Bachelorarbeit, 2017
36 Seiten, Note: 1
1) FORSCHUNGSÜBERBLICK
1.1) Stereotyp und Vorurteil
1.2) Zur Verbreitung und Aufarbeitung von Stereotypen
1.3) Das Stereotyp in Literatur und Wissenschaft
1.4) Asterix und die Stereotype
2) FORSCHUNGSINTERESSE UND METHODEN
2.1) Fragestellung, Hypothese
2.2) Beschreibung des Datenkorpus
2.3) Methodisches Vorgehen
3) ANALYSE
3.1) Textebene
Kategorie I: Sprachliche Eigenheiten
Kategorie II: Typografie und Zeichensprache
3.2) Bildebene
Kategorie III: Figuren und Charaktere
Kategorie IV: Gemeinschaftliche Sitten und Bräuche
4) RESÜMEE
Die Arbeit untersucht die Konstruktion, Vermittlung und Wirkung nationaler Stereotype der französischen Nachbarstaaten in der Comicreihe Asterix. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie durch Bild- und Textelemente in deutschen Übersetzungen Fremdbilder – insbesondere gegenüber den Goten – erzeugt und gegebenenfalls durch kulturelle Zusammenhänge oder humoristische Mittel relativiert werden.
3.1) Textebene
Innerhalb dieser Kategorie werde ich die Besonderheiten im Sprachgebrauch der Charaktere untersuchen, über welche den LeserInnen Stereotypen vermittelt werden. Im Hinblick auf die Goten erwarte ich eine martialische Sprache, d.h. einen häufigen Gebrauch von „aggressiven“ bzw. kriegerisch konnotierten Wörtern und Wortgruppen. In der Tat treten Begriffe wie „Sieg“, „Invasion“, „erobern“ oder „hinrichten“ in Bd. 7 sehr häufig und nur aus den Mündern gotischer Charaktere auf.
Gleichzeitig muss aber festgehalten werden, dass derartige Wortgruppen aufgrund der Handlung, in welcher die Goten schließlich die Rolle der Antagonisten und „Barbaren“, also „roher[r], unzivilisierte[r] Menschen von fremdartigem Aussehen, unverständlicher Sprache [und] gewalttätigem Auftreten“ (Beller 2006, 261) einnehmen, von diesen vorausgesetzt werden. Darüber hinaus zehrt ihr Wortschatz von jenem des deutschen Militärs aus dem 19. und 20. Jahrhundert, sodass der Eindruck der Goten als kriegslüsternes Volk verstärkt wird, bei dem alles in Reih und Glied zu sein hat: „Links – zwo, drei vier!“, brüllt der Offizier, während sein Trupp im Gleichschritt „Marschieren ist des Kriegers Lust!“ singt (Goten, 27). In der selben Sequenz findet sich ein heterostereotypisierendes Element im Gesang Obelix’ („Cervisia her... Cervisia her oder ich fall um!“), welches allerdings auf eine andere kulturelle Ebene der Deutschen abspielt und damit eine Kontrastfunktion zu deren martialischem Auftreten im Comic erfüllt.
1) FORSCHUNGSÜBERBLICK: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Stereotyp, Vorurteil und Fremdbild und beleuchtet die imagologische Forschung in Literatur und Comic.
2) FORSCHUNGSINTERESSE UND METHODEN: Hier werden die Forschungsfrage, das Datenkorpus aus verschiedenen Asterix-Bänden sowie die methodische Herangehensweise der getrennten Text- und Bildanalyse dargelegt.
3) ANALYSE: Der Hauptteil untersucht die Darstellung der Nachbarn anhand sprachlicher Eigenheiten, Typografie und visueller Merkmale wie Gestik, Kleidung und gemeinschaftliche Rituale.
4) RESÜMEE: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert den Wandel der stereotypen Darstellungen von einer negativen Fixierung hin zu humoristischen Running Gags.
Asterix, Stereotype, Fremdbilder, Imagologie, Goten, Comics, Übersetzung, deutsche Geschichte, Nationalcharakter, Interkulturelle Kommunikation, Comic-Analyse, René Goscinny, Albert Uderzo, Barbaren, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit analysiert die Darstellung und Vermittlung nationaler Stereotype von Nachbarn Frankreichs in der Comicreihe Asterix, mit Fokus auf die deutsche Rezeption.
Die Arbeit verknüpft Comicforschung mit Imagologie, um zu verstehen, wie nationale Identitäten und Vorurteile in populärer Literatur konstruiert werden.
Die Arbeit fragt nach den konstruierten Heterostereotypen, deren Vermittlung über Text und Bild und danach, ob diese als neutrale oder wertende Stereotype zu verstehen sind.
Es wird eine systematische Analyse der Text- und Bildebene anhand spezifischer Kategorien (Sprache, Typografie, Figuren, Sitten) durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Textebene (Sprache, Erzählerkommentare) und der Bildebene (Mimik, Gestik, Aussehen, Rituale) bei verschiedenen Nachbarstaaten.
Schlüsselwörter sind unter anderem Asterix, Stereotype, Fremdbilder, Imagologie, Interkulturelle Kommunikation und Comic-Analyse.
Die Analyse zeigt einen Wandel von der Darstellung als bedrohliche Antagonisten und Invasoren (Bd. 7) hin zu variabel einsetzbaren, humoristischen Nebenfiguren in späteren Bänden.
Die deutsche Übersetzung nutzt spezifische stilistische Mittel, wie etwa die Verwendung von Frakturschrift oder militärischer Jargon, um das Stereotyp des „Germanen“ zu festigen oder zu parodieren.
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