Doktorarbeit / Dissertation, 2016
151 Seiten, Note: 2,0
1 Grundlagen
1.1 Der Berufsstand der Steuerberater
1.2 Der Weg zur Vergütungsverordnung für Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften (StBVV)
1.3 Steuerberatungsvertrag und Honorarvereinbarungen
2 Vergütungsverordnung für Steuerberater (StBVV)
2.1 Umsetzung
2.2 Transparenz
2.3 Leistungsabdeckung
3 Beurteilung des Marktes für steuerliche Dienstleistungen
3.1 In welchen Bereichen weicht der Markt für steuerliche Dienstleistungen von den Kriterien des vollkommenen Marktes ab?
3.2 In welcher Weise tangieren die Staatseingriffe die vier Kriterien des homogenen Marktes?
3.3 Inwieweit ergibt sich aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eine Marktregulierung?
3.4 Welchen Einfluss haben die Deregulierungsbemühungen der EU auf das freiberufliche Gebührenrecht in Deutschland?
4 Evaluation
4.1 Auswertung der durchgeführten Steuerberaterumfrage
4.2 Verbesserungsvorschläge zur Anwendung der StBVV
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV 2013) auf die Honorarpolitik von Einzelkanzleien, analysiert die Markttransparenz und den Wettbewerb unter Berücksichtigung von EU-Deregulierungsbemühungen sowie der staatlichen Marktregulierung in Deutschland.
1.1 DER BERUFSSTAND DER STEUERBERATER
Im Gegensatz zur Rechtsberatung, die auf eine sehr lange Tradition zurückblicken kann, ist der steuerberatende Beruf als vergleichsweise jung einzustufen (Pausch 1978, S. 313) (Pausch 1984, S. 129). Als Vorläufer des steuerberatenden Berufes sind die sogenannten „Bücherrevisoren“ anzusehen, die trotz ihrer beratenden und treuhänderischen Tätigkeiten steuerrechtlich als „Gewerbetreibende“ eingeordnet wurden, so wie auch die Steuerberatung insgesamt noch bis 1935 als gewerbliche Tätigkeit eingeordnet wurde (Huber 1953, S. 781). Rechtsanwälte und Notare gehören zu den klassischen Berufen der Rechtspflege. Steuerberater sind „Kinder der Neuzeit“ und seit dem Beginn der Industrialisierung spezialisiert auf die mit dem Wirtschaftswachstum ansteigenden Steuern und Staatsbedürfnisse. Heute gehören sie wie die freiberuflichen Ärzte, Juristen usw. zu den sogenannten Katalogberufen des EStG.
Der eigentliche Beginn der steuerberatenden Berufe in Deutschland liegt in der Zeit nach 1919. Mit dem Beginn der Weimarer Verfassung und dem Siegeszug der Einkommensteuer zur Finanzierung der gewaltigen Kriegslasten berechtigte die Reichsabgabenordnung (RAO) die Oberfinanzpräsidenten dazu, einzelne Personen „zur Vertretung anderer Personen in Steuersachen“ zuzulassen. Aus diesen staatlich zugelassenen Personen entstand das Berufsbild des modernen Steuerberaters (Pausch 1977, S. 269, 301).
1 Grundlagen: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und rechtliche Einordnung des steuerberatenden Berufsstandes sowie die Entstehung der Steuerberatervergütungsverordnung und die Relevanz des Steuerberatungsvertrages.
2 Vergütungsverordnung für Steuerberater (StBVV): Dieses Kapitel analysiert die praktische Umsetzung der StBVV, die Aspekte der Honorartransparenz und den Umfang der Leistungsabdeckung durch die neue Verordnung.
3 Beurteilung des Marktes für steuerliche Dienstleistungen: Es erfolgt eine ökonomische Analyse, wie der steuerberatende Markt von Idealtypen wie dem vollkommenen Markt abweicht, und es werden die Auswirkungen staatlicher Regulierung und EU-rechtlicher Vorgaben untersucht.
4 Evaluation: Hier werden die Ergebnisse der empirischen Umfrage unter Steuerberatern in Einzelkanzleien zu Themen wie Honoraranpassung, Mandantenzufriedenheit und Verbesserungsvorschlägen präsentiert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Berufsstandes unter dem Druck europäischer Harmonisierungsbestrebungen.
Berufsstand, Steuerberatervergütungsverordnung, Steuerberatungsvertrag, Honorarabrechnung, Regulierter Markt für Dienstleistungen, Steuerberaterumfrage, Analyse, Deregulierung, StBVV, Honorarpolitik, Markttransparenz, EU-Recht, Einzelkanzleien, Preisgestaltung, Staatseingriffe
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der im Dezember 2012 eingeführten Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) auf die Honorarpolitik und das Mandatsverhältnis in deutschen Steuerberatereinzelkanzleien.
Die zentralen Themen umfassen die Honorarstruktur von Steuerberatern, die Anwendung der gesetzlichen Gebührenordnungen, die Marktregulierung durch den Staat sowie die Auswirkungen europäischer Deregulierungsbemühungen.
Das Ziel ist es, mittels einer Umfrage aufzuzeigen, wie sich das Zusammenspiel zwischen Steuerberatern und Mandanten hinsichtlich der Honorarabrechnungen seit 2013 verändert hat und ob diese Anpassungen zu mehr Transparenz geführt haben.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus vergleichenden Literaturanalysen (Desk Research) und einer quantitativen empirischen Umfrage (Field Research) unter Steuerberatern in Nordrhein-Westfalen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des steuerberatenden Berufs, die detaillierte Analyse der Vergütungsverordnung sowie eine ökonomische Beurteilung des steuerlichen Dienstleistungsmarktes im Kontext von Marktunvollkommenheiten.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Berufsstand, StBVV, Honorarpolitik, Marktregulierung, Deregulierung, Steuerberatungsvertrag und Mandantenkommunikation.
Die Pauschalvergütung wird als eine Form der Vereinbarung hervorgehoben, die zwingend schriftlich zu erfolgen hat und bei der die Tätigkeiten sowie die Laufzeit klar definiert sein müssen, um rechtssicher zu sein.
Der Autor schlussfolgert, dass die Ablösung der StBGebV durch die StBVV nicht zwingend notwendig war, da sich für den Berufsstand keine wesentlichen Änderungen hinsichtlich Umsatz und Ertrag ergeben haben, jedoch die Transparenz in der Honorargestaltung ein wichtiges Thema bleibt.
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