Bachelorarbeit, 2017
60 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Die Kapitalmarkttheorie als Grundlage rationalen Verhaltens
2.1 Das Prinzip des „Homo Oeconomicus“
2.2 Das Modell der „Bounded Rationality“
2.3. Die Erwartungsnutzentheorie von Neumann und Morgenstern
2.4. Informationsverarbeitung nach Bayes
2.5. Effizienzmarkthypothese nach Eugene Fama
2.5.1 Drei Charakteristiken eines informationseffizienten Markts
2.5.2 Drei-Stufen-Konzept der Effizienzmarkthypothese
2.6. Das Capital Asset Pricing Modell
3. Emotionales Verhalten auf Kapitalmärkten
3.1. Bedeutung von Emotionen
3.2. Emotionen als Grundlage für Investitionsentscheidungen
3.3 Kognitive Dissonanz
3.4. Prospect Theory - Wahrnehmung von Gewinn & Verlust
4. Spekulationsblasen
4.1. Warum entstehen auf Kapitalmärkten Spekulationsblasen?
4.2. Spekulationsblasen analog einer Epidemie
4.3. Herdentrieb als Massenpsychologie
4.4. Historische Beispiele geplatzter Spekulationsblasen
4.4.1 Tulpenmanie in Holland (1634 – 1637)
4.4.2 Börsencrash 1929
4.4.3 Crash 1987
4.4.4 Dotcom-Blase
5. Psychologische Effekte im Börsenhandel
5.1 Saisonale Anomalien
5.2. Erkenntnisse aus der Hirnforschung
6. Empirische Untersuchung
6.1. Methodenauswahl und Vorgehensweise
6.2. Ergebnisse der Experteninterviews
7. Komparative Analyse – Rationales vs. emotionales Verhalten
7.1. Tabellarischer Vergleich
7.2. Vergleich zwischen rationalen Charakteristiken und emotionalen Empfindungen
7.3. Vergleich zwischen emotionalen und rationalen Anlegern
8. Handlungsempfehlung – Investieren mit Fokus auf Nachhaltigkeit
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Unterschied zwischen rationalem und emotionalem Anlegerverhalten an Kapitalmärkten, um aufzuzeigen, wie unbewusste psychologische Mechanismen Fehlentscheidungen provozieren. Ziel ist es, durch eine komparative Analyse und Experteninterviews Strategien für bewusstes, nachhaltiges Investieren abzuleiten.
3.4. Prospect Theory - Wahrnehmung von Gewinn & Verlust
Aus der Finanzwissenschaft ist die Prospect Theory - einer der relevantesten Theorien -von Daniel Kahneman und Amos Tversky 1979 entwickelt worden. Die Theorie beschreibt, wie ein Individuum in einer unsicheren, risikoreichen Umgebung mit Gewinnen und Verlusten umgeht.
Die Prospect Theory wird anhand der S - förmigen Wertfunktion erklärt, welche drei charakteristische Merkmale aufweist.
1. Krümmungsverhalten der Wertfunktion: Die S – förmige Funktion besitzt eine Rechtskrümmung im Gewinnbereich, der einer Linkskrümmung im Verlustbereich gegenübersteht. Dieses Krümmungsverhalten verdeutlicht die Veränderung der Risikoeinstellung eines Anlegers in Bezug auf Gewinn und Verlust. Im Verlustbereich wird deutlich, dass ein Marktteilnehmer risikofreudiger ist, da er durch eine vermeintliche „Erholung“ annimmt, die bereits eingetroffenen Verluste durch erhoffte Gewinne zu kompensieren. Im Gegensatz dazu nimmt der Anleger im Gewinnbereich eine risikoscheue Position ein, da er besorgt ist, den vorhandenen Gewinn wieder zu verlieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Börsenpsychologie heraus und definiert das Ziel der Arbeit, rationale und emotionale Verhaltensmuster wissenschaftlich zu vergleichen.
