Fachbuch, 2018
90 Seiten
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Behinderung
2.2 (Behinderten-)Leistungssport
2.3 Paralympische Spiele
2.4 Special Olympics
2.5 Deaflympics
3 Theoretischer Ansatz
3.1 Inklusion
3.2 Menschenbild im Sport
3.3 Ansätze für ein ganzheitliches Menschenbild
3.4 Darstellung von Behinderung und Sport in den Medien
3.5 Zusammenfassung
4 Inklusion im und durch Leistungssport
4.1 Inklusion und Empowerment
4.2 Segregation und Disempowerment
4.3 Zusammenfassung und Kategorisierung der Variablen
5 Schlussfolgerungen und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Literaturanalyse die inklusiven Potentiale im Behindertenleistungssport, wobei der Fokus darauf liegt, ob dieser zum Empowerment von Menschen mit Behinderung beitragen kann und ob dadurch die Inklusionschancen innerhalb der Gesellschaft verbessert werden.
3.2 Menschenbild im Sport
Sport ist Teil der Kultur und steht im Sinne Coubertins für Frieden und Freundschaft, Chancengleichheit und Fortschritt. Anspruch und Berechtigung bestehen der Ideale vor dem Wertesystem des 21. Jahrhunderts und den sportlichen/politischen Entwicklungen zeigen ein ambivalentes Menschenbild: Auf der einen Seite werden Werte wie Fairness und Respekt propagiert, auf der anderen Seite sind Doping, Betrug und höchstmögliche Gewinnmaximierung zu beobachten. Politische und wirtschaftliche Interessen spielen gerade bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen oder der Fußballweltmeisterschaft der Herren eine große Rolle. Sie sind abhängig vom Ausrichter und des momentanen politischen Befindens der Weltöffentlichkeit verbunden mit ethischen Debatten über Menschenrechte oder Staatsdoping. Auf diese Doppelmoral gibt die Olympische Charta des IOC keine Antwort. Die systematische und kritische Auseinandersetzung auch im Sinne pädagogischer Aufträge fehlt. Anstelle dessen findet eine Idealisierung von Coubertins Werten statt (vgl. Müller, 2013, S. 34; Hägele, 2012, S. 129). Dieses Kapitel hat nicht zum Ziel, bestehende Menschenbilder zu bewerten oder neu zu formulieren; es skizziert das im Sport vorherrschende Menschenbild.
Das Menschenbild im Sport ist die Sicht des Menschen aus dem Blickwinkel des Sports. Die Sportanthropologie „[...] erarbeitet [...] grundlegende Erkenntnisse über den ‚sporttreibenden‘, sich ‚bewegenden‘, ‚spielenden‘ oder ‚leistenden‘ Menschen [...] und trägt damit unter der Perspektive Körperlichkeit, Bewegung, Gesundheit, Spiel und Sport zu allgemeinen Aussagen über den Menschen, über sein Bild, sein (angenommenes) ‚Wesen‘ und seine (ihm zugeschriebene) ‚Natur‘ bei“ (Grupe, 2003, S. 25).
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, des Forschungsinteresses und des soziologischen Ansatzes zur Untersuchung des inklusiven Potentials im Behindertenleistungssport.
2 Begriffsbestimmungen: Klärung zentraler Begrifflichkeiten wie Behinderung, Leistungssport sowie der verschiedenen Sportbewegungen (Paralympics, Special Olympics, Deaflympics).
3 Theoretischer Ansatz: Herleitung eines theoretischen Rahmens auf Basis der Systemtheorie und anthropologischer Überlegungen zu Inklusion und Menschenbildern.
4 Inklusion im und durch Leistungssport: Analyse der inklusiven Wirkung des Behindertenleistungssports sowie der Mechanismen von Empowerment und Segregation.
5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten für eine weiterführende empirische Analyse.
Behindertenleistungssport, Inklusion, Empowerment, Disempowerment, Sportsoziologie, Paralympische Spiele, Special Olympics, Deaflympics, Menschenbild, Segregation, Körperkonzept, Teilhabe, UN-Behindertenrechtskonvention, Systemtheorie, Leistung.
Die Arbeit untersucht das inklusive Potential des Behindertenleistungssports unter soziologischen Gesichtspunkten.
Die Themenfelder umfassen Inklusion, Empowerment, die Darstellung von Behinderung in Medien, sportanthropologische Grundlagen sowie die Strukturen der Verbände.
Es soll geklärt werden, ob der Behindertenleistungssport zu Empowerment beiträgt und ob er bessere Inklusionschancen für Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft schafft.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer soziologischen Perspektive, insbesondere unter Einbezug der Systemtheorie nach Luhmann.
Der Hauptteil analysiert die Inklusionsprozesse (durch und im Leistungssport) sowie Faktoren, die zu Segregation und Disempowerment führen, unter Verwendung der theoretischen Konzepte.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Empowerment, Segregation, Inklusion, Menschenbild und Behindertenleistungssport charakterisiert.
Das "Supercrip-Image" beschreibt die problematische mediale Darstellung von Athleten mit Behinderung als übermenschliche Helden, was oft Stereotype verstärkt und die alltägliche Realität der Betroffenen negiert.
Die Arbeit kritisiert die Special Olympics teilweise als separiertes System, das zwar kurzfristige Erfolge erzielt, aber durch Strukturen wie "Huggers" oder "Infantilisierung" ein inklusives Verständnis behindern könnte.
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