Bachelorarbeit, 2013
63 Seiten, Note: 2,0
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung
2 Konzept des Sustainable Livelihoods-Ansatzes
2.1 Der Verwundbarkeitskontext (vulnerability context)
2.2 Die Kapitalien
2.3 Sich verändernde Strukturen und Prozesse
2.4 Strategien der Lebenssicherung (livelihood strategies)
2.5 Ergebnisse der Lebenssicherung (livelihood outcomes)
3 Einführung in die Regionen in Bangladesch und Ghana
3.1 Bangladesch (Kurigram Distrikt)
3.2 Ghana (Nadowli Distrikt)
4 Methodik und Vorgehensweise
4.1 Methode
4.2 Vorgehensweise: Livelihood Groups
4.3 Methodenkritik
5 Risiken von Saisonalität und ihre Auswirkungen auf unterschiedliche livelihoods (vulnerability)
5.1 Saisonale Ernährungsunsicherheit
5.2 Klimaänderungen
5.2.1 Niederschlagsvariabilität
5.2.2 Extremwetterereignisse
6 Migrationsstrategien (als livelihood strategies)
6.1 Migrationsstrukturen
6.1.1 Migranten
6.1.2 Migrationsentscheidungen
6.1.3 Bedeutung von sozialen Netzwerken für die Migrationsentscheidungen
6.1.4 Bedeutung von finanziellen Mitteln für die Migration
6.2 Gründe für die Migration
6.2.1 Persönliche Meinung über Migrationsgründe
6.2.1 Ausschlaggebende Gründe für die Migration
7 Migrationsergebnisse (als livelihood outcomes)
7.1 Migration als Einkommensquelle
7.1.1 Einfluss auf den Wohlstand der Haushalte
7.1.2 Migration und remittances
7.1.2.1 Art und Bedeutung der remittances
7.1.2.2 Nutzung der remittances
7.2 Migration und Rückkehr
8 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Migration eine geeignete Strategie der Lebenssicherung für ländliche Haushalte in Bangladesch und Ghana darstellt, um mit den Risiken saisonaler Unsicherheit, wie Ernährungsunsicherheit und Klimaänderungen, umzugehen.
2 Konzept des Sustainable Livelihoods-Ansatzes
Der Sustainable Livelihoods Approach (SLA) geht maßgeblich auf die Publikationen von Chambers und Conway zu Beginn der 1990er Jahre zurück (Chambers u. Conway 1991). Darauf aufbauend hat das Londoner Department for International Development (DFID) 1999 eine bis heute gängige konzeptionelle Umsetzung des Livelihoods-Ansatzes erarbeitet (DFID 1999). Der SLA wird heute besonders in der Entwicklungszusammenarbeit in Zusammenhang mit Armutsminderung, ländlicher Entwicklung oder Umweltmanagement eingesetzt. Es werden zentrale Probleme der Sozialforschung in Entwicklungsländern aufgegriffen, in dem die komplexe Vielfalt der Bestimmungsfaktoren für Armut beziehungsweise Lebenssicherung operationalisiert wird. Das Konzept des SLA ist thematisch breit angelegt und umfasst die soziale, ökonomische und umweltbezogene Perspektive. Daher ist er gut geeignet, einen Rahmen für eine komplexe Problemlage zu bilden. Dieser Analyserahmen stellt somit ein Hilfsmittel dar, um das Verständnis der Lebenssituation speziell von Armutsgruppen zu verbessern (Bohle 2001, S. 119f.). Ebenso stellt er auch eine gute Möglichkeit dar, die Migrationsstrategien und den Umgang mit saisonaler Unsicherheit in Bangladesch und Ghana zu untersuchen. Die wichtigsten Faktoren, die die Lebenssicherung ausmachen, werden in diesem Rahmen erfasst. Das Analyseraster ist nicht statisch und kann als ein flexibles Instrument angewendet und gegebenenfalls adaptiert werden.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Klimawandels und saisonaler Risiken für die Lebenssicherung in Bangladesch und Ghana sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Konzept des Sustainable Livelihoods-Ansatzes: Dieses Kapitel stellt das theoretische Analyseraster vor, welches die verschiedenen Kapitalien und Rahmenbedingungen für die Lebenssicherung betrachtet.
3 Einführung in die Regionen in Bangladesch und Ghana: Es erfolgt eine detaillierte Beschreibung der Untersuchungsgebiