Fachbuch, 2018
108 Seiten
„Der Ruf zur Freiheit“
1 Bezeichnungen muslimischer Bewegungen
1.1 Zu „Vätern einer Ideologie“
1.2 Zu Ideologien islamischer Aktivisten
2 Entwicklung von Jihadkonzepten
2.1 Jihadbedeutung in Koran und Hadithen
2.2 Entwicklung von Jihadkonzepten im islamischen Recht
3 Sayyid Qutb
3.1 Zur Biografie
3.2 Jihadkonzept
4 Sayyid Abul A’la Maududi
4.1 Zur Biografie
4.2 Jihadkonzept
5 Vergleich und Ausblick
5.1 Neue Begriffe und Konzepte
5.2 Eschatologische Motive
5.3 Einfluss auf islamistische Bewegungen des Jahrhunderts
6 Fazit
Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist die Analyse der Legitimierung des Kampfes (Jihad) bei zwei der bedeutendsten muslimischen Aktivisten des 20. Jahrhunderts: Sayyid Qutb und Abu Maududi. Die Forschungsfrage untersucht, wie diese Autoren in ihren Schriften den Jihad interpretieren, rechtfertigen und in einen zeitgenössischen ideologischen Rahmen einbetten, der über das klassische juristische Verständnis hinausgeht.
3.2.7.2 Die zwei Prinzipien des Jihad
Aus den vier koranischen Phasen zum jihad hebt Qutb zwei Mittel hervor, welche zur Bekämpfung der modernen jahilia anzuwenden sein.
Er kommt in Anbetracht der modernen Umstände zu dem Schluss, dass die Wiederbelebungsbewegung beide Mittel, die dawa und den kämpferischen Jihad anwenden muss: beide Prinzipien seien „gleichermaßen wichtig in der Weisung dieser Religion“ und müssten „Seite an Seite“ arbeiten. Sie seien beide notwendig, um die jahilia zu besiegen, wobei sich die dawa auf die Überzeugung der Gesellschaft und der Jihad sich gegen die materiellen Hindernisse und die politischen Herrscher richten soll. Qutb warnt davor, nur eines der Mittel anzuwenden, was für die unbedingte Notwendigkeit des Jihad spricht: „Diese Bewegung beschränkt sich nicht selbst auf alleiniges Predigen, um der physischen Macht (der jahilia) gegenüberzutreten“. „Es wäre naiv davon auszugehen, dass ein Ruf sich erhebt, die Menschheit auf der ganzen Welt zu befreien, und dieser dann begrenzt ist auf das Predigen und das Erklären“. Den Jihad sieht er als notwendig, um die Herrschaft der Jahilia zu beenden, denn: „Diejenigen, die sich die Autorität Allahs widerrechtlich angeeignet haben und Allahs Geschöpfe unterdrücken, geben ihre Macht nicht aufgrund von Predigten ab“.
1 Bezeichnungen muslimischer Bewegungen: Dieses Kapitel legt die begrifflichen Grundlagen der Arbeit, indem es die Problematik westlicher Terminologien wie "Fundamentalismus" oder "Islamismus" erörtert und den wertfreieren Begriff des "muslimischen Aktivismus" einführt.
2 Entwicklung von Jihadkonzepten: Es wird die historische Entwicklung des Jihad-Begriffs dargelegt, von den koranischen Ursprüngen über die klassische Rechtslehre bis hin zu den verschiedenen juristischen Kategorisierungen.
3 Sayyid Qutb: Dieser Abschnitt widmet sich der Biografie und dem Jihad-Konzept von Sayyid Qutb, wobei insbesondere seine Radikalisierung während der Haft und sein Konzept der "Jahilia" im Zentrum stehen.
4 Sayyid Abul A’la Maududi: Hier werden die Biografie und das revolutionäre Jihad-Modell Maududis analysiert, inklusive seiner Konzeption der "Theo-Demokratie" und seiner Kritik an säkularen politischen Systemen.
5 Vergleich und Ausblick: Dieses Kapitel stellt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Qutb und Maududi gegenüber und beleuchtet deren langfristigen Einfluss auf moderne islamistische Strömungen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach der Jihad bei beiden Autoren als zentrales, revolutionäres Mittel zur Wiederherstellung einer göttlichen Ordnung verstanden wird, die im Konflikt zur modernen, als "jahili" bezeichneten Welt steht.
Jihad, Politischer Islam, Sayyid Qutb, Abu Maududi, Islamismus, Jahilia, Souveränität Gottes, Hakimiyya, Dawa, Muslimbruderschaft, Revolution, Islamische Ordnung, Scharia, Avantgarde, Befreiungsideologie.
Die Arbeit untersucht die Legitimierung des Jihad bei zwei einflussreichen muslimischen Denkern des 20. Jahrhunderts, Sayyid Qutb und Abu Maududi, und analysiert deren revolutionäre Umdeutung islamischer Konzepte.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Jihad-Begriffs, der Wandel von der klassischen Jurisprudenz hin zum politisch-aktivistischen Jihad-Verständnis sowie die Konzepte von "Jahilia" (Gottlosigkeit) und "Hakimiyya" (Souveränität Gottes).
Das primäre Ziel ist zu verstehen, wie Qutb und Maududi durch eine eigene Interpretation der Quellen einen "politisierten Jihad" legitimieren, der als notwendiges Mittel zur Errichtung einer islamischen Weltordnung gesehen wird.
Es handelt sich um eine Fallstudien-basierte Analyse von Schriften und Lehren, die den Kontext der Autoren sowie deren Rezeption der islamischen Quellen im Lichte ihrer Zeit untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-theoretische Einleitung zu Jihad-Konzepten sowie detaillierte Einzelanalysen zu Leben und Werk von Qutb und Maududi.
Schlüsselwörter sind unter anderem Jihad, Jahilia, Hakimiyya, Politischer Islam, Souveränität Gottes und revolutionäre Ideologie.
Qutb weitet den ursprünglich historischen Begriff für die vorislamische Unwissenheit auf die gesamte Moderne aus, um den Zustand heutiger Gesellschaften und Regierungen, die nicht strikt nach islamischen Gesetzen leben, als "gottlos" oder "barbarisch" zu markieren.
Maududi entwickelt das Modell einer "Theo-Demokratie", in der die Souveränität zwar bei Gott liegt, das Volk aber innerhalb der Scharia als Stellvertreter (khilafa) agiert und seine Regierung durch Konsultation (shura) selbst wählt.
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