Masterarbeit, 2013
145 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Forschungsmethode
Kapitel I – Vorstellung ausgewählter Institutionen
4. Das Ausbildungszentrum- Bau in Hamburg GmbH
5. „Ausbildungsbegleitende Hilfen“
6. „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“
Kapitel II – Theoretische Fundierung
7. Terminologische Abgrenzung
8. Remedial Training als schulische und berufliche Ergänzung
8.1. Zur Notwendigkeit von ergänzendem Unterricht
8.2. Gedächtnisleistung als Bedingung fürs Lernen
8.3. Lernen
8.4. Lernhandeln
8.5. Kompetenzen als Brücke zwischen Wissen und Handeln
8.6. Lernverständnis im aktuellen Kontext
9. Begründungsansatz für Lernschwierigkeiten
10. Ursachen für Störungen bei der Lernhandlung
10.1. Neurologische Grenzen des Lernens
10.2. Bereichsspezifisches Wissen und Basiskompetenzen
10.3. Kommunikation
10.4. Handlungssteuerung
10.4.1. Ressourcenorientierte Strategien
10.4.2. Kognitive Lernstrategien
10.4.3. Metakognitive Lernstrategien
10.4.4. Ein Plädoyer für Spiele
10.5. Motivation und Emotionen
10.5.1. Kausalattribution
10.5.2. Erlernte Hilflosigkeit
10.5.3. Identitätsbildung
10.5.4. Stigmatisierung, Etikettierung und Stereotype
11. Grundsätze des Remedial Trainings
Kapitel III – Die Forschungsarbeit
12. Überblick über die Forschungsarbeit
13. Der Diagnosetest vom Projekt BEST
14. Die Experteninterviews
14.1. Wer soll gefördert werden?
14.2. Lernverständnis
14.3. Bestehende Fördermaßnahmen
14.3.1. Ausbildungsbegleitende Hilfen
14.3.2. Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen
14.3.3. Das Lerncoaching
14.4. Stellenwert der Mathematik innerhalb der Ausbildung
14.5. Der Diagnosetest
14.6. Kriterien für das Remedial Training
15. Curriculare Analyse
15.1. Lernfeld 1
15.2. Lernfeld 2
15.3. Lernfeld 3
16. Zusammenfassung der Ergebnisse
16.1. Organisatorische Bedingungen
16.2. Bedingungen an die Lehrkraft
16.3. Inhaltliche Bedingungen
16.4. Der Diagnosetest
17. Fazit und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht, wie leistungsschwache Auszubildende im Berufsfeld Bautechnik berufsbegleitend gefördert werden können, um ihren Ausbildungserfolg zu sichern. Das Ziel ist die Konzeption eines "Remedial Trainings", das kognitive und metakognitive Lernprozesse durch handlungsorientierte Lernaufgaben und mathematische Inhalte verbessert.
8.1. Zur Notwendigkeit von ergänzendem Unterricht
Das bestehende Berufsschulsystem und der darin verortete Regelunterricht erfolgt planvoll und systematisch. Lehrpläne, Lehrbücher und Prüfungen sind wesentliche Determinanten bei der Strukturierung von Unterricht. Sie definieren nicht nur die Länge und die Inhalte von Unterrichtssequenzen, sondern formulieren auch weiter implizite Eingangsvoraussetzungen betreffend des Vorwissens und setzen kurzfristig relevante Schwerpunkte innerhalb der Inhalte. Dabei wird sich stets am „Durchschnittsschüler“ orientiert (vgl. EBERLE et al., 2011, S. 1). Somit sollen alle Schüler zur gleichen Zeit dasselbe lernen (vgl. SANDFUCHS, 1990, S. 12). Das modulare Lernen entspricht soweit der Annahme, „dass sich die aufgenommenen Informationen sukzessive im Gedächtnis aufsummieren“ (LANDWEHR 2001, S. 26). Die Kritik an dem Lernverständnis des „additiven Wissenszuwachses“ (ebd.) lässt sich gut an dem relativ populären Zitat von Arthur Schopenhauer motivieren:
Zu verlangen, dass einer alles, was er je gelesen, behalten hätte, ist wie verlangen, dass er alles was er je gegessen, noch bei sich trüge.
Jedoch besteht dieser Anspruch, bedingt durch vielerlei Faktoren, weiterhin. Dies hat zur Folge, dass alle Schüler, welche bspw. im Hinblick auf Vorkenntnisse, Fähigkeiten oder Lerntempi nicht dem Durchschnitt entsprechen, kurz- oder langfristig dem Unterrichtsverlauf nicht mehr folgen können. Ein mangelndes Verständnis der Thematik führt dazu, dass Formeln auswendig gelernt und Lösungsverfahren mechanisiert werden (vgl. AEBLI, 1963, S. 63).
Kapitel I – Vorstellung ausgewählter Institutionen: Dieses Kapitel stellt das Ausbildungszentrum Bau in Hamburg vor und beleuchtet bestehende Förderangebote wie "ausbildungsbegleitende Hilfen" und die Initiative "Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen".
Kapitel II – Theoretische Fundierung: Dieser Teil erarbeitet ein Lernverständnis und analysiert Ursachen für Lernschwierigkeiten, um theoretische Grundlagen für das neue "Remedial Training" zu schaffen.
Kapitel III – Die Forschungsarbeit: Hier werden Experteninterviews ausgewertet, eine curriculare Analyse durchgeführt und die Ergebnisse zusammengetragen, um konkrete Kriterien für das Förderkonzept abzuleiten.
Berufsbildung, Bautechnik, Remedial Training, Lernschwierigkeiten, Förderunterricht, Ausbildungsbegleitende Hilfen, Kompetenzentwicklung, Lernstrategien, Metakognition, Motivation, Kausalattribution, Erlernte Hilflosigkeit, Handlungsorientiertes Lernen, Didaktik, Diagnostik.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Förderkonzepts für leistungsschwache Auszubildende im Bereich der Bautechnik am Standort Hamburg.
Zentrale Felder sind die Lernförderung in der beruflichen Bildung, die Analyse von Lernschwierigkeiten, die Wirksamkeit bestehender Maßnahmen sowie die Gestaltung individualisierter Lernarrangements.
Das Hauptziel ist die Erarbeitung eines Rahmenkonzepts ("Remedial Training"), das den erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung durch kognitive und metakognitive Unterstützung sichert.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Forschungsstrategie mit Experteninterviews zur Ermittlung von Handlungsbedarfen sowie eine ergänzende curriculare Analyse der ersten drei Lernfelder.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Lernverständnis, Lernstörungen, Ursachen) und einen empirischen Teil (Analyse von Experteninterviews, Diagnosetest und Lehrplaninhalten).
Wichtige Begriffe sind insbesondere Berufsbildung, Remedial Training, Lernstrategien, Handlungsorientierung und die Förderung benachteiligter Jugendlicher.
Die Auswertung ergab, dass über 50 Prozent der Aufgaben nicht bearbeitet wurden, was auf eine mangelnde Anwendbarkeit oder Passung für das spezifische Hamburger Schülerklientel hindeutet.
Die Experten fordern eine stärkere Individualisierung, eine Kooperation direkt am Lernort während der Arbeitszeit und eine Abkehr von der klassischen "Nachhilfe" hin zu einem integrativen Konzept.
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