2. Die Kapitalmarkttheorie als Grundlage rationalen Verhaltens: Hier werden klassische ökonomische Konzepte wie der Homo Oeconomicus, die Erwartungsnutzentheorie und die Effizienzmarkthypothese erläutert, die das Fundament für rationales Investieren bilden.
3. Emotionales Verhalten auf Kapitalmärkten: Dieses Kapitel analysiert psychologische Hindernisse wie Kognitive Dissonanz und die Prospect Theory, die Investitionsentscheidungen unbewusst beeinflussen.
4. Spekulationsblasen: Der Abschnitt beleuchtet die Entstehung von Blasen, den Einfluss von Herdenverhalten und Massenpsychologie sowie historische Crash-Beispiele.
5. Psychologische Effekte im Börsenhandel: Hier werden saisonale Anomalien sowie biologische Faktoren wie Hirnareale und Hormone als Treiber für Anlegerentscheidungen diskutiert.
6. Empirische Untersuchung: Die Methodik und die Ergebnisse von Experteninterviews mit Fondsmanagern dienen dazu, die theoretischen Erkenntnisse praxisnah zu untermauern.
7. Komparative Analyse – Rationales vs. emotionales Verhalten: In diesem Kapitel findet der direkte Vergleich der beiden Verhaltensweisen anhand von Tabellen und inhaltlichen Gegenüberstellungen statt.
8. Handlungsempfehlung – Investieren mit Fokus auf Nachhaltigkeit: Abschließend werden Strategien für diszipliniertes, langfristiges Investieren unter Berücksichtigung psychologischer Fallstricke formuliert.
9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine erfolgreiche Anlagestrategie das Wissen um die eigene Psychologie und eine bewusste Selbststeuerung voraussetzt.
Börsenpsychologie, Homo Oeconomicus, Behavioral Finance, Effizienzmarkthypothese, Kognitive Dissonanz, Prospect Theory, Herdenverhalten, Spekulationsblasen, Dispositionseffekt, Anlegerverhalten, Kapitalmarkt, Finanzpsychologie, Risikowahrnehmung, Anlagestrategie, Experteninterview.
Die Arbeit untersucht den Gegensatz zwischen rationalen ökonomischen Modellen und dem tatsächlichen, oft emotional geprägten Verhalten von Anlegern an den Finanzmärkten.
Die zentralen Felder umfassen Kapitalmarkttheorien, Finanzpsychologie, historische Marktphänomene wie Blasenbildungen, neurowissenschaftliche Aspekte der Gier und Angst sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Investoren.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu erarbeiten, warum Anleger von rationalen Modellen abweichen, und aufzuzeigen, wie sie durch Disziplin und das Verständnis psychologischer Effekte bessere Entscheidungen treffen können.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse von Fachliteratur, ökonomischen Modellen und ergänzt diese durch zwei Experteninterviews mit erfahrenen Fondsmanagern.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (wie das CAPM oder die Effizienzmarkthypothese) psychologischen Konzepten gegenübergestellt, mit historischen Börsencrashs verknüpft und durch Erkenntnisse der Hirnforschung ergänzt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Behavioral Finance, Börsenpsychologie, kognitive Heuristiken, Dispositionseffekt, Herdenverhalten und nachhaltiges Investieren.
Während der Homo Oeconomicus als rationales Modell fehlerfreie, objektive Entscheidungen trifft, zeigen die Kapitel der Arbeit, dass echte Menschen aufgrund begrenzter Kapazität, Emotionen und mentaler Heuristiken systematisch von diesem Ideal abweichen.
Der Dispositionseffekt erklärt, warum Anleger dazu neigen, Gewinne zu schnell zu realisieren, während sie an Verlusten zu lange festhalten – ein typisches emotionales Fehlverhalten, das durch Selbststeuerung überwunden werden muss.
Die Hirnforschung zeigt, dass emotionale Zustände wie Angst (Amygdala) oder Gier (Nucleus Accumbens) physiologisch verankert sind und rationale Entscheidungsprozesse im präfrontalen Cortex blockieren können.
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