Examensarbeit, 2016
61 Seiten, Note: 1,7
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Die Episode
2.1 Episodenfilm
2.2 Omnibus- oder Kollektivfilm
2.3 Ensemblefilm
3. Der Kurzfilm
3.1 Die Geschichte des Kurzfilms
3.2 Überlegungen zu einer Geschichte des Kurzfilms
3.3 Der Kurzfilm in Kino und Fernsehen
3.4 Kurzfilminstitutionen
3.5 Kurzfilmgattungen
4. Narration und Dramaturgie im Kurzfilm
4.1 Narration
4.2 Dramaturgie
5. Das Handlungsgerüst
6. Protagonisten
7. Paris, je t’aime
7.1. Loin du 16 (Walter Salles, Daniela Thomas)
7.1.1 Inhalt
7.1.2 Gattung
7.1.3 Narration und Dramaturgie
7.1.4 Handlungsgerüst
7.1.5 Protagonisten
7.2 Quartier de Madeleine (Vincenzo Natali)
7.2.1 Inhalt
7.2.2 Gattung
7.2.3 Narration und Dramaturgie
7.2.4 Handlungsgerüst
7.2.5 Protagonisten
7.3 Bastille (Isabel Coixet)
7.3.1 Inhalt
7.3.2 Gattung
7.3.3 Narration und Dramaturgie
7.3.4 Handlungsgerüst
7.3.5 Protagonisten
7.4 Quais de Seine (Gurinder Chadha)
7.4.1 Inhalt
7.4.2 Gattung
7.4.3 Narration und Dramaturgie
7.4.4 Handlungsgerüst
7.4.5 Protagonisten
7.5 14. Arrondissement (Alexander Payne)
7.5.1 Inhalt
7.5.2 Gattung
7.5.3 Narration und Dramaturgie
7.5.4 Handlungsgerüst
7.5.5 Protagonisten
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Episodenfilm als Kurzfilm klassifiziert werden kann. Anhand einer theoretischen Herleitung der Begriffe Episode, Episodenfilm sowie Kurzfilm und einer detaillierten Analyse ausgewählter Episoden aus dem Film "Paris, je t’aime" soll die formale und inhaltliche Struktur dieser Gattungen gegenübergestellt und beurteilt werden.
3.1 Die Geschichte des Kurzfilms
Grundsätzlich sind die Herstellungsmethoden und Produktionsabläufe eines Kurz- und Langfilms identisch: Beide erzählen eine Geschichte und bedienen sich dabei verschiedenster Genres und behandeln unterschiedliche Themen. „Die Aufgabenverteilung am Set und in der Post-Produktion, Kamera, Ton und Licht, Schnitt und Musik, alle Komponenten greifen in beiden Medien gleichermaßen ineinander“ (Melzener 2010: 11).
Doch was ist eigentlich ein Kurzfilm? Die Bezeichnung „Kurzfilm“ ist als genreübergreifender Begriff zu sehen, welcher sich grob nach zwei Kriterien unterscheiden lässt: Zum einen gibt es die Abgrenzung des Kurzfilms vom Langfilm bzw. Episodenfilm, welche sich durch die Länge des Films ergibt (vgl. Behrendt 2007: 390). Also ein Film „der drei Filmrollen bzw. eine Dauer von 30 Minuten nicht übersteigt“ (ebd.: 390). Zum anderen gibt es die Abgrenzung der unterschiedlichen Gattungen des Kurzfilms untereinander, welche vom Kurzspielfilm bis hin zum Experimentalfilm reichen.
1895 beginnt die Filmgeschichte mit dem Kurzfilm (vgl. ebd.: 390). Der Anfang lag in Hollywood, wo besonders während des Ersten Weltkrieges mit Kurzfilmen experimentiert wurde (vgl. Kurzfilmseite: 22.07.2016). Das Attribut der Kürze wurde ihnen allerdings erst später zugesprochen. Die frühen Regisseure hatten ihre produzierten Einakter nicht ausschließlich als Kurzfilme bezeichnet (vgl. Heinrich 1997: 3). Die geringe Länge der Filme aus der war damit zu erklären, dass damals die nötige Aufnahme und Projektionstechnik sowie das Filmmaterial noch nicht entwickelt waren (vgl. ebd.: 3).
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Mediums Film und die Notwendigkeit der theoretischen Einordnung sowie Abgrenzung von Kurz- und Episodenfilmen.
2. Die Episode: Theoretische Untersuchung des Begriffs der Episode und Differenzierung der Unterkategorien Episoden-, Omnibus- und Ensemblefilm.
3. Der Kurzfilm: Analyse der historischen Entwicklung, der Institutionen und der gängigen Kurzfilmgattungen.
4. Narration und Dramaturgie im Kurzfilm: Erläuterung der Bedeutung von Erzählstrukturen und dramaturgischen Mustern in der Kurzfilmproduktion.
5. Das Handlungsgerüst: Untersuchung der strukturellen Anforderungen an ein Kurzfilm-Handlungsgerüst und dessen Bedeutung für die Rezipienten.
6. Protagonisten: Analyse der Charakterdarstellung und der Funktion der Figuren im Kontext der begrenzten Spielzeit des Kurzfilms.
7. Paris, je t’aime: Detaillierte Analyse ausgewählter Episoden des Films unter Anwendung der erarbeiteten theoretischen Kriterien.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der Analyseergebnisse.
Kurzfilm, Episodenfilm, Omnibusfilm, Ensemblefilm, Filmanalyse, Paris je t'aime, Narration, Dramaturgie, Filmgeschichte, Handlungsgerüst, Protagonisten, Kurzspielfilm, Dokumentarfilm, Filmtheorie, Rezeption
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie der Episodenfilm als Kurzfilm definiert werden kann und welche strukturellen Merkmale beide Formen verbinden.
Die zentralen Felder umfassen die Begriffsdefinitionen des Episoden- und Kurzfilms, deren Produktionsgeschichte sowie die dramaturgischen und narrativen Strukturen, die einen Kurzfilm ausmachen.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwieweit der Episodenfilm als Unterkategorie oder Form des Kurzfilms betrachtet werden kann.
Es handelt sich um eine literaturgestützte Theorieanalyse, ergänzt durch eine qualitative Fallbeispielanalyse des Episodenfilms "Paris, je t’aime".
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition der Filmtypen und einen praktischen Analyseteil, in dem fünf ausgewählte Episoden aus "Paris, je t’aime" nach festen Kriterien untersucht werden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kurzfilm, Episodenfilm, Narration, Dramaturgie, Filmanalyse und die Untersuchung der "Paris, je t’aime"-Episoden.
Der Kurzfilm muss aufgrund seiner begrenzten Zeit sehr präzise narrativ gestaltet sein; die Charakterisierung ist oft archetypisch, da keine Zeit für langwierige Entwicklungen bleibt.
Der Ort fungiert als verbindendes Element, das die ansonsten inhaltlich unabhängigen Kurzfilme zu einem Gesamtwerk zusammenführt.
Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine Form des Episodenfilms handelt, die eine Sammlung von Kurzfilmen unter einem gemeinsamen Rahmenkonzept darstellt.
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