Bachelorarbeit, 2017
37 Seiten, Note: 2,0
1) Einleitung
2) Film- und Fernsehwirtschaft als Geschäftsmodell
2.1) Filmwirtschaft im Lauf der Geschichte
2.1.1) Von den Anfängen bis in die 50er
2.1.2) Die Ära des Fernsehens
2.1.3) Entwicklung von den 80ern bis heute
2.2) Transformation des öffentlichen Guts "Film"
2.2.1) Rezeptionskultur der Gegenwart
3) Grundlagen des Begriffs Video On Demand
3.1) Das Geschäftsmodell
3.2) Zum Bereich Content Strategie
3.2.1) Das Konzept der Mainstream-Anbieter
4) Forschungsmethodik
4.1) Qualitative Datenerhebung
4.2) Forschungsbereich
5) Qualitative Studie zur Erfahrung im Bereich Non-Mainstream VOD
5.1) realeyz.de - Indie Film Network
5.2) alleskino.de - Deutsche Kinofilme
5.3) Vergleich der Ergebnisse
5.3.1) Vergleich mit den Marktführern
6) Fazit
Die Arbeit untersucht die strategische Abgrenzung kleinerer, unabhängiger Video-on-Demand (VOD)-Anbieter vom marktführenden Mainstream im deutschen Filmmarkt. Ziel ist es, durch eine qualitative Analyse zu ergründen, wie diese Nischenanbieter trotz ähnlicher Geschäftsmodellstrukturen durch spezifische Content-Strategien und lokale Vernetzung eine differenzierte Marktpositionierung erreichen.
3.2) Zum Bereich Content Strategien
Seit Anbeginn des Internets und der Etablierung von E-Commerce und der Sozialen Medien, sind es die Inhalte, die den User durch persönliches Interesse, Veranschaulichung, Strukturierung und Zugänglichkeit dazu bewegen sollen, länger auf einer bestimmten Website zu verweilen oder eine Kaufentscheidung zu treffen. Die Inhalte sollen für das Zielpublikum attraktiv sein und es dazu animieren, aktiv zu werden. Der Inhalt der Website, auch Content genannt, übernimmt also die Aufgaben eines Verkäufers oder eines Callcenter-Mitarbeiters. Ähnlich der Aufbereitung von physischen Handelswaren in einem Geschäft, müssen bestimmte Inhalte auf bestimmte Weise und bestimmten Nutzergruppen angeboten werden, damit wirtschaftlicher Erfolg aus ihnen gezogen werden kann. "Content is what the user came to read, learn, see, or experience. From a business perspective, the content is the critical information the website, application, intranet, or any other delivery vehicle was created to contain or communicate."
Content Strategien beschäftigen sich mit der Verwaltung und Verwertung der anzubietenden Inhalte und bereiten das auf, was später durch das online Marketing beworben wird.
"Content strategy defines, how you're going to use content to meet your business goals and satisfy your users' needs. It guides decisions about content throughout its lifecycle, from discovery to deletion and sets benchmarks against which to measure the success of your content."
Beschrieben werden kann die Funktionsweise einer solchen Kernstrategie mit den Komponenten, die sie umgeben. Substance und Structure betreffen die Inhalte direkt und beschäftigen sich mit deren Eigenschaften (Themen, Medienarten, Quellen, Gattung) und Organisation (Format, Anzeige, Zugänglichkeit). Auf Seiten der realen Personen, die sich im Unternehmen mit den Inhalten beschäftigen, geht es um die Prozesse und Kompetenzen, die notwendig sind, um die Inhalte zur Verfügung zu stellen und deren Qualität aufrecht zu erhalten (Workflow). Außerdem um die Frage, wie Entscheidungen getroffen werden, die die Inhalte betreffen und weiterführend, wie die Ergebnisse dieser Entscheidungen innerhalb der Organisation kommuniziert werden (Governance).
1) Einleitung: Einführung in das Thema der digitalen Film-Distribution und die Zielsetzung der Arbeit, die Strategien unabhängiger VOD-Anbieter zu analysieren.
2) Film- und Fernsehwirtschaft als Geschäftsmodell: Historische Einordnung der Filmbranche sowie theoretische Definition von Geschäftsmodellen im Kontext der digitalen Transformation.
3) Grundlagen des Begriffs Video On Demand: Erläuterung der technischen und konzeptionellen Funktionsweise von VOD-Plattformen und die Bedeutung der Content-Strategie.
4) Forschungsmethodik: Darstellung der qualitativen Vorgehensweise mittels leitfadengestützter Experteninterviews zur Untersuchung der gewählten Fallbeispiele.
5) Qualitative Studie zur Erfahrung im Bereich Non-Mainstream VOD: Detaillierte Analyse und Vergleich der Anbieter realeyz.de und alleskino.de sowie deren Abgrenzung zum Mainstream.
6) Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der erarbeiteten strategischen Unterschiede in Content-ID und Marktansatz.
Video-on-Demand, Filmwirtschaft, Mainstream, Independent-Film, Content-Strategie, Geschäftsmodell, Streaming-Dienste, Digitale Distribution, Marktabgrenzung, Qualitative Forschung, Medienökonomie, Subscription-VOD, Standortfaktor Berlin, Plattformökonomie, Content-ID.
Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen VOD-Markt und analysiert, wie sich kleine, unabhängige Anbieter strategisch von großen Marktführern wie Netflix oder Amazon abgrenzen.
Die zentralen Felder sind die Transformation der Filmwirtschaft durch das Internet, die Entwicklung von Content-Strategien und der Vergleich zwischen Massenmarkt-Plattformen und spezialisierten Independent-Anbietern.
Das Ziel ist es, durch eine qualitative Studie zu verstehen, durch welche spezifischen Strategieentscheidungen sich kleinere Anbieter in einem von großen Playern dominierten Umfeld behaupten und differenzieren.
Es werden qualitative Experteninterviews in Form von zwei Single-Case-Studies durchgeführt, um tiefgehende Einblicke in die Strategien der Unternehmen zu gewinnen.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Filmwirtschaft und des VOD-Konzepts dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Firmen realeyz.de und alleskino.de.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Video-on-Demand, Content-Strategie, Independent-Film, digitale Distribution und Marktabgrenzung.
Berlin dient als wichtiger strategischer Knotenpunkt; die Firmen nutzen das Image der Stadt als Kreativzentrum für ihre Markenbildung und profitieren von lokalen Vernetzungen mit Filmschaffenden.
Während der Mainstream durch Massenmarketing und breite Verfügbarkeit überzeugt, setzen Independent-Anbieter auf spezialisierte, oft unbekanntere Inhalte und eine kuratierte Auswahl, die eine bewusste Entscheidung des Nutzers für ein bestimmtes kulturelles Profil erfordert.
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