Bachelorarbeit, 2016
75 Seiten
1. Einleitung
1.1. Ziel der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Theorie und aktueller Forschungsstand
2.1. Überblick und Datenerfassung der Migrantensituation
2.2. Theorie der sozialen Identität
2.3. Der ethnisch geteilte Arbeitsmarkt
2.4. Die Diskriminierungstheorie von Becker
2.4.1. Der Forschungsstand von Diskriminierung am Arbeitsplatz
2.5. Die Akkulturationstheorie von Berry
3. Empirischer Teil: Das Interview
3.1. Beschreibung der Datenbasis
3.2. Aufbau des Interviews
3.3. Auswahl der Befragten
3.4. Auswertungsverfahren
4. Analyse und Befunde der Felduntersuchung
4.1. Ressentiments in der Schul- und Studiumszeit
4.2. Erhöhter Leistungsdrang aufgrund Diskriminierung und Stereotypisierung
4.3. Diskriminierung im Bewerbungsprozess
4.4. Geringeres Selbstbewusstsein und Selbstzweifel
4.5. Identitätskrise
5. Zusammenfassung und Prognose
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Untersuchung der Hindernisse und Chancenungleichheiten, mit denen hochqualifizierte Migranten (insbesondere Hochschulabsolventen) am deutschen Arbeitsmarkt konfrontiert sind. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Art der Benachteiligungen, die Diskriminierungsprozesse und die Entstehung von herkunftsbezogenem Akkulturationsstress.
2.4. Die Diskriminierungstheorie von Becker
Gary S. Becker war 1971 einer der ersten Ökonomen, die soziologische Themen, wie rassistische Diskriminierung, mit ökonomischen Analysen verbunden und erforscht haben. Die Forschungsergebnisse aus seinem Werk The economics of discrimination (1971) stellen mittlerweile einen Grundriss für sämtliche Diskriminierungstheorien dar. Diskriminierung ist laut Becker definiert als eine Situation, in der ein Unternehmer gewillt ist, Einbußen zu erleiden, um eine Geschäftstransaktion oder einen Vertrag mit jemandem nicht einzugehen, dessen Charakterzüge bzw. dessen Wesensart sich von seinen bekannten Mustern unterscheiden.
Er beschreibt es als „if an individual has a „taste for discrimination“ he must act as if he were willing to pay something, either directly or in the form of a reduced income, to be associated with some persons instead of others“ (Becker 1971, S. 14). Diese erwähnten „tastes“ sind persönliche Präferenzen, die Individuen als Entscheidungskriterien anführen. Die „tastes“ sind also Attribute, die man nicht mit Geld messen kann und die folglich wesentliche Faktoren sind, weshalb es zu einer ethnischen Unterscheidung kommt, und die das Verhalten eines Individuums am Arbeitsmarkt beeinflussen bzw. prägen (vgl. Becker 1971, S. 15). Im Kontext dieser Ausarbeitung werden zwei Arbeitnehmer unabhängig von ihren qualifizierten Kompetenzen unterschiedlich behandelt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Chancenungleichheit von Migranten am deutschen Arbeitsmarkt ein und definiert die zentralen Zielsetzungen der Arbeit.
2. Theorie und aktueller Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über die aktuelle Migrantensituation in Deutschland und erläutert relevante Theorien wie die soziale Identitätstheorie, die Diskriminierungstheorie nach Becker und die Akkulturationstheorie von Berry.
3. Empirischer Teil: Das Interview: Hier werden die methodische Vorgehensweise, der Aufbau der leitfadengestützten Tiefeninterviews, die Kriterien zur Auswahl der Befragten sowie das Auswertungsverfahren detailliert beschrieben.
4. Analyse und Befunde der Felduntersuchung: In diesem Hauptteil werden die durch Interviews gewonnenen Daten analysiert und die Erfahrungen der Migranten hinsichtlich Diskriminierung, Leistungsdruck, Selbstzweifel und Identitätskrisen dargestellt.
5. Zusammenfassung und Prognose: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige politische und gesellschaftliche Maßnahmen zur Verbesserung der Integrationsbedingungen am Arbeitsmarkt.
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Die Arbeit analysiert kritisch die Chancenungleichheiten, mit denen hochqualifizierte Migranten bei ihrem Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt sowie im beruflichen Alltag konfrontiert werden.
Die Arbeit behandelt die Themen Diskriminierung, ethnische Segregation am Arbeitsmarkt, psychologische Auswirkungen wie Akkulturationsstress und die Auswirkungen von Stereotypisierungen auf die berufliche Laufbahn.
Ziel ist es, die Hindernisse und Einschränkungen für Hochschulabsolventen mit Migrationshintergrund aufzudecken und zu verstehen, warum Qualifikation allein oft nicht ausreicht, um Diskriminierung zu verhindern.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Forschungsstände und einer qualitativen empirischen Untersuchung durch biographische Tiefeninterviews mit sechs Betroffenen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Interviewergebnisse, insbesondere auf die Themen Ressentiments während der Schulzeit, Leistungsdruck, Diskriminierung im Bewerbungsverfahren sowie psychische Folgen wie Minderwertigkeitskomplexe.
Zentrale Begriffe sind Hochqualifizierte Migranten, Diskriminierung, Akkulturationsstress, ethnisch geteilter Arbeitsmarkt und Chancenungleichheit.
Die Arbeit zeigt, dass Betroffene oft versuchen, durch extremen Leistungsdrang und Überanstrengung Anerkennung zu gewinnen, um dem negativen Bild von Migranten entgegenzuwirken.
Gate Keeper sind Institutionen oder Akteure, die in Spitzenpositionen darüber entscheiden, wer Zugang zu Stellen erhält; sie fungieren häufig als Filter, die aufgrund subjektiver Vorurteile gegen Migranten entscheiden.
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