Bachelorarbeit, 2016
141 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Der ungestörte Schluckakt und das Störungsbild Dysphagie
2.2 Leitsymptome und Folgen von Dysphagien
2.3. Diagnostikmethoden
2.4 Skizzierung der funktionellen Dysphagietherapie n. Bartolome
3. Erläuterung des Dysphagie-Passes n. Rittig, Jäger 2015
3.1 Aufbau und Inhalte des Passes
3.2 Ziele des Dysphagie-Passes
3.3 Beleuchtung der Schnittstellenversorgung bei dysphagischen Patienten
4. Empirischer Teil
4.1 Ableitung der Forschungsfrage
4.2 Erläuterung des Studiendesigns
4.3 Auswahl und Akquise der Interview-Partner
4.4 Entwicklung der Interview-Fragen
4.5 Skizzierung der organisatorischen Rahmenbedingungen sowie des zeitlichen Ablaufs
4.6 Auswertung der erhobenen Daten
5. Ergebnisbeschreibung
6. Diskussion
6.1 Methodenkritik
6.2 Diskussion der Ergebnisse
7. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung des Dysphagie-Passes auf die Schnittstellenversorgung von Patienten mit Schluckstörungen in einer Klinik. Ziel ist es, mittels einer qualitativen Längsschnittstudie zu analysieren, ob dieses Kommunikationsmedium die Versorgungsqualität verbessern und Informationsverluste reduzieren kann.
2.1 Der ungestörte Schluckakt und das Störungsbild Dysphagie
„Der Schluckvorgang wird definiert als Transport von Nahrung, Flüssigkeit, Speichel und Sekret aus der Mundhöhle durch den Rachenraum und die Speiseröhre bis zum Magen. ...“ (Bartolome, Neumann 2006: 16). Der Schluckakt erfolgt hierbei teils willentlich, teils reflektorisch und ist eine Kombination aus motorischen und sensiblen Abläufen (vgl. Prosiegel, Weber 2013: 7). Das Schlucken zählt zu den häufigsten Bewegungsvorgängen unseres Körpers und ist somit von großer Bedeutung (vgl. Bartolome, Neumann 2006: 16).
Der normale Schluckvorgang wird in insgesamt vier Phasen unterteilt: Die orale Vorbereitungsphase, die orale Phase, die pharyngeale Phase und die ösophageale Phase. Die orale Vorbereitungsphase dient der Nahrungsaufnahme sowie -zerkleinerung und der adäquaten Bolusformung. Dieser Prozess ist willentlich beeinflussbar und die Dauer somit individuell abhängig. Die anschließende Bolusbeförderung in den Oropharynx findet in der oralen Phase statt, wobei der Prozess willentlich ausgelöst wird und der Ablauf reflektorisch ist. Die pharyngeale Phase ist vollständig reflektorisch und dient dem Bolustransport durch den Pharynx bei gleichzeitigem Schutz der Atemwege. Die letzte Phase, die ösophageale Phase, ist mit einer Dauer von mehr als 20 Sekunden die längste. Hier durchquert der Bolus den Ösophagus bis zum Mageneingang mittels eines vollständig reflektorischen Ablaufs (vgl. Prosiegel, Werber 2013: 8ff.).
Durch bestimmte Grunderkrankungen kann der physiologische Schluckvorgang gestört werden, wodurch eine Schluckstörung bzw. Dysphagie entstehen kann. Insbesondere neurologische Erkrankungen, wie Parkinson, Demenz oder Schlaganfall sind die häufigsten Ursachen einer Schluckstörung (vgl. Warnecke, Dziewas 2013: 9). Vor allem beim Schlaganfall liegt die Prävalenz bei circa 50% in der Akutphase und circa 25% in der chronischen Phase (vgl. Prosiegel, Buchholz 2006: 52). Neben neurologischen Grunderkrankungen können aber auch operative Eingriffe, Medikamente oder psychogene Erkrankungen Auslöser einer Dysphagie sein (vgl. Prosiegel, Buchholz 2006: 52ff.). Eine Dysphagie kann verschieden stark ausgeprägt sein und somit unterschiedliche Symptome und Folgen aufzeigen.
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik der Dysphagie, der klinischen Relevanz und der Zielsetzung der Arbeit bezüglich des Dysphagie-Passes.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläuterung der Physiologie des Schluckens, der Symptomatik von Dysphagien sowie gängiger Diagnostik- und Therapiemethoden.
3. Erläuterung des Dysphagie-Passes n. Rittig, Jäger 2015: Detaillierte Darstellung des Aufbaus, der Ziele und der Bedeutung des Instruments für die interdisziplinäre Schnittstellenversorgung.
4. Empirischer Teil: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Entwicklung des Studiendesigns sowie der Durchführung der Experteninterviews.
5. Ergebnisbeschreibung: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews hinsichtlich der Nutzung und Auswirkung des Dysphagie-Passes.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Untersuchungsmethodik und inhaltliche Auseinandersetzung mit den erhobenen Studienergebnissen.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung und Formulierung von Handlungsempfehlungen für die klinische Praxis sowie zukünftige Forschungsvorhaben.
Dysphagie, Schluckstörung, Dysphagie-Pass, Schnittstellenmanagement, interdisziplinäre Versorgung, Klinik, qualitative Forschung, Experteninterview, Schluckkost, Patientenversorgung, Dokumentation, Logopädie, Pflege, Therapiequalität, Gesundheitswesen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung der Kommunikation und Versorgung von Patienten mit Dysphagie durch den Einsatz eines speziellen Instruments, des „Dysphagie-Passes“.
Zentrale Themen sind Dysphagie-Management, interdisziplinäre Zusammenarbeit in Kliniken, Schnittstellenversorgung sowie die Evaluation von Kommunikationsmedien für medizinisches Personal.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Einführung des Dysphagie-Passes auf die Schnittstellenversorgung von Patienten mit Schluckstörungen in einer Klinik auswirkt.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, spezifisch eine qualitative Längsschnittstudie mit leitfadengestützten Experteninterviews vor und nach einer Interventionsphase.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Störungsbildes, eine detaillierte Erläuterung des Dysphagie-Passes und den empirischen Teil, der das Studiendesign und die Ergebnisse diskutiert.
Wichtige Schlagworte sind Dysphagie, Schnittstellenmanagement, interdisziplinäre Versorgung, Experteninterviews und Schluckkost.
Die Arbeit betont, dass eine gelungene Versorgung einen intensiven Austausch zwischen Ärzten, Pflegepersonal, Logopäden und anderen Fachkräften erfordert, um Informationsverluste zu vermeiden.
Der Pass dient als praktisches Informations- und Dokumentationsmedium, das dem Pflegepersonal Sicherheit bei der Vergabe von Nahrung, Flüssigkeiten und Medikamenten bietet.
Es wird unter anderem ein erhöhter Bedarf an einheitlichen Schulungen, einer breiteren Verbreitung des Passes in verschiedenen Fachbereichen und eine stärkere Einbeziehung von Angehörigen empfohlen.
Die Studie zeigt, dass Angehörige oft unsicher sind oder fehlende Einsicht in die Schluckproblematik haben, weshalb eine gezielte Aufklärung und Einbindung durch den Pass von großer Bedeutung ist.
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