Bachelorarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Vergangene Wirtschaftskrisen
2.1 Tulpenwahnsinn
2.2 Südseeblase
2.3 1929 und der „schwarze Freitag“
2.4 Dotcom-Blase
2.5 Subprime-Krise
3 Krisen – Börse – Spekulation
3.1 Spekulationsblasen
4 Geld – Gier – Gott
4.1 Quellen der Gier
4.2 Gier - Definition
4.3 Angeborene/Biologische Gier
4.4 Entstandene/kulturelle Gier
5 Spiel – Trieb – Sucht
5.1 Börsenspekulation
6 Fazit & Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen menschlicher Gier, psychologischen Faktoren wie dem Spieltrieb und der Entstehung von globalen Finanzkrisen. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern menschliches Verhalten als maßgeblicher Faktor für die Entstehung von Spekulationsblasen und wirtschaftlichen Zusammenbrüchen herangezogen werden kann.
2.1 Tulpenwahnsinn
Schon im frühen 17. Jahrhundert verfielen die Niederlande der sogenannten „Tulpenmanie“. Die Tulpenmanie kann als die erste – zumindest dokumentierte – Spekulationsblase in der Geschichte des Wirtschaftsgeschehens der Menschheit angesehen werden (vgl. Shiller 2005, S. 85). Erst die Leidenschaft und dann die Gier führten zu […] Tulpenblasen (Putnoki 2010, S. 11). Essentiell für eine Spekulationsblase ist, wie wir weiter unten sehen werden, eine florierende Wirtschaft, in welche Individuen investieren wollen, da genug Geld vorhanden ist. Angefangen hat es, als die exotische Tulpe zum Statussymbol wurde und die Nachfrage, nach möglichst ausgefallen Sorten, die Preise steigen ließ (vgl. ebd. S. 11).
Ausgefallene Sorten entstanden hauptsächlich durch einen Mosaikvirus, der auf die Blumen übergriff und bewirkte, dass die Tulpen marmorierte Blütenblätter und gefranste, gewellte Ränder entwickelten. An oberster Begierde exotischer Tulpen stand dann die sogenannte „Semper Augustes“ (vgl. von Petersdorff-Campen 2008, S. 23). So schreibt die Kulturwissenschaftlerin Susanne Heliosch: „An ihren makellos weißen Blütenblättern verlaufen rubinrote, flammende Aderchen, und das Hellblau ihres Kelchgrunds erscheint wie die Spiegelung eines heiteren Frühlingshimmels“ (Heliosch z.n. ebd. S. 23). Diese wundervolle Blüte also, die zu Beginn als Statussymbol galt, gewann rasch an Beliebtheit und wurde stets teurer.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Persistenz von Finanzkrisen ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Gier und wirtschaftlichen Zusammenbrüchen.
2 Vergangene Wirtschaftskrisen: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über bedeutende Spekulationsblasen wie den Tulpenwahnsinn, die Südseeblase und die Subprime-Krise.
3 Krisen – Börse – Spekulation: Hier werden die Mechanismen von Spekulationsblasen definiert und die Phasen ihres Entstehens sowie ihre Voraussetzungen analysiert.
4 Geld – Gier – Gott: Dieses Kapitel differenziert Gier aus biologischer, psychologischer und soziologischer Sicht und beleuchtet die Rolle des Geldes als modernes Äquivalent für religiöse Werte.
5 Spiel – Trieb – Sucht: Der Autor untersucht die Parallelen zwischen Börsenspekulation und Glücksspiel sowie die Rolle des Spieltriebs bei Anlegern.
6 Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein Umdenken hin zu einer Ära der Mäßigung, in der Moral und Realismus das bedenkenlose Profitstreben ersetzen.
Gier, Finanzkrise, Spekulationsblase, Börse, Spieltrieb, Habgier, Kapitalismus, Neuroökonomie, Tulpenmanie, Subprime-Krise, Risikobereitschaft, Gewinnmaximierung, Psychologie, Wirtschaftskrise, Anlegerverhalten
Die Arbeit untersucht den Einfluss der menschlichen Gier auf die Entstehung von Finanzkrisen und wie psychologische Faktoren an den Börsen zu Spekulationsblasen führen.
Die zentralen Themen sind historische Wirtschaftskrisen, die Definition und Herkunft von Gier, die Neuroökonomie des Investierens sowie die Ähnlichkeiten zwischen Börsenhandel und Glücksspiel.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwiefern und in welchem Ausmaß kann menschliche Gier zur Erklärung von Finanzkrisen herangezogen werden?“
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die theoretische Ansätze aus Psychologie, Soziologie, Theologie und Neuroökonomie mit historischen Wirtschaftsdaten verknüpft.
Der Hauptteil analysiert vergangene Krisen, definiert die Ursachen für Gier (biologisch vs. kulturell) und untersucht, wie der Spieltrieb an der Börse spekulatives Verhalten beeinflusst.
Wichtige Begriffe sind Gier, Finanzkrise, Spekulationsblase, Börse, Spieltrieb und Neuroökonomie.
Der Autor stützt sich auf Betz und Kirstein, wobei Gier ein allgemeiner Antrieb ist, während Habgier als eine maßlose, übersteigerte und rücksichtslose Form der Geldgier definiert wird.
Der Vergleich dient dazu, das irrationale Verhalten von Spekulanten zu verdeutlichen, die getrieben vom „schnellen Kick“ und positiver Gewinnerwartung blind gegenüber den tatsächlichen Risiken handeln.
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