Magisterarbeit, 2000
123 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
A. Spiritualität und Moderne
1. Kulturformen des Spirituellen
a. Indigene Kulturen und natürliche Spiritualität
b. Weltreligionen und Heilsreligionen
c. Die esoterischen Traditionen
2. Die Spiritualität der Moderne
a. Neue Religiosität und New Age
b. Struktur des Spirituellen
3. Spiritualität in politikwissenschaftlicher Perspektive
a. Komplexität, Totalität, Realität
b. Topologie der Metapher
c. Operationalisierung
B. Die spirituelle Dimension der Politik und die Vereinten Nationen
1. Der ‚spirituelle Kern’ der Vereinten Nationen
a. Der Geist der Gründungsdokumente
b. Der Faktor „Persönlichkeit“
2. Die Ebene der Nichtregierungsorganisationen
a. NGOs und die internationale Zivilgesellschaft
b. Rechtlicher Status und Formen der Mitwirkung
c. Arbeitsbereiche religiöser, spiritueller oder weltanschaulicher Nichtregierungsorganisationen
3. Aktivitäten ausgewählter NGOs im religiösen, spirituellen und weltanschaulichen Bereich
a. Christliche Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Organisationen
b. Theosophische Gruppen
c. Andere Gruppierungen
C. Schluß
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Begriff der Spiritualität in den politikwissenschaftlichen Diskurs einzuführen und die praktische Relevanz spiritueller Thematiken im Kontext internationaler Politik, insbesondere am Beispiel der Vereinten Nationen, aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie religiöse und spirituelle Dimensionen die Wahrnehmung, das Handeln und die institutionelle Struktur in einem globalen Umfeld beeinflussen.
Begriff und Definition der Spiritualität
Spiritualität ist heute zu einem Modebegriff geworden. Mit dem Verlust des religiösen Monopols der Kirchen, mit der bunten und unüberschaubaren Vielfalt neuer Formen der Religiösität und dem wachsenden Interesse für nichteuropäische Religionen ist nicht mehr so klar, was Spiritualität eigentlich bedeutet. An diesen neuen Formen der Spiritualität in der Gesellschaft entzündet sich dann von mal zu mal das Unbehagen, das viele bei der Analyse der eigenen Kulturentwicklung ergreift. ‚Spiritualität’ ist also ein Krisen-, ein Kritikbegriff. Jedes Reden über Spiritualität impliziert damit – zumindest vor dem aktuellen Hintergrund – auch eine Auseinandersetzung mit dem inneren Kern der Moderne.
Das Wort ‚Spiritualität’ verweist auf seine lateinische Wurzel ‚spiritus’ mit der Doppelbedeutung als ‚Atem’ und ‚Geist’ als das belebende, beseelende Prinzip. Dieser Zusammenhang findet sich in vielen indoarischen Sprachen: griechisch pneuma, sanskrit atman – mit den Bedeutungen ‚Atem’, ‚Lebenshauch’, Geist, aber auch im semitischen Sprachraum: hebräisch: ru’ach = ‚Hauch’, ‚menschlicher Geist’, ‚Sitz des Bewußtseins’. Im Kern meint ‚Spiritualität’ das Leben in und aus dem Geist, das seelisch-geistige Streben nach Kontakt mit dem Göttlichen oder mit dem transzendenten Seinsgrund. Die spirituelle Erfahrung bereichert das psychische Leben um die Teilhabe an einer Dimension des Daseins, die die begrenzte und kontingente Personalität des Einzelnen tranzendiert. Die Psychologie, die sich vorwiegend auf die Pathologie des Psychischen konzentrierte, hat selten zu einer entsprechenden Würdigung dieser Kapazitäten des Seelischen gefunden.
Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer spirituellen Perspektive in der Politikwissenschaft, um die Krisen der modernen Gesellschaft und das Handeln in einer globalisierten Welt besser zu verstehen.
A. Spiritualität und Moderne: Dieses Kapitel definiert Spiritualität als essenziellen, geistigen Teil menschlicher Daseinserfahrung und analysiert verschiedene kulturelle Ausprägungen sowie deren Bedeutung im Kontext der modernen Sinnkrise.
B. Die spirituelle Dimension der Politik und die Vereinten Nationen: Hier wird der Einfluss spiritueller Überzeugungen auf die institutionelle Arbeit der Vereinten Nationen sowie die Rolle von Nichtregierungsorganisationen untersucht, die auf diesem Feld tätig sind.
C. Schluß: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur spirituellen Bedingtheit des Politischen zusammen und plädiert für die Integration dieser Dimension in zukünftige politikwissenschaftliche Analysen.
Spiritualität, Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen, Vereinte Nationen, NGOs, Identität, Weltinnenpolitik, Transformation, Religion, Säkularisierung, Sinnkrise, Institutionen, transkulturelle Kommunikation, Weltethos, Globalisierung.
Die Arbeit untersucht die bisher vernachlässigte Rolle der Spiritualität in der Politikwissenschaft und deren praktische Auswirkung auf internationale politische Prozesse.
Zu den zentralen Themen gehören das Verständnis von Spiritualität als Kritikbegriff der Moderne, die Rolle von NGOs in internationalen Institutionen und die spirituelle Dimension der Vereinten Nationen.
Das Ziel ist es, den Begriff Spiritualität theoretisch einzuführen und aufzuzeigen, wie spirituelle Faktoren politisches Handeln in einer globalisierten Welt beeinflussen und motivieren.
Es handelt sich um einen politiktheoretischen Ansatz, der interdisziplinär geistesgeschichtliche, religionswissenschaftliche und institutionentheoretische Perspektiven integriert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum Begriff der Spiritualität und eine empirische Analyse der Rolle spiritueller und religiöser NGOs bei den Vereinten Nationen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "spirituelle Dimension", "Weltinnenpolitik", "institutionelles Handeln" und "transkulturelle Institutionalisierung".
Er dient als prominentes Fallbeispiel für eine Führungspersönlichkeit bei den Vereinten Nationen, deren politisches Handeln tief in einer mystischen und spirituellen Haltung verwurzelt war.
Der Autor analysiert die Soka Gakkai als einflußreiche buddhistische Laienorganisation, deren globaler Universalismus und humanitäres Engagement kritisch im Kontext ihrer internen Organisationsstruktur betrachtet werden.
Es handelt sich um den Versuch, qualitative, spirituelle Werte – wie Einheit, Gerechtigkeit und Vertrauenswürdigkeit – operationalisierbar zu machen, um den Fortschritt menschlicher Entwicklung umfassender als nur durch ökonomische Kennzahlen zu bewerten.
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