Bachelorarbeit, 2005
62 Seiten, Note: 1,3
Einführung
I. Situationsbetrachtung
1 Zur Nutzung des Internet
2 Einfluss auf die klassischen Medien: Kannibalismus?
3 Presse und Zeitschrift
4 Das Online-Engagement von Zeitschriften
II. Mediale Charakteristika der WWW-Nutzung
1 Digitalität, Multimedialität, Interaktivität
2 Das World Wide Web, ein Massenmedium?
3 Selektionszwang im Hypertext
4 Glaubwürdigkeit im Web
III. Die intermediäre Konkurrenz im Zeitschriften-Verlag
1 Der intermediäre Wettbewerb
2 Substitution, Kompensation, Komplementarität, Konvergenz
3 Modell der Nutzungssituation im WWW
4 Online-Zeitschriften im Wettbewerb
5 Strategien zum Online Publishing
6 Zum Problem der Refinanzierung
IV. Fallstudie des Special Interest-Titels Men’s Health
1 Redaktionelle Struktur
2 Das Online-Angebot MensHealth.de
Ausblick
Die Arbeit untersucht den intermediären Wettbewerb zwischen klassischen Zeitschriften und deren Online-Pendants. Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen der zunehmenden Online-Präsenz von Zeitschriftenverlagen zu analysieren und zu klären, ob es zu einer Substitution der Printmedien durch das Internet kommt oder ob sich neue, komplementäre Konvergenzmodelle etablieren.
I.1 Zur Nutzung des Internet
Das Internet ist für eine Vielzahl von Menschen bereits zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden. Vor allem werden über das Netz der Netze E-Mails verschickt, Informationen eingeholt, Bankgeschäfte getätigt und Dateien vielfältigster Art auf den heimischen Computer geladen. Aber gerade auch bei den jüngeren Nutzern wird das Bedürfnis nach Unterhaltung und Spiel online befriedigt. Die scheinbar grenzenlose Vielfalt der potenziell verfügbaren Online Inhalte kann als Abbild der Differenzierung der Lebensstile betrachtet werden. Die Probleme, die mit einer solchen Angebotsfülle einhergehen, sollen hier nicht primär erörtert werden. Ebenso wie auf viele andere Lebensbereiche hat das Internet auch Einfluss auf die Mediennutzung der Menschen: Auf der einen Seite ergänzt es die klassischen Medien um eine multimediale Medienplattform, die erstmals sowohl Text als auch Töne, (bewegte) Bilder und Animationen in digitalen Daten zu übermitteln vermag. Andererseits bietet es Zugriff auf konzeptionell neue Angebotsformen wie Online-Auktionen und -Musikläden, Preisvergleichs- Angebote, WebLogs, spezialisierte Kleinanzeigen-Datenbanken usw. und kann somit als Kommunikationsraum für neuartige Medienangebote dienen.
Das Internet birgt theoretisch das Potenzial, alle bislang etablierten Medien zu ersetzen. Darauf verweisen die bislang mehr oder weniger erfolgreichen Versuche, Funk, Fernsehen, Presse und Telefon in die Online-Nutzung zu integrieren. Waren es zu Anfang meist noch technische Hindernisse, die es zu überwinden galt, stellt sich später die Frage nach der Akzeptanz und praktischen Verwendung der Neuheiten durch die Nutzerschaft. Und obwohl die Online Nutzung mittlerweile ein fortgeschrittenes Stadium der Diffundierung bzw. Konsolidierung erreicht hat, kann nicht damit gerechnet werden, dass sie die Nutzung der klassischen Medien der interpersonalen und Massen-Kommunikation ersetzt. Die Mehrzahl der Sachverständigen ist sich einig, nach ‚Riepls Gesetz’ von 1913 durch das Hinzukommen eines neuen Mediums nicht mit einer vollständigen Verdrängung der etablierten Massenmedien zu rechnen.
Einführung: Die Arbeit thematisiert die Marktveränderungen durch das Internet und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem Verdrängungsprozess von Zeitschriften durch Online-Angebote.
I. Situationsbetrachtung: Es wird die Entwicklung der Internetnutzung sowie der Einfluss des Netzes auf klassische Medien und die Besonderheiten des Zeitschriftenmarktes beleuchtet.
II. Mediale Charakteristika der WWW-Nutzung: Dieses Kapitel analysiert technische und mediale Besonderheiten wie Digitalität, Multimedialität, Interaktivität, Selektionszwang und Glaubwürdigkeit im Web.
III. Die intermediäre Konkurrenz im Zeitschriften-Verlag: Hier werden ökonomische Begriffe wie Substitution, Kompensation und Konvergenz auf den Medienmarkt angewendet und Modelle zur Online-Strategie der Verlage entwickelt.
IV. Fallstudie des Special Interest-Titels Men’s Health: Anhand von MensHealth.de wird die praktische Umsetzung der Online-Redaktionsstrategie und das Zusammenspiel von Print- und Web-Content evaluiert.
Ausblick: Der Autor resümiert die bisherigen Entwicklungen und diskutiert zukünftige Herausforderungen für Online-Redaktionen bei der Suche nach profitablen Refinanzierungsmodellen.
Internet, Zeitschriftenmarkt, Intermediäre Konkurrenz, Online Publishing, Substitution, Kompensation, Komplementarität, Konvergenz, Massenmedium, Selektionszwang, Hypertext, Glaubwürdigkeit, Special Interest, Crossmedia, Refinanzierung
Die Arbeit untersucht den Wettbewerb zwischen klassischen Print-Zeitschriften und ihren digitalen Angeboten im Internet sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Medienbranche.
Die zentralen Themen umfassen die Veränderung der Mediennutzung, die mediale Charakteristik des World Wide Web, ökonomische Begriffe wie Substitution oder Konvergenz und die strategischen Anforderungen an Online-Redaktionen.
Die zentrale Frage ist, ob durch den Konkurrenzprozess zwischen Zeitschriften und ihren Online-Pendants mit Kannibalismus zu rechnen ist, welche Rolle dabei das Zeitbudget des Nutzers spielt und warum dies zu einer (graduellen) Verschiebung führt.
Es wird eine theoretische Analyse der medialen Bedingungen und ökonomischen Konzepte durchgeführt, die durch eine praxisorientierte Fallstudie des Online-Auftritts von "Men's Health" ergänzt wird.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der WWW-Nutzung als Medienmedium, dem Modell der Nutzungssituation im Web und den verschiedenen Strategien von Verlagen (z.B. eigenständige Redaktion vs. Zweitverwertung).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Online Publishing, Intermediäre Konkurrenz, Mediale Charakteristika, Refinanzierung im Web und der Zeitschriftenmarkt.
Da das Web als Informationsmedium genutzt wird, ist die Verlässlichkeit der Inhalte ein Hauptselektionskriterium für Nutzer; die fehlende Transparenz der Online-Quellen macht dies jedoch zu einer Herausforderung für die Anbieter.
Die Fallstudie zeigt, dass trotz des hohen Aufwands die Interaktivität im Web nur begrenzt genutzt wird und ein Großteil des Inhalts weiterhin aus adaptierten Print-Beiträgen besteht, was den angestrebten "echten" Online-Mehrwert limitiert.
Der Autor stellt fest, dass bislang kein verlässliches, eigenständiges Refinanzierungsmodell für Online-Redaktionen gefunden wurde, weshalb viele Angebote weiterhin von der Stärke und dem Imagetransfer der Print-Produkte abhängig sind.
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