Diplomarbeit, 1999
81 Seiten, Note: 1,7
1 VORWORT
2 BELASTUNGSSITUATIONEN IM TÄGLICHEN DIENST
3 AUßERGEWÖHNLICHE BELASTUNGSSITUATIONEN
4 DIE ENTWICKLUNG VON HILFESYSTEMEN INNERHALB DER POLIZEI DES LANDES BADEN-WÜRTTEMBERG
5 ENTWICKLUNG DER PSYCHOSOZIALEN BETREUUNG BEIM POLIZEIPRÄSIDIUM KARLSRUHE
5.1 STUHLKREIS IN DER PAULUS-PFARREI
5.2 NAMENSFINDUNG
5.3 ENTWICKLUNG DER KONZEPTION
5.4 ABLAUFPLAN EINER BETREUUNG
5.5 KONZEPTION DER FORTBILDUNG DER BETREUERGRUPPE
5.6 TÄTIGKEITSBERICHTE DER BETREUERGRUPPE
6 BEDARFSERHEBUNG BEIM POLIZEIPRÄSIDIUM KARLSRUHE
ALLGEMEINE ERGEBNISSE
ANGABEN ZU ALTER, GESCHLECHT, DIENSTZWEIG UND DIENSTJAHREN
FRAGE 1: „KÖNNEN SIE SICH VORSTELLEN, DAß SIE IM TÄGLICHEN DIENST MIT BELASTENDEN SITUATIONEN KONFRONTIERT WERDEN, ÜBER DIE SIE MIT JEMANDEM SPRECHEN WOLLEN?“
FRAGE 2: „WIE OFT HABEN SIE SOLCHE SITUATIONEN ERLEBT?“
FRAGE 4: „HAT EIN GESPRÄCH MIT KOLLEGEN UND/ODER VORGESETZTEN FÜR SIE AUSGEREICHT, MIT DEM ERLEBTEN KLAR ZU KOMMEN?“
FRAGE 5: „DENKEN SIE, DAß SICH DIE BISHER IM DIENST ERLEBTEN SCHWIERIGEN UND BELASTENDEN SITUATIONEN NEGATIV AUF IHR WOHLBEFINDEN AUSGEWIRKT HABEN?“
FRAGE 6: „HALTEN SIE ES FÜR MÖGLICH, DAß SIE ENTLASTUNG DADURCH ERFAHREN KÖNNEN, DAß SIE MIT JEMAND ANDEREM ALS DEM UNMITTELBAREN KOLLEGEN UND/ODER VORGESETZTEN ÜBER EINE BELASTENDE SITUATION SPRECHEN KÖNNEN?“
FRAGE 7: „ZU WEM WÜRDEN SIE GERNE GEHEN? (MEHRFACHNENNUNGEN MÖGLICH)“
FRAGE 8: "IN WELCHEM RAHMEN WÜRDEN SIE SICH GERNE AUSSPRECHEN? (MEHRFACHNENNUNGEN MÖGLICH)"
FRAGE 9: "HABEN SIE EXTREME SITUATIONEN ERLEBT, DIE SIE NOCH HEUTE BESCHÄFTIGEN?"
FRAGE 10: "HALTEN SIE EINE PSYCHOSOZIALE BETREUUNG INNERHALB DER POLIZEI FÜR ERFORDERLICH?"
FRAGE 11: "WELCHE SITUATIONEN HABEN SIE ERLEBT?"
