Masterarbeit, 2006
87 Seiten, Note: 1,3
0. Einleitung
1. Inhalt und Form des Werkes „Ye de yan“
1.1. Entstehung und Wirkung der Kurzgeschichte
1.2. Thematik der Kurzgeschichte
1.3. Der „Stream of consciousness“ aus chinesischer Perspektive und die Intention des Autors Wang Meng
1.4. Zur Erzählsituation in modernistischen Werken
2. Erzähltechnische Perspektive in dem Werk „Ye de yan“
2.1. Erzählergeprägte Figurenrede zur Gestaltung des Innenlebens
2.2. Interferenz zwischen Erzählerstimme und Figurenstimme
2.2.1. Zu den Redeformen
2.2.2. Die Modellierung der gedanklichen Reflexionen der Figur
2.3. Die Simulation von unmittelbaren Reflexen der Figurenseele
2.4. Weitere Elemente des Entwurfs der Perspektivfigur
2.4.1. Außensicht – Innensicht
2.4.2. Das Blickfeld
2.4.3. Die Situierung der Figur
3. Zur Methodik der Übersetzungskritik
3.1. Zum Begriff „Übersetzen“
3.2. Aufgaben der Übersetzungskritik
3.3. Entscheidungsfindung des Übersetzers
3.4. Zu sinologischen Übersetzungskritiken
4. Bedingtheiten der Translationshandlung
4.1. Das funktionelle Verhältnis von Ausgangs- und Zieltext
4.2. Situationsfaktoren der Übersetzungen
4.2.1. Inhalt und sozio-kulturelle Faktoren
4.2.2. Medium und Textumfeld
4.3. Methodische Hinweise der Übersetzer
5. Die Übersetzungen von Wang Mengs Werk „Ye de yan“ („Das Auge der Nacht“)
5.1. Die Stellung des Gedankenberichts
5.2. Erlebte Rede bei Herrmann
5.3. Elemente des Stream-of-consciousness
5.3.1. Modifikation aneinandergereihter Wahrnehmungsnotate
5.3.2. Lautmalerei als Mittel des Stream-of-consciousness
5.4. Weitere perspektivische Strukturen
5.4.1. Außensicht und Innensicht
5.4.2. Das Blickfeld der Figur
5.4.3. Situierung der Figur
6. Beurteilung anhand eines Zieltextprofils
6.1. Implikationen des Ausgangstextes
6.2. Vermutungen über die Strategien der Übersetzerin
6.3. Psychologisierender Stil und Übersetzung
7. Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht die chinesische Kurzgeschichte „Ye de yan“ von Wang Meng im Hinblick auf deren moderne Erzähltechniken und analysiert kritisch, wie diese komplexen narrativen Strukturen in die deutschen Übersetzungen übertragen wurden, um die Qualität und Genauigkeit des interkulturellen Transfers zu bewerten.
Die Simulation von unmittelbaren Reflexen der Figurenseele
Nachdem nun versucht wurde, die kritisch-intellektuellen Reflexionen der Figur zu klassifizieren, die noch syntaktisch-logisch durchformt sind und damit Aussagen im Sinne eines inneren Monologs oder erlebter Rede zuordnen sind, sollen in diesem Kapitel nun gerade die ebenfalls in der Kurzgeschichte vorhandenen unmittelbaren Eindrücke und Empfindungen der Figur exemplifiziert werden, die nicht vollständig ausformuliert sind.
Chen Gao scheint offensichtlich nicht nur zum begrifflichen Reflektieren konstruiert worden zu sein, sondern auch als Medium für die Darstellung der äußeren fiktionalen Begebenheiten. Die fiktionale Umgebung wird meist nicht durch einen Erzähler beschrieben. Vielmehr wird der Leser dazu veranlasst, diese aus der Präsentation der unmittelbaren Eindrücke der Erzählfigur zu erschließen.
大汽车和小汽车。无轨电车和自行车。鸣笛声和说笑声。大城市的夜晚才最有大城市的活力和特点。开始有了稀稀落落的,然而使引人注目的霓虹灯和理发馆门前的旋转花浪。有烫了的头发和留了的长发。高跟鞋和半高跟鞋, 无袖套头的衬衫。花露水和雪花膏的气味。 (Wang Meng 1981:129)
Große Fahrzeuge und kleine Fahrzeuge. Trolley-Busse und Fahrräder. Pfeifgeräusche und Lachgeräusche. Die Nacht der Großstadt erst offenbart ihre Vitalität und ihre besonderen Eigenschaften. Anfangs gab es spärliche, dann aber auffällige Neonlichter und vor den Friseursalons kreisende Wirbelleuchten. Es gibt dauergewelltes Haar und lang gelassenes Haar. Blumentauparfüm und Duft von Gesichtscreme.
