Examensarbeit, 2018
87 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definition wichtiger Begriffe
2.1 Wert
2.2 Kunst
3 Kunsthistorischer Exkurs
3.1 Der*die Künstler*in – von dem*der Handwerker*in über den*die geniale*n Schöpfer*in zur Marke
3.2 Arten von Künstler*innen und die Erweiterung der Kunst
3.2.1 Marcel Duchamp: Readymades
3.2.2 Joseph Kosuth – Konzeptkunst
3.2.3 FLUXUS und der Tod des Autors*der Autorin
3.2.4 Joseph Beuys
3.2.5 Andy Warhol – Kunst, Konsum, Kommerz
4 Vom Kunstmarkt und dem kommerziellen Wert der Kunst
4.1 Der Preis
4.1.1 Provenienz
4.1.2 Original - Fälschung – Kopie
4.1.3 Zustand
4.1.4 Ästhetische Bewertung
4.1.5 Angebot und Nachfrage
4.2 Kunst und Geld
4.2.1 Kunst als Investment und Spekulationsobjekt
4.2.2 Kunst als Statussymbol
4.2.3 Kunst als Repräsentation
4.3 Der*die Händler*in
4.4 Der*die Sammler*in
4.5 Das Museum
4.6 Kunstkritik
4.6.1 Bedeutung von Kritik
4.6.2 Ist Kunstkritik tot? Ein kurzer Diskurs
4.6.3 Probleme von Kunstkritik
4.7 Der*die Künstler*in im Kunstmarkt
5 Fazit: der Preis als Qualitätsmerkmal?
Die Arbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen dem künstlerischen Schaffen und dem kommerziellen Wert von Kunstwerken, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern der (kommerzielle) Preis als valides Qualitätsmerkmal für ein Kunstwerk herangezogen werden kann.
3.2.1 Marcel Duchamp: Readymades
Marcel Duchamp hat wie kein*e Künstler*in das Verständnis von Kunst verändert. Nicht umsonst behauptet Joseph Kosuth, dass die Moderne nicht mit Manet oder dem Kubismus begonnen hätte, sondern Duchamp ihren Beginn markiert (vgl. Harrison 2003, S. 1029 f.). Duchamp störte sich an der ästhetischen Ausrichtung der Kunst und war der Meinung, dass selbst der Expressionismus die von ihm sogenannte „retinale“ Ästhetik aufgreife; er wollte sich von ebenjenen ästhetischen Ansprüchen lossagen (vgl. Galenson 2009, S. 163). Als Reaktion auf diese Ansicht entstanden seine Readymades, welche im Folgenden behandelt werden.
Die ersten Kunstgegenstände, die als Readymades bezeichnet werden können, entstanden bereits 1913/14. Jedoch gelangte Duchamp erst 1917 mit diesem Konzept zu Berühmtheit, als er ein herkömmliches Pissoir, um 180 Grad gedreht, auf einen Sockel gestellt und mit dem fiktiven Signum „R. Mutt“ versah, als „Fountain“ zu der Ausstellung der New Yorker „Society of Independent Artists“ einreichte und dieses postwendend abgelehnt wurde (Abb. 1). Duchamp und seine Unterstützer nutzten diese Reaktion, die gegen das Statut der Ausstellung verstieß, als Publicity, um die neue Kunstrichtung öffentlich zu verbreiten (vgl. Krieger 2007, S. 152).
Die Readymades trugen maßgeblich dazu bei, die herkömmliche Definition von Kunst zu hinterfragen. Sie machten klar, dass die Idee, was Kunst sei, kontextabhängig ist und dass die Bedeutung eines Werks davon abhängt, dass man es betrachtet und darüber spricht (vgl. Molesworth 1998, S. 51). Damit waren die Readymades bahnbrechend sowohl für die Kunst wie auch für die Kunstgeschichte, und eröffneten Debatten über die Bedeutung der Kunst und ihr Umfeld, besonders hinsichtlich der Frage, inwiefern die Bedeutung der Kunst auch von institutionellen Kontexten bestimmt ist (vgl. Molesworth 1998, S. 51 ff.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder Kunstmarkt und künstlerische Autorenschaft anhand der Beispiele Salvator Mundi und Wolfgang Beltracchi ein.
2 Definition wichtiger Begriffe: Es werden grundlegende Definitionen für die Begriffe Wert und Kunst im Kontext der Arbeit erörtert.
3 Kunsthistorischer Exkurs: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Künstlerbildes und analysiert prägende Strömungen wie Readymades, Konzeptkunst und Pop-Art.
4 Vom Kunstmarkt und dem kommerziellen Wert der Kunst: Es werden die Faktoren untersucht, die den Preis von Kunstwerken beeinflussen, sowie die Rollen von Sammlern, Händlern und Museen beleuchtet.
5 Fazit: der Preis als Qualitätsmerkmal?: Die Arbeit resümiert, dass der Preis im modernen Kunstmarkt nur bedingt als Qualitätsindikator dienen kann, da er durch vielfältige externe Faktoren verzerrt wird.
Kunstmarkt, Wert, Künstler, Readymades, Konzeptkunst, Kunstkritik, Provenienz, Fälschung, Auktionspreis, Sammler, Kommerzialisierung, Kunsttheorie, Ästhetik, Statue, Marke
Die Arbeit befasst sich mit der Beziehung zwischen dem künstlerischen Werk und dessen marktwirtschaftlichem Wert, insbesondere im Hinblick auf moderne und zeitgenössische Kunst.
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Wandlung des Künstlerbildes, die Rolle institutioneller und marktbasierter Akteure sowie die Mechanismen der Preisbildung bei Kunstobjekten.
Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der kommerzielle Preis eines Kunstwerkes als valides Merkmal für dessen künstlerische Qualität dienen kann.
Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Aufarbeitung sowie eine Analyse kunsttheoretischer Ansätze und ökonomischer Strukturen des Kunstmarktes.
Der Hauptteil gliedert sich in einen kunsthistorischen Exkurs zur Entwicklung des Künstlerbegriffs und eine detaillierte Analyse der marktökonomischen Faktoren, inklusive der Rollen von Kritik, Museen und Auktionshäusern.
Schlüsselbegriffe wie Kunstmarkt, Wert, Künstlerpersönlichkeit, Readymades, Konzeptkunst und die Frage nach dem Qualitätsmerkmal dominieren die Diskussion.
Kritiker fungieren als „Qualitätswahrer“ und können durch ihre Besprechungen das Renommee eines Künstlers maßgeblich mitformen, wenngleich ihr Einfluss durch ökonomische Zwänge und Marktmechanismen zunehmend in die Defensive geraten ist.
Die Provenienz belegt die Herkunft und Ausstellungsgeschichte eines Werkes, was nicht nur Sicherheit gegen Fälschungen bietet, sondern auch das Prestige und damit den Marktwert des Objekts steigert.
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