Bachelorarbeit, 2016
37 Seiten
1. Das Konzept und die leitenden Fragen der vorliegenden Abschlussarbeit
2. Klärung der wichtigsten Wirklichkeitsbegriffe in der Literaturwissenschaft
3. Narratologische Kurzanalyse des Romans
4. Die sozialen Wirklichkeiten von Harry
4.1 Soziale Wirklichkeiten – Harry und Hermine
4.2 Soziale Wirklichkeiten – Pablo und Harry
5. Hilfsmittel bei der Überwindung der Realität
6. Einflüsse fernöstlicher Religionen
7. Bezüge zwischen der Jungschen Psychoanalyse und dem Steppenwolfroman
8. Kurze Ausschau auf die Rezeptionsgeschichte des Romans
Resümee
Resumé
Das Hauptanliegen der Arbeit besteht darin, die literarische Darstellung von Wirklichkeit und Surrealität in Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“ zu untersuchen und die Gründe für dessen verzögerten, aber massiven Erfolg bei der US-amerikanischen Hippiegeneration der 1960er Jahre zu ergründen.
Die sozialen Wirklichkeiten von Harry
In dem Roman zeigen sich verschiedene soziale Wirklichkeiten, ungleiche soziale Ebenen wie die einfache bürgerliche Welt, bzw. die Welt der Vergeisterten und Unsterblichen. Gleich am Anfang der Roman wird es vor Augen geführt, wenn Harry an der Tür des gutbürgerlichen Herausgebers klopft, um ein Zimmer zu mieten. Das Haus ist von dem Hausgeber von Harrys späteren Aufzeichnungen und seiner Tante bewohnt. Das Haus ist ein klassisches Bürgerhaus von erhabener Schlichtheit. Die beiden sind beim Mittagessen, als der unbekannte Fremde erscheint und nach dem Zimmer fragt. Für den Herausgeber ist der Unbekannte, wie sich Harry nennt, recht merkwürdig vor: „denn gesellig war dieser Mann nicht, er war in einem hohen, von mir bisher bei niemandem beobachteten Grade ungesellig, er war wirklich, wie er sich zuweilen nannte, ein Steppenwolf, ein fremdes, wildes und auch scheues, sogar sehr scheues Wesen aus einer anderen Welt als der meinigen.“ (S. 8) Er bemerkt gleich, dass Harry nicht aus einer Welt kommt, wo sich eine ordentliche bürgerliche Leben führen ließe. Die Tante ist für ihn allerdings gleich eingenommen. Der mütterliche Instinkt könnte ihr über jede Anstößigkeit von Harry hinweghelfen. Sie spürt gleich, dass dieser unbekannte Mann ein großer Wanderer ist, der einen ruhigen, ordentlichen Ort sucht, wo alles seinen rechten Platz hat: „das weiß ich ganz genau. Es riecht hier bei uns nach Sauberkeit und Ordnung und nach einem freundlichen und anständigen Leben, und das hat ihm gefallen. Er sieht aus, wie wenn er daran nicht mehr gewöhnt wäre und es entbehrt hätte.“ (S. 12) Harry vermisst „das freundliche und anständige Leben“ in gutbürgerlich geregelten Verhältnissen trotz inneren Dranges, der Mittelmäßigkeit der bürgerlichen Welt zu entfliehen. Er bleibt in diesem Milieu beheimatet.
1. Das Konzept und die leitenden Fragen der vorliegenden Abschlussarbeit: Einleitung in die Forschungsfrage zum Verhältnis von Realität und Surrealität bei Hesse sowie die Motivation hinter der Analyse.
2. Klärung der wichtigsten Wirklichkeitsbegriffe in der Literaturwissenschaft: Definition und Abgrenzung zentraler Begriffe wie Realität, Wirklichkeit und Wahrheit in einem philosophisch-literarischen Kontext.
3. Narratologische Kurzanalyse des Romans: Anwendung der Terminologie von Gérard Genette, um die Erzählstruktur und die narrative Ebene des Romans zu erschließen.
4. Die sozialen Wirklichkeiten von Harry: Untersuchung der Interaktion Harrys mit verschiedenen Charakteren wie Hermine, Pablo und Maria, die als Spiegelbilder oder Seelenführer fungieren.
4.1 Soziale Wirklichkeiten – Harry und Hermine: Analyse der komplexen Beziehung zwischen Harry und Hermine sowie deren gegenseitiger Beeinflussung.
4.2 Soziale Wirklichkeiten – Pablo und Harry: Betrachtung der Rolle Pablos als Musiker und Seelenführer, der Harry neue Perspektiven eröffnet.
5. Hilfsmittel bei der Überwindung der Realität: Diskussion des Gebrauchs von Rauschmitteln und deren Funktion bei der Grenzüberschreitung des Bewusstseins.
6. Einflüsse fernöstlicher Religionen: Analyse der buddhistischen Motive wie Samsara und Bodhi im Kontext der persönlichen Entwicklung des Protagonisten.
7. Bezüge zwischen der Jungschen Psychoanalyse und dem Steppenwolfroman: Anwendung der Begriffe Anima, Animus und Individuation auf Harrys seelische Zerrissenheit.
8. Kurze Ausschau auf die Rezeptionsgeschichte des Romans: Zusammenfassender Blick auf die Bedeutung des Romans für die Hippiebewegung und seine weltweite Wirkung.
Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Wirklichkeit, Surrealität, Narratologie, Gérard Genette, Carl Gustav Jung, Psychoanalyse, Buddhismus, Individuation, Rezeptionsgeschichte, Hippiebewegung, Harry Haller, Hermine, Magisches Theater.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Realität und Surrealität im Roman „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse unter Berücksichtigung literarischer und psychologischer Aspekte.
Die Analyse umfasst narratologische Strukturen, die Bedeutung sozialer Kontakte, den Einfluss fernöstlicher Spiritualität sowie die Anwendung der Jungschen Psychoanalyse auf den Protagonisten.
Die Arbeit fragt danach, wie Hesse Wirklichkeit darstellt und welche Gründe für den großen Erfolg des Romans bei der US-amerikanischen Hippiegeneration der 1960er Jahre verantwortlich waren.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die narratologische Ansätze von Gérard Genette mit psychoanalytischen Theorien von C.G. Jung kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Wirklichkeitsbegriffen, die soziale Dynamik der Romanfiguren, die Rolle von Rauschmitteln, religiöse Einflüsse und die psychologische Entwicklung des Romanhelden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Realität, Surrealität, Jungsche Psychoanalyse, Buddhismus, Individuation und die spezifische Rezeption des Romans in den 1960er Jahren.
Hermine fungiert als „Seelenführerin“, die Harry hilft, seine einseitige bürgerliche Sichtweise zu überwinden und seine Persönlichkeit im Sinne der Individuation zu erweitern.
Es dient als metaphorischer Raum, in dem Harry seine unterbewussten Anteile konfrontieren und lernen kann, die Realität jenseits konventioneller Grenzen wahrzunehmen.
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