Bachelorarbeit, 2016
40 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Wissenschaft als normativer Prozess
Notwendigkeit der Bibliometrie
Der Journal-Artikel
Kritik des Journal Impact Factor
Kritik des Peer Review
Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht das Publikationsverhalten in den Wissenschaften, mit einem besonderen Fokus auf der Psychologie. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwiefern die aktuelle Publikationskultur, insbesondere die zunehmende Orientierung an quantitativen Kriterien wie dem Journal Impact Factor und die Institution des Peer Review, die wissenschaftliche Autonomie beeinflusst und in ein rigides Normenkorsett zwängt.
Kritik des Journal Impact Factor
Nun soll, exemplarisch für die Beliebtheit von quantitativen Kriterien in der heutigen Wissenschaftslandschaft, der äußerst populäre Journal Impact Factor eingehend besprochen werden. Der Indikator soll die Qualität und Bedeutung von Zeitschriften messen (Ball, 2014) und viele Forscher beziehen sich bei ihrer Entscheidung, welches Journal für eine Publikation am vielversprechendsten scheint, häufig auf diesen Faktor. Dieses Verhalten scheint vordergründig auch verständlich zu sein, da Publikationen in einer impact-starken Zeitschrift mit einem hohen Zugewinn an Reputation verbunden sind (Schui & Krampen, 2006). Der Indikator scheint von den Wissenschaftlern geradezu als „Wunderindex“ und „Alleskönner“ (Ball, 2014) betrachtet zu werden. Zudem ist er bei der Einstellung von akademischem Personal der wichtigste Bewertungsmaßstab sowie dient in Spanien und Finnland gar als offizieller Indikator hinsichtlich der Bewertung der nationalen wissenschaftlichen Produktion (Ball, 2014), mit der Folge, daß teilweise sogar Bonuszahlungen auf Publikationen in besonders impact-starken Zeitschriften ausgelobt werden (Ball, 2014). Zudem bestätigte eine Umfrage zu den Publikationspräferenzen unter den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, daß der Journal Impact Factor „bei Publikationsabwägungen für die Mehrheit der Befragten „sehr wichtig“ (29%) bzw. „wichtig“ (33%) ist“ (Krampen et alii, 2012).
Einleitung: Die Arbeit führt in die Publikationspraxis verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen ein und thematisiert die steigende Präferenz für den Journal-Artikel, insbesondere in der Psychologie.
Wissenschaft als normativer Prozess: Es wird die Entstehung der Wissenschaft als autonomes Subsystem dargestellt und diskutiert, wie aktuelle Publikationsnormen die Autonomie der Wissenschaft herausfordern.
Notwendigkeit der Bibliometrie: Das Kapitel erläutert die quantitative Erfassung wissenschaftlicher Kommunikation und die Prämisse, dass die Zitationshäufigkeit als Indikator für Qualität und Wichtigkeit herangezogen wird.
Der Journal-Artikel: Hier wird das IMRAD-Format (bzw. EMED) als standardisierte Form wissenschaftlicher Publikation kritisch charakterisiert und hinsichtlich seiner Auswirkungen auf Kreativität und Freiheit untersucht.
Kritik des Journal Impact Factor: Es folgt eine detaillierte Analyse der Schwächen dieses Indikators, wie etwa die Verzerrung durch fachspezifische Zitationskulturen und die ungeeignete Anwendung auf Einzelleistungen.
Kritik des Peer Review: Dieses Kapitel analysiert das zentrale Begutachtungsverfahren kritisch hinsichtlich Reliabilität, Validität und Fairness und beleuchtet strukturelle Probleme sowie Reformvorschläge.
Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse im Kontext einer zunehmenden "Audit Society" und der Neuaushandlung des Sozialvertrags zwischen Wissenschaft und Politik integriert.
Bibliometrie, Publikationspraxis, Psychologie, Wissenschaft, Journal Impact Factor, Peer Review, Autonomie, Wissenschaftsforschung, quantitative Kriterien, wissenschaftliche Qualität, Forschung, Zitation, Evaluation, Validität, Reliabilität
Die Arbeit untersucht kritisch, wie aktuelle Publikationsnormen und Bewertungsverfahren, wie etwa der Journal Impact Factor und das Peer-Review-System, die Arbeitsweise von Wissenschaftlern und die Autonomie des wissenschaftlichen Systems beeinflussen.
Die zentralen Themen umfassen die Bibliometrie, die Standardisierung von Forschungsartikeln, die Kritik an quantitativen Leistungsindikatoren sowie die Analyse der institutionellen Bedingungen wissenschaftlicher Begutachtung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das wissenschaftliche System durch eine "Publikationskultur" in ein rigides Normenkorsett gezwängt wird, das häufig außer-wissenschaftlichen Kriterien folgt und die wissenschaftliche Autonomie gefährdet.
Es handelt sich um eine theoretische und explorative Arbeit, die auf der Sichtung und Analyse wissenschaftlicher Literatur und existierender Studien zum Publikations- und Begutachtungswesen basiert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung wissenschaftlicher Normen, die Bibliometrie als Instrument, die Standardisierung der Publikationsform (Journal-Artikel) sowie die spezifische Kritik an Journal Impact Factor und Peer Review.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bibliometrie, Journal Impact Factor, Peer Review, Wissenschaftsautonomie, Publikationspraxis und quantitative Evaluation.
Der Autor argumentiert, dass der Journal Impact Factor ein Mittelwert für Zeitschriften ist und daher nicht die individuelle Qualität einzelner wissenschaftlicher Beiträge oder deren Fortschrittsbedeutung für die Disziplin abbilden kann.
Kritisiert werden insbesondere die geringe Reliabilität der Verfahren, potenzielle Bias-Effekte bei den Gutachtern (z. B. durch politische Einstellung oder Bekanntheitsgrad der Autoren) sowie die Gefahr, dass innovative, nicht-konforme Forschung systematisch benachteiligt wird.
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