0. Einleitung: Die Einleitung stellt Wang Mengs Kurzgeschichte vor, skizziert die Problematik der Übersetzung chinesischer Gegenwartsliteratur und definiert das Ziel der Arbeit, erzähltechnische Elemente kontrastiv zu untersuchen.
1. Inhalt und Form des Werkes „Ye de yan“: Dieses Kapitel ordnet das Werk zeitgeschichtlich ein, analysiert die Intention des Autors und erklärt den „Stream of consciousness“ aus chinesischer Sicht.
2. Erzähltechnische Perspektive in dem Werk „Ye de yan“: Hier werden die erzähltechnischen Grundlagen wie die Figurenrede, die Interferenz von Erzähler- und Figurenstimme sowie die Konzeption der Perspektivfigur Chen Gao tiefgehend analysiert.
3. Zur Methodik der Übersetzungskritik: Es werden Ansätze der Übersetzungswissenschaft (u.a. Nord, Gerzymisch-Arbogast) diskutiert und die Problematik einer objektiven Übersetzungskritik beleuchtet.
4. Bedingtheiten der Translationshandlung: Dieses Kapitel beleuchtet die kommunikativen Bedingungen, das Textumfeld und die sozio-kulturellen Faktoren, die den Übersetzungsprozess beeinflussen.
5. Die Übersetzungen von Wang Mengs Werk „Ye de yan“ („Das Auge der Nacht“): In diesem Hauptteil erfolgt der kontrastive Vergleich der Übersetzungen, wobei besonderes Augenmerk auf die Übertragung von Gedankenberichten, erlebter Rede und erzähltechnischen Strukturen liegt.
6. Beurteilung anhand eines Zieltextprofils: Basierend auf den vorangegangenen Analysen wird die Übersetzung von Herrmann anhand eines Zieltextprofils bewertet und der psychologisierende Stil diskutiert.
7. Schlussbetrachtungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Diskrepanz zwischen der Intention des Autors und der Realisierung in den deutschen Übersetzungen besteht und die erzähltechnische Form im Zieltext oft verloren geht.
Wang Meng, Ye de yan, chinesische Gegenwartsliteratur, Stream of consciousness, Übersetzungskritik, Erzähltechnik, Bewusstseinsstrom, erlebte Rede, Translationswissenschaft, Kulturtransfer, Chen Gao, Moderne, interkulturelle Literatur, Perspektivfigur, Textanalyse.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Übersetzung der Kurzgeschichte „Ye de yan“ von Wang Meng aus dem Chinesischen ins Deutsche und untersucht kritisch, wie die modernistischen Erzähltechniken des Autors im Übersetzungsprozess übertragen wurden.
Die zentralen Themen sind der „Stream of consciousness“ in der modernen chinesischen Literatur, die Anwendung erzähltechnischer Analysemodelle und die methodische Kritik an literarischen Übersetzungen im sozio-kulturellen Kontext.
Das Ziel ist es, die Qualität der deutschen Übersetzungen durch eine systematische Analyse zu bewerten und aufzuzeigen, ob die spezifischen, vom Autor intendierten erzähltechnischen Elemente (z.B. Perspektivgestaltung) im Zieltext erhalten blieben.
Die Arbeit nutzt Methoden der Übersetzungswissenschaft, insbesondere die funktionalistische Textanalyse (nach Nord) sowie literaturwissenschaftliche Klassifikationen erzähltechnischer Strukturen (nach Vogt), um einen kontrastiven Vergleich zwischen Ausgangs- und Zieltext durchzuführen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die erzähltechnischen Merkmale des Originals (Kapitel 2) und kontrastiert diese mit den konkreten deutschen Übersetzungen, wobei besonderes Augenmerk auf die Übersetzung von Herrmann und die Übertragung von Gedankenberichten und erlebter Rede liegt.
Wichtige Begriffe sind Wang Meng, Stream of consciousness, Übersetzungskritik, Erzähltechnik, Bewusstseinsstrom, erlebte Rede und Kulturtransfer.
Laut der Arbeit ist der chinesische Bewusstseinsstrom im Gegensatz zum westlichen Vorbild stärker unter rationaler Führung und in einen Erzählrahmen eingebettet, um gesellschaftspolitische Themen kritisch zu reflektieren.
Herrmanns Übersetzung wird besonders untersucht, da ihr Textumfeld suggeriert, dass sie einen Beitrag zur Einführung moderner chinesischer Literaturtendenzen leisten soll, weshalb die Erwartung an die Bewahrung erzähltechnischer Experimente besonders hoch ist.
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