
8.7 Schlussfolgerungen
8.8 Fazit
Die Arbeit untersucht die notwendigen Maßnahmen und Voraussetzungen für eine angemessene Transparenz in der Lobbytätigkeit durch einen rechtsvergleichenden Ansatz zwischen Deutschland und Kanada, um zu klären, inwiefern kanadische Regelungen als Leitmodell für Deutschland dienen können und wie erfolgreich die Regulierung zur Förderung demokratischer Prozesse beiträgt.
4.1 Deutschland und Kanada im “Most Similar Systems Design”
„The response to the classical objection to comparing ´apples and oranges´ is simple: they are ´fruits´ (Przeworski/Teune 1970: S. 10)
In der vergleichenden Politikwissenschaft, wird oft auf die Arbeit von Adam Przeworski und Henry Teune "The Logic of comparative social inquiry“ bei Systemvergleichen zurückgegriffen. Sie unterscheiden in ihrem klassischen Werk zwischen zwei Methoden der Vergleichbarkeit im Bereich der vergleichenden Politikwissenschaft:
1. "Most Similar Systems Design" (MSSD) und
2. "Most Dissimilar Systems Design" (MDSD)
Adam Przeworski gilt im Bereich der Vergleichenden Politikwissenschaften als einer der wichtigsten Wissenschaftler der vergangenen Jahrzehnte. Angeregt von Erfahrungen in unterschiedlichsten komparativ angelegten Forschungszusammenhängen, haben Przeworski und Teune sich zur Aufgabe gemacht, sich mit Defiziten der praktischen vergleichenden Forschung zu befassen. Die Anwendbarkeit der oben genannten Forschungsstrategien wird durch die Merkmale der zu untersuchenden Forschungsaufgabe bestimmt. Anhand ausgewählter Faktoren und Handlungsstrategien, wird versucht aufzuzeigen, wie die Regulierung des Lobbyings effektiver in Kanada und Deutschland vorangetrieben werden kann, um mehr Transparenz zu ermöglichen. Hier muss klar hervorgehoben werden, dass die Förderung von Transparenz in der Regulierung der Lobbytätigkeit nicht das höchste und einzige Ziel im Lobbying ist. Es gelten andere wichtige Faktoren, die allerdings nicht Gegenstand dieser Arbeit sind.
3. Einleitung: Beschreibt den Stellenwert des Lobbyings in der Demokratie, thematisiert das Imageproblem und setzt das Ziel der Arbeit, Regulierungsansätze durch einen Ländervergleich zu untersuchen.
4. Vorstellung der Methodik: Erläutert die Anwendung des "Most Similar Systems Design" (MSSD), um die Lobbyregulierungen von Deutschland und Kanada strukturiert vergleichen zu können.
5. Zum Begriff des Lobbyings: Definiert den Begriff Lobbying, grenzt ihn von Interessenvertretung ab und analysiert die Akteure, Adressaten sowie die Ziele des Lobbyings.
6. Legitimation des Lobbying: Analysiert verschiedene Ansätze zur Legitimierung von Lobbyarbeit, darunter rechtliche Grundlagen, pluralistischen Wettbewerb, Interessenbündelung und den Zugang zur Expertise.
7. Trade – Offs im Lobbying: Diskutiert das Spannungsfeld zwischen Demokratie fördernden und einschränkenden Aspekten, wie Politikverdrossenheit, Gemeinwohlinteressen und der Funktion als Mittler.
8. Regulierungsansätze des Lobbying in Deutschland und Kanada im Vergleich: Führt den Kernvergleich der beiden Länder durch, analysiert spezifische Instrumente wie Registrierung und Verhaltenskodizes und leitet daraus Regulierungsbedarf ab.
Lobbying, Lobbyismus, Transparenz, Demokratie, Interessenvertretung, Lobbyregister, Most Similar Systems Design, Regulierungsansätze, Lobbykontrolle, Partikularinteressen, Gemeinwohl, Politikberatung, Lobbyist Registration Act, Lobbyist Code of Conduct, Deutschland und Kanada.
Die Bachelorthesis untersucht die Maßnahmen und Voraussetzungen, die für eine transparente Gestaltung der Lobbytätigkeit in einer modernen Demokratie erforderlich sind.
Die Themen umfassen die Definition und Legitimation von Lobbying, die Analyse von Lobbying als Instrument des demokratischen Systems und der Vergleich von Regulierungsregimen.
Das Ziel ist es, mittels eines Vergleichs zwischen Deutschland und Kanada zu prüfen, inwieweit kanadische Strukturen und Verfahren als Vorbild für eine effektive Lobbyregulierung in Deutschland dienen können.
Die Arbeit nutzt das „Most Similar Systems Design“ (MSSD) nach Przeworski und Teune, da sich die politischen Systeme von Deutschland und Kanada stark ähneln.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen und funktionalen Grundlagen des Lobbyings, beleuchtet die Vor- und Nachteile (Trade-offs) und führt einen detaillierten Vergleich der Regulierungsansätze beider Länder durch.
Die zentralen Begriffe sind Transparenz, Lobbyregister, demokratische Legitimation, Interessenvertretung und internationale Regulierungsvergleiche.
In Deutschland ist die Registrierung für Verbände freiwillig und dient primär dem Zugang zum Parlament, während Kanada eine verpflichtende Offenlegungspflicht für Lobbyisten unterhält, die vom unabhängigen „Commissioner of Lobbying“ überwacht wird.
Die Arbeit weist darauf hin, dass der direkte Wechsel von der Politik in die Wirtschaft ohne Abkühlphase zur Vermeidung von Interessenkonflikten und zum Schutz vor Ämtermissbrauch notwendig ist.
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