Fachbuch, 2018
113 Seiten
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Verständnis von Behinderung
3 Politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung
3.1 Geschichtliche Perspektive
3.2 Rechtliche Perspektive
3.3 Philosophisch-ethische Perspektive
3.4 Sozialarbeiterische Perspektive
4 Politische Bildung als Voraussetzung für politische Teilhabe
4.1 Inklusive politische Bildung
4.2 Elemente inklusiver politischer Bildung
5 Zwischenfazit
6 Konzept zur politischen Teilhabe für Menschen mit kognitiven Einschränkungen im Kontext der Ambulant Begleiteten Wohnformen
6.1 Ausgangslage
6.2 Die Wurzeln der Lebenshilfe
6.3 Lebenshilfe der Region Baden-Baden – Bühl – Achern e.V.
7 Das Konzept der politischen Teilhabe in der Praxis
7.1 Eltern- und Angehörigenarbeit
7.2 Öffentlichkeitsarbeit
7.3 Fort- und Weiterbildung
7.4 Politische Bildungsangebote
7.5 Herausforderungen
8 Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein konzeptionelles Modell zu entwickeln, das Menschen mit kognitiven Einschränkungen in ambulant begleiteten Wohnformen eine aktivere politische Teilhabe ermöglicht. Dabei wird untersucht, wie politische Bildung, Empowerment und sozialraumorientierte Ansätze in die bestehenden Strukturen der Behindertenhilfe integriert werden können, um Barrieren abzubauen und die Selbstbestimmung zu stärken.
3.3.1 Kategorischer Imperativ nach Immanuel Kant
Immanuel Kant (1724-1804), einer der bedeutendsten Philosophen der Neuzeit, galt als ein Hauptvertreter der europäischen Aufklärung. Die Menschen sollten zu selbstbestimmten Individuen mit Rechten und Pflichten werden. Mit seiner Philosophie läutete er eine neue Zeit in der Philosophiegeschichte ein.
Er prägte eine Ethik, die moralische Regeln reflektiert, die nicht nur aus dem Glauben resultieren. Kant war gläubiger Christ und wollte seine Moral jedoch auf die reine Vernunft stellen, nicht nur auf christliche Glaubenssätze. Kants Grundgedanken formulierte er im Kategorischen Imperativ: „daß ich auch wollen könne, meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden.“ Es war eine erste Formulierung des moralischen Willensprinzips. Dieser Leitsatz war eine Neuformulierung der Goldenen Regel des Neuen Testaments: „Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!“ Der Prüfstein für eine moralische Regel ist laut Kant, ob man aus der eigenen Handlung ein allgemeines Gesetz machen kann. Der gute Wille war für Kant entscheidend und er forderte, der Mensch solle so handeln, dass er die Menschheit sowohl in seiner Person als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit und zugleich als Zweck, niemals als Mittel brauche. Das bedeutet, dass man die Menschen nicht instrumentalisieren darf und nicht als Mittel zum Zweck benutzen. Kant war der Wegbereiter der modernen Menschenrechte. Er prägte den Würdebegriff und die im Grundgesetz Artikel 1 formulierte Forderung mit. Für ihn hat die Würde keinen Preis und sie ist nicht verhandelbar. Die Würde eines Menschen ist der Wert, der ihm um seinetwillen zukommt.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung des Themas aus einem konkreten politischen Bildungsangebot und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel betrachtet den Begriff Behinderung aus verschiedenen rechtlichen und wissenschaftlichen Blickwinkeln und definiert kognitive Einschränkungen.
3 Politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung: Hier wird die Teilhabesituation aus geschichtlicher, rechtlicher, philosophischer und sozialarbeiterischer Perspektive beleuchtet.
4 Politische Bildung als Voraussetzung für politische Teilhabe: Das Kapitel thematisiert die Notwendigkeit und Methoden inklusiver politischer Bildung, insbesondere für Menschen mit kognitiven Einschränkungen.
5 Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst die bisherigen theoretischen Erkenntnisse zusammen und leitet zum konzeptionellen Teil über.
6 Konzept zur politischen Teilhabe für Menschen mit kognitiven Einschränkungen im Kontext der Ambulant Begleiteten Wohnformen: Es wird die Ausgangslage der Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl – Achern e.V. dargestellt und die Zielgruppe beschrieben.
7 Das Konzept der politischen Teilhabe in der Praxis: Dieses Kapitel gibt konkrete Impulse für die Eltern- und Angehörigenarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung sowie zur Umsetzung von Bildungsangeboten.
8 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Herausforderungen für die Praxis der Sozialen Arbeit.
Politische Teilhabe, Menschen mit kognitiven Einschränkungen, Ambulant Begleitetes Wohnen, Inklusion, Politische Bildung, Empowerment, Sozialraumorientierung, Menschenrechte, UN-BRK, Lebenshilfe, Selbstbestimmung, Partizipation, Leichte Sprache, Mitbestimmung, Behindertenhilfe.
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit kognitiven Einschränkungen in ambulant begleiteten Wohnformen aktiv an politischen Prozessen teilhaben können und welche konzeptionellen Ansätze dafür in der Sozialen Arbeit notwendig sind.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung politischer Teilhabe, die Bedeutung inklusiver politischer Bildung, die Rolle von Empowerment und Sozialraumorientierung sowie die praktische Umsetzung in den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe.
Das Ziel ist die Entwicklung eines anwendungsorientierten Konzepts, das Barrieren für Menschen mit kognitiven Einschränkungen abbaut und ihre Rolle als gleichberechtigte Bürger und Akteure stärkt.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Reflexion praktischer Erfahrungen und der Übertragung sozialwissenschaftlicher Fachkonzepte auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderung basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit Teilhabe und politischer Bildung sowie einen konzeptionellen Teil, der konkrete Maßnahmen für die Praxis (z.B. Elternarbeit, Netzwerkarbeit, Bildungsangebote) entwirft.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Politische Teilhabe, Empowerment, Sozialraumorientierung, Inklusion und Lebenshilfe charakterisiert.
Leichte Sprache wird als ein wesentliches Instrument identifiziert, um den Zugang zu politischen Informationen und Dokumenten für Menschen mit kognitiven Einschränkungen barrierefrei zu gestalten.
Die Arbeit zeigt, dass Angehörige einen starken Einfluss auf die Meinungsbildung haben und häufig aufgrund von Schutzinstinkten eine selbstständige politische Positionierung ihrer Kinder unbewusst behindern können.
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