Diplomarbeit, 2005
102 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
1.1 Die sechs untersuchten Kurzgeschichten
1.2 Die Gestaltung der Arbeit
2. Der Schauerroman als Gegenstand der Forschung
2.1 Der Schauerroman und seine Entstehungszeit
2.2 Der Schauerroman und seine Leserschaft
2.3 Elemente der gothic tradition
2.4 Schauerromane in England und dessen Elemente bei Poe
2.4.1. The Castle of Otranto und The Mysteries of Udolpho
2.4.2. The Monk und Frankenstein
3. Poe und seine Werke
3.1 „Ligeia”
3.1.1 Die Abtei und die gruslige Atmosphäre
3.1.2 Angst, das Übernatürliche und Inzucht als gothic elements
3.1.3 Halluzination
3.1.4 Ligeia als Dämon und das Thema der Seelenwanderung
3.1.5 Der Mord an zwei Ehefrauen
3.2 „The Fall of the House of Usher“
3.2.1 Das Schloss und die unheimliche Atmosphäre
3.2.2 Der Familienfluch und Inzest
3.2.3 Angst, Aberglaube und Halluzination
3.2.4 Eine Vampirgeschichte
3.3 „The Tell-Tale Heart“
3.3.1 Die gestörte Psyche des Erzählers
3.3.2 Todesangst und Wahnvorstellungen
3.4 „The Black Cat“
3.4.1 Die Psyche des Erzählers
3.4.2 Das Übernatürliche und die Rache der Katze
3.4.3. Seelenwanderung und das vom Teufel besessenes Tier
3.4.4 Die Ehefrau und die Katzen
3.5 „The Facts in the Case of M. Valdemar”
3.5.1 Hintergründe, Mesmerismus und eine wahre Geschichte?
3.5.2 Das Grauen: die Grenze zwischen Leben und Tod
3.5.3 Die Stimme aus dem Jenseits
3.6 „The Cask of Amontillado“
3.6.1 Das Familienmotto
3.6.2 Montresors Motiv
3.6.3 „Thousand injuries“
3.6.4 Ironie als Element um eine grauenvolle Atmosphäre zu schaffen
4. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Repräsentation und Funktion zentraler Elemente der traditionellen Gothic-Literatur (gothic elements) in ausgewählten, chronologisch angeordneten Kurzprosawerken von Edgar Allan Poe, um aufzuzeigen, wie er diese Tradition fortführt, psychologisiert und weiterentwickelt.
3.1 „Ligeia“
Nachdem Poe erste Werke veröffentlicht hat, nähert man sich laut Lubbers mit „Ligeia“ dem künstlerischen Höhepunkt Poes. Ein Jahr später erschien „The Fall of the House of Usher“, und wenn man beide Kurzgeschichten genauer untersucht, weiß man nicht, welcher man den Vorzug geben soll (siehe auch Lubbers 1961: 45). Poe selbst hielt Ligeia für die gelungenste seiner Prosaschriften (siehe auch Kelleter 1997: 175). In beiden Geschichten wird eine Frau für tot gehalten und beide scheinen irgendwelche ‚Superkräfte’ zu haben, die sie nutzen können, um den Tod zu trotzen. In beiden Erzählungen ist die „Verflochtenheit der Bezüge so stark, dass man bei der Durchsicht der kritischen Äußerungen manchem Rätselraten und Irrweg gegenübersteht“ (Lubbers 1961: 45). Die Außergewöhnlichen Geschichten bieten viele und unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten an. „Ligeia“ ist eine Liebesgeschichte, die das Gefühl unendlicher Einheit mit der einzig und innig Geliebten beschreibt.
1. Einleitung: Einführung in die Gothic-Tradition, ihre Bedeutung für Poe und Vorstellung der sechs untersuchten Erzählungen.
2. Der Schauerroman als Gegenstand der Forschung: Historische Herleitung des Schauerromans, seiner Leserschaft sowie Definition der zentralen Gothic-Elemente.
3. Poe und seine Werke: Detaillierte Einzelanalyse der sechs Kurzgeschichten hinsichtlich ihrer Gothic-Elemente, psychologischer Aspekte und Interpretationsansätze.
4. Zusammenfassung: Resümee über Poes Weiterentwicklung des Gothic-Genres hin zur psychologischen Horrorgeschichte.
Edgar Allan Poe, Gothic Tradition, Schauerroman, Horror-Geschichte, Psychologie, Angst, Seelenwanderung, Wahnsinn, Übernatürliches, Metempsychose, Mesmerismus, Tod, Literaturwissenschaft, Kurzprosa, Gothic elements
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendung und Weiterentwicklung traditioneller Gothic-Elemente in ausgewählten Kurzprosawerken von Edgar Allan Poe.
Die zentralen Felder umfassen die historische Einordnung des Schauerromans, die psychologische Fundierung von Angst und Grauen sowie die Funktion übernatürlicher Motive bei Poe.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Poe die Gothic-Tradition nicht nur kopiert, sondern durch die Zentrierung des Psychologischen und des Ich-Erzählers maßgeblich weiterentwickelt hat.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Texte in ihren gattungsgeschichtlichen Kontext stellt und durch die Auswertung zeitgenössischer Sekundärliteratur stützt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von sechs Kurzgeschichten, darunter „Ligeia“, „The Fall of the House of Usher“ und „The Black Cat“.
Schlüsselbegriffe sind Gothic Tradition, Psychologie, Wahnsinn, Seelenwanderung, Übernatürliches und der Einfluss von Opium auf die Erzählperspektive.
Die Autorin diskutiert in mehreren Kapiteln, ob bestimmte übernatürliche Ereignisse als reale Phänomene oder lediglich als halluzinatorische Wunschträume des opiumsüchtigen Ich-Erzählers zu werten sind.
Die Katze fungiert als ambivalentes Symbol, das sowohl als Haustier als auch als dämonisches Racheinstrument oder Reinkarnation auftritt, welches den Erzähler psychisch zersetzt.
In dieser Erzählung treten Ironie und Sarkasmus stark in den Vordergrund, um die grauenvolle Atmosphäre des eingemauerten Opfers zu verstärken.
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