Magisterarbeit, 2004
118 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Grundlagen der Medienpolitik der Regierung Bush
2.1 Die Politik der Geheimhaltung
2.1.1 Der schwindende Wert der Informationsfreiheit
2.1.2 Politische und strafrechtliche Verfolgung „undichter Stellen“
2.2 Ausgeweitete Überwachungsbefugnisse
3. Herausgabe und gezielte Verbreitung von Nachrichten durch die Regierung Bush
3.1 Vorgabe von Interpretationsrahmen
3.2 Die Nachricht des Tages
3.3 Image und Inszenierung
3.4 Propaganda-Maßnahmen
4. Zurückhaltung und Zensur von Nachrichten durch die Regierung Bush
4.1 Informationsverweigerung
4.2 Benachteiligung kritischer Journalisten
4.3 Zensurmaßnahmen
4.4 Informationskontrolle im Afghanistan-Krieg
4.5 Beschränkter Zugang zum Pentagon
4.6 Informationskontrolle im Irak-Krieg
5. Selbstzensur: Die Reaktion der Medien
6. Medienpolitik in Krisenzeiten
6.1 Historischer Kontext
6.2 Konklusion
Die Arbeit untersucht, wie die US-Regierung unter George W. Bush nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die mediale Berichterstattung beeinflusste. Das zentrale Forschungsziel ist die Analyse der verschiedenen Strategien, die von staatlicher Seite ergriffen wurden, um den Informationsfluss zu kontrollieren, die öffentliche Meinung zu steuern und kritische Berichterstattung zu minimieren.
3.1 VORGABE VON INTERPRETATIONSRAHMEN
Sowohl die Medien als auch die Regierung können durch die Vorgabe bestimmter Rahmen (frames) die Interpretation von Ereignissen beeinflussen. Als Framing wird dabei der zentrale Prozess bezeichnet, durch den Regierungsmitglieder und Journalisten politischen Einfluss aufeinander und auf die Öffentlichkeit ausüben. Das framing von Ereignissen, Themen und Akteuren ist somit Bestandteil erfolgreicher politischer Kommunikation: Die gegebenen Rahmen fördern eine bestimmte Wahrnehmung und Interpretation, von der die eine Seite profitiert, während die andere gehemmt wird. Nach Ansicht des Kommunikationswissenschaftlers Robert Entman beinhaltet dieser Prozess die Auswahl und Betonung einiger Facetten von Ereignissen oder Themen sowie die Herstellung von Verbindungen zwischen ihnen, die einer bestimmten Interpretation, Bewertung und Lösung förderlich sind.
Auch im Fall der Terroranschläge des 11. September beeinflusste der von Präsident Bush gewählte Rahmen die Interpretation der Ereignisse gewaltig. Schon am Tag nach den Anschlägen definierte der Präsident diese als „acts of war“. Während der gleichen Ansprache kündigte Bush an: „This will be a monumental struggle of good versus evil (…).“ In den folgenden Wochen und Monaten wiederholten Bush selbst, aber auch Vizepräsident Cheney, Secretary of State Powell und andere Regierungsmitglieder die gleichen Begriffe. Somit wurde das Problem - die Ereignisse des 11. September - in einfachen, klaren Worten als Kriegsakt definiert und als Ursache das „Böse“ selbst (evil) identifiziert.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Medienpolitik der Bush-Administration nach dem 11. September 2001 sowie der methodischen Vorgehensweise.
2. Grundlagen der Medienpolitik der Regierung Bush: Analyse der Politik der Geheimhaltung und der massiven Ausweitung von Überwachungsbefugnissen.
3. Herausgabe und gezielte Verbreitung von Nachrichten durch die Regierung Bush: Untersuchung der aktiven Steuerung von Berichterstattung durch Framing, PR-Events und Propaganda-Maßnahmen.
4. Zurückhaltung und Zensur von Nachrichten durch die Regierung Bush: Darstellung der Methoden der Informationsverweigerung, Zensur und Kontrolle in den Kriegen in Afghanistan und im Irak.
5. Selbstzensur: Die Reaktion der Medien: Analyse des freiwilligen Verzichts der Medien auf regierungskritische Berichterstattung und deren Zusammenspiel mit staatlichem Druck.
6. Medienpolitik in Krisenzeiten: Historische Einordnung der Bushschen Medienpolitik im Vergleich zu früheren Krisen des 20. Jahrhunderts und Schlussbetrachtung.
Medienpolitik, Regierung Bush, 11. September, Informationskontrolle, Pressefreiheit, Propaganda, Geheimhaltung, Framing, USA Patriot Act, Kriegsberichterstattung, Selbstzensur, Krisenmanagement, Journalismus, Nachrichtensystem, Washington.
Die Magisterarbeit analysiert, wie die US-Regierung nach den Terroranschlägen von 2001 systematisch versucht hat, die öffentliche Meinung durch die Kontrolle von Informationen und Medieninhalten zu beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf Geheimhaltungsstrategien, der aktiven Steuerung von Nachrichten (Framing), Methoden der Zensur und der Reaktion der Medien, insbesondere der Selbstzensur.
Das Ziel ist es, die nach dem 11. September ergriffenen Maßnahmen der Regierung zur Steuerung der Presse kategorisiert darzustellen und in einen historischen Kontext einzuordnen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse von Regierungsdokumenten, Memoranden, Pressebriefings sowie einer Auswertung von Fachzeitschriften und Berichten von Watchdog-Organisationen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen (Kapitel 2), die gezielte Verbreitung von Informationen durch die Regierung (Kapitel 3), die Zurückhaltung und Zensur von Informationen (Kapitel 4) und die Reaktion der Medien darauf (Kapitel 5).
Schlüsselbegriffe sind Medienpolitik, Informationskontrolle, Propaganda, Framing und Selbstzensur im Kontext der Ära George W. Bush.
Das Framing erlaubte es der Regierung, die Ereignisse des 11. Septembers exklusiv als "Kriegsakt" und "Kampf zwischen Gut und Böse" zu definieren, um so die Zustimmung der Öffentlichkeit und des Kongresses für ihre militärischen Interventionen zu sichern.
Kritische Journalisten wurden häufig mit schlechterem Zugang zu Informationen bestraft, was als "message control" dazu führte, dass viele Medien aus Sorge vor Sanktionen oder aufgrund der Nähe zur Regierung weniger regierungskritisch berichteten.
Die Einbettung der Reporter in Militäreinheiten ermöglichte zwar Zugang zum Kriegsgeschehen, führte jedoch zu einer starken Identifizierung der Journalisten mit den Truppen, was die journalistische Unabhängigkeit und Objektivität maßgeblich einschränkte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