7 WEITERGEHENDE FRAGESTELLUNGEN AUS DER BEDARFSERHEBUNG
7.1 DIENSTJAHRE UND SUBJEKTIVE BELASTUNG
7.2 DIENSTJAHRE UND EXTREME BELASTUNGSSITUATIONEN
7.3 DIENSTZWEIGE UND SUBJEKTIVE BELASTUNG
7.4 DIENSTZWEIGE UND EXTREME BELASTUNGSSITUATIONEN
7.5 SUBJEKTIVE BELASTUNGEN IN ABHÄNGIGKEIT DER GELEISTETEN DIENSTJAHRE IM STREIFENDIENST
7.6 EXTREME BELASTUNGEN IN ABHÄNGIGKEIT DER GELEISTETEN DIENSTJAHRE IM STREIFENDIENST
7.7 DIE FRAUEN DES POLIZEIPRÄSIDIUMS KARLSRUHE IN DER BEDARFSERHEBUNG
8 SCHLUßFOLGERUNGEN ZU DER BEDARFSERHEBUNG, DEN TÄTIGKEITSBERICHTEN, DEN BISHER BESTEHENDEN HILFSANGEBOTEN UND DEN ERFAHRUNGEN DER PSYCHOSOZIALEN BETREUUNG BEIM POLIZEIPRÄSIDIUM KARLSRUHE
8.1 BEDARFSERHEBUNG UND FRAGESTELLUNGEN
8.2 WEITERGEHENDE FRAGESTELLUNGEN UND THESEN
8.3 TÄTIGKEITSBERICHTE
8.4 BISHERIGE BETREUUNGSINSTANZEN
8.5 ANFORDERUNGEN AN DAS PERSONAL DER PSYCHOSOZIALEN BETREUUNG BEIM POLIZEIPRÄSIDIUM KARLSRUHE
8.6 ANFORDERUNGEN AN DIE GRUPPE
8.7 ANFORDERUNGEN AN DIE AUSBILDUNG DER PSYCHOSOZIALEN BETREUER BEIM POLIZEIPRÄSIDIUM KARLSRUHE
8.8 WEITERENTWICKLUNG DER KONZEPTIONELLEN GRUNDLAGEN UND DER BETREUUNGSTÄTIGKEIT
9 SCHLUßWORT
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Entwicklung und Struktur der Hilfesysteme der Polizei in Baden-Württemberg sowie speziell der psychosozialen Betreuung beim Polizeipräsidium Karlsruhe darzustellen und aus einer Bedarfserhebung fundierte Empfehlungen für die konzeptionelle Weiterentwicklung betrieblicher Gesundheitsvorsorge abzuleiten.
Namensfindung
Wir kamen überein, daß wir uns einen passenden, möglichst einprägsamen und kurzen Namen für die Gruppe einfallen lassen müssen. Die „Arbeitsgruppe zur Vorbeugung und Bewältigung von posttraumatischen Belastungsreaktionen bei Polizeibeamten“ erschien uns dafür denkbar ungeeignet. Wir nannten uns intern zunächst Beratergruppe, stellten aber sehr schnell fest, daß die Tätigkeit über den Begriff „Sozialberatung“ weit hinausging, da mit der Fürsorge noch andere Hilfen als die Beratung verbunden waren. Ich schlug deshalb den Namen „PsychoSoziale Betreuung“ für Handeln, Gruppe und Betreuer gleichermaßen vor, welcher als Kombination von „Beratung, Verhandlung, Intervention, Vertretung und Beschaffung“ am deutlichsten die umfassende „Fürsorge“ beschrieb. Dies löste selbst in der Gruppe zunächst große Widerstände aus. Die Teilnehmer waren der Meinung, dies wäre ein zu hoher Anspruch an die Gruppe und die Betreuer fühlten sich dadurch überfordert. Ich selbst argumentierte immer wieder, daß wir seelischen Beistand leisten würden und dieser Beistand in das soziale Gefüge der Polizei und des privaten Umfeldes des Betroffenen eingebettet sein müsse, um effektiv zu sein. Deshalb war mir wichtig, durch die außergewöhnliche Schreibweise „PsychoSozial“ anschaulich zu machen, daß die Schwerpunkte der Betreuungsarbeit gleichmäßig gewichtet sind und so der Name gleichzeitig Programm sein könnte. Andere Namensvorschläge wie „Sozialberater“ griffen uns zu kurz. „Krisenhelfer“ oder „Krisenteam“ wurden verworfen, weil die Betreuung der Beamten weit über eine „Krise“ hinausging und dieser Begriff unserer Ansicht nach die subjektive Schwelle des Zugangs zur Betreuung unnötig erhöhen würde.
1 Vorwort: Einleitende Schilderung der persönlichen Motivation des Autors und der Bedeutung der psychosozialen Betreuung für den Dienstalltag.
2 Belastungssituationen im täglichen Dienst: Darstellung der sozialen, psychischen und physischen Belastungen, die mit dem alltäglichen Polizeidienst und Schichtbetrieb verbunden sind.
