Bachelorarbeit, 2012
66 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Schenken
2.2 Werbegeschenke
2.2.1 Merkmale von Werbegeschenken
2.2.2 Wirkungen von Werbegeschenken
2.3 Reziprozität
2.3.1 Reziprozität: Eine Definition
2.3.2 Soziale und ökonomische Austauschprozesse
2.3.3 Die Rolle der Zeit in Bezug auf Reziprozität
2.3.4 Formen der Reziprozität
2.3.4.1 Direkte Reziprozität
2.3.4.2 Generalisierte Reziprozität
2.3.4.3 Rollenreziprozität
2.3.4.4 Reziprozität der Perspektiven
2.3.5 Reziprozität bei Werbegeschenken
2.4 Stand der Forschung
3 Hypothesen
3.1 Hypothesenblock 1
3.2 Hypothese 2
4 Methode
4.1 Stichprobe
4.2 Instrumente
4.3 Design
4.4 Durchführung
4.5 Variablen
4.5.1 Unabhängige Variable
4.5.2 Abhängige Variablen
4.5.3 Kontrollvariable
5 Ergebnisse
5.1 Ergebnisse Hypothesenblock 1
5.2 Ergebnisse Hypothese 2
5.3 Sonstige Befunde
6 Diskussion
6.1 Diskussion Hypothesenblock 1
6.2 Diskussion Hypothese 2
6.3 Diskussion der sonstigen Befunde
6.4 Kritische Reflexion
7 Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirkung von Werbegeschenken auf die Beziehung zwischen Unternehmen und Konsumenten durch den psychologischen Mechanismus der Reziprozität zu analysieren. Dabei wird untersucht, ob der Empfang eines Werbegeschenks eine positive explizite Bewertung sowie implizite Assoziationen gegenüber dem gebenden Akteur auslöst.
2.3.1 Reziprozität: Eine Definition
Der Begriff der Reziprozität stammt laut Brockhaus vom lateinischen Wort reciprocus, was wechsel- oder gegenseitig bedeutet.
Unter Reziprozität versteht man den „[…] Grundsatz des Rechts und Interesses, der bewirkt, daß […] das empfangene Geschenk zwangläufig erwidert wird“ (Mauss, 1994, S. 18). Also geht es bei Reziprozität um Austauschmechanismen, die zwingend nach der Erwiderung einer Gabe verlangen. Weshalb dieser Zwang besteht, klärt sich in den folgenden Absätzen auf. Zunächst muss die Frage gestellt werden, auf welche Weise die Verpflichtung zu Stande kommen kann. Prinzipiell können für Reziprozität zwei Ebenen unterschieden werden: die Motivebene und die Wirkungsebene (vgl. Gouldner, 1984, S. 98). Auf der Motivebene zeigen sich die Beweggründe der Schenkenden, also das, was in Kapitel 2.1 noch als Motivation bezeichnet wurde. Die Reaktion der EmpfängerInnen zeigt sich auf der Wirkungsebene und kann von den Schenkenden zwar antizipiert, aber nicht gesteuert werden. Der Gabentausch verhält sich also ähnlich wie das Shannon-Weaver-Modell der Kommunikation. Der Sender schickt eine Nachricht mit einer gewissen Intention an den Empfänger. Diese Nachricht kann allerdings gestört werden, zum Beispiel durch die Wortwahl, Tonfall oder auch Akustik, sodass der Empfänger die Botschaft anders interpretiert als vom Sender geplant. Das entsprechende Feedback der Empfänger entspricht dann unter Umständen nicht den Erwartungen des Senders (Abbildung 3). In der Reziprozität nach Gouldner können ähnliche Probleme der Erwartungshaltung auftreten. Auf der Motivebene kann ein Geschenk beispielweise dazu gedacht sein Freude zu bereiten, löst aber auf der Wirkungsebene eine vollkommen gegenteilige Reaktion hervor. So werden verschiedene Austauschprozesse durch bestimmte Motive und die hervorgerufenen Wirkungen in Gang gesetzt, die im nächsten Kapitel eingehender unterschieden werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Werbegeschenke und den psychologischen Mechanismus der Reziprozität ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Schenkens, die Besonderheiten von Werbegeschenken sowie verschiedene wissenschaftliche Theorien zur Reziprozität.
3 Hypothesen: Hier werden die Forschungsfragen in überprüfbare Hypothesen überführt, die den Einfluss von Werbegeschenken auf die Unternehmensbewertung sowie den Glauben an eine gerechte Welt thematisieren.
4 Methode: In diesem Teil werden das experimentelle Design, die Stichprobe sowie die eingesetzten Messinstrumente wie der Go/No-go Association Task detailliert beschrieben.
5 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die statistische Auswertung der erhobenen Daten und prüft die aufgestellten Hypothesen auf Basis der t-Tests und Korrelationsanalysen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in Bezug zur bestehenden Forschung gesetzt und kritisch hinsichtlich der Übertragbarkeit auf die Wirtschaft reflektiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.
Reziprozität, Werbegeschenke, Konsumentenpsychologie, Werbewirkung, Soziale Austauschprozesse, Go/No-go Association Task, Implizite Einstellung, Gerechte-Welt-Skala, Markenwahrnehmung, Kundenzufriedenheit, Wirtschaftspsychologie, Experimentelles Design.
Die Arbeit untersucht, ob Werbegeschenke bei Empfängern einen psychologischen Mechanismus der Reziprozität auslösen, der zu einer positiveren Beurteilung des werbenden Unternehmens führt.
Die Arbeit verknüpft Theorien des sozialen Austauschs mit marketingrelevanten Fragestellungen zur Wirksamkeit von Werbeartikeln und nutzt hierfür sowohl explizite als auch implizite Messmethoden.
Das Hauptziel besteht darin, die bisher eher makroskopisch betrachtete Wirkung von Werbegeschenken auf eine fundierte psychologische Basis zu stellen und nachzuweisen, dass Reziprozität als treibende Kraft fungiert.
Es wurde ein experimenteller Ansatz (mixed-Design) gewählt, bei dem Studierende entweder ein Werbegeschenk erhielten oder nicht, woraufhin ihre Einstellung mittels Fragebögen und eines computergestützten Reaktionstests (Go/No-go Association Task) gemessen wurde.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Aufarbeitung der Reziprozitätsnorm, die Beschreibung des Versuchsaufbaus, die Auswertung der empirischen Daten sowie eine detaillierte Diskussion der Ergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Reziprozität, Werbegeschenke, implizite Einstellungsmessung und soziale Austauschtheorie.
Der Test misst die Reaktionsgeschwindigkeit der Probanden auf positive oder negative Adjektive in Verbindung mit einem spezifischen Fachgebiet, um so unbewusste (implizite) Bewertungstendenzen sichtbar zu machen.
In dieser speziellen Studie konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem individuellen Glauben an eine gerechte Welt und der Stärke der reziproken Erwiderung des Werbegeschenks nachgewiesen werden.
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