3 Außergewöhnliche Belastungssituationen: Definition von extremen Ereignissen wie Todesfällen oder Gewalttaten, die den Beamten über den Alltag hinaus stark fordern können.
4 Die Entwicklung von Hilfesystemen innerhalb der Polizei des Landes Baden-Württemberg: Überblick über die bestehenden Unterstützungsstrukturen und deren Entwicklung bis zum Untersuchungszeitpunkt.
5 Entwicklung der PsychoSozialen Betreuung beim Polizeipräsidium Karlsruhe: Beschreibung der Entstehung und Konzeption der lokalen Betreuergruppe sowie deren Arbeitsweise und Ausbildung.
6 Bedarfserhebung beim Polizeipräsidium Karlsruhe: Präsentation der Ergebnisse einer Befragung zur Arbeitsbelastung und der Einstellung der Beamten zu psychosozialer Unterstützung.
7 Weitergehende Fragestellungen aus der Bedarfserhebung: Vertiefende Analyse der Daten hinsichtlich Dienstjahren, Dienstzweigen und der spezifischen Situation weiblicher Polizeibeamter.
8 Schlußfolgerungen zu der Bedarfserhebung, den Tätigkeitsberichten, den bisher bestehenden Hilfsangeboten und den Erfahrungen der PsychoSozialen Betreuung beim Polizeipräsidium Karlsruhe: Zusammenfassende Auswertung der Erkenntnisse und Ableitung konkreter Anforderungen an Personal, Struktur und Ausbildung.
9 Schlußwort: Abschließende Reflexion über die Notwendigkeit ganzheitlicher Hilfesysteme und den Bedarf an fachlicher Begleitung zur Sicherung professioneller Standards.
Polizeidienst, Psychosoziale Betreuung, Dienstliche Belastung, Posttraumatische Belastungsstörung, Krisenintervention, Betriebliche Gesundheitsvorsorge, Sozialpädagogik, Bedarfsanalyse, Mitarbeiterbefragung, Selbstreflexion, Supervision, Suchtkrankenhilfe, Konflikthandhabung, Prävention, Copingstrategien.
Die Diplomarbeit untersucht die Notwendigkeit und den Aufbau eines psychosozialen Betreuungsdienstes für Polizeibeamte beim Polizeipräsidium Karlsruhe, um mit den alltäglichen und extremen Belastungen im Dienst konstruktiver umzugehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse dienstspezifischer Stressoren, der Konzeption kollegialer Betreuungsstrukturen, der Auswertung einer umfangreichen Mitarbeiterbefragung sowie der Ableitung von Qualitätsanforderungen für Betreuer.
Das Ziel ist es, durch die Analyse der bestehenden Situation und einer Bedarfserhebung Grundlagen für eine dauerhafte und professionelle psychosoziale Gesundheitsfürsorge zu schaffen, die über die bestehenden Suchtkrankenhilfe-Strukturen hinausgeht.
Die Arbeit nutzt eine empirische Bedarfserhebung mittels eines standardisierten Fragebogens, der an 1.717 Beschäftigte ausgegeben wurde, ergänzt durch eine qualitative Analyse der Tätigkeitsberichte und der theoretischen Grundlagen der psychosozialen Betreuung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Belastungssituationen, die Entwicklung der Betreuungskonzeption, die statistische Auswertung der Umfrageergebnisse sowie die Diskussion weitergehender Fragestellungen wie den Einfluss von Dienstalter und Dienstzweig auf das Belastungserleben.
Wichtige Begriffe sind Polizeidienst, psychosoziale Betreuung, Belastung, Krisenintervention, Mitarbeiterbefragung und präventive Gesundheitsförderung.
Die Daten deuten darauf hin, dass Beamte mit weniger Dienstjahren (2-16 Jahre) dazu tendieren, alltägliche Belastungen seltener explizit als belastend zu benennen, obwohl sie gleichzeitig ein ebenso hohes Bedürfnis nach psychosozialer Unterstützung äußern wie erfahrenere Kollegen.
Die Befragung zeigt, dass die Mehrheit der Beschäftigten sowohl professionelle externe Kriseninterventionsdienste als auch geschulte interne Betreuer als wichtige Ansprechpartner schätzt, wobei eine Kombination aus beidem für den Erfolg der Betreuung als ideal angesehen wird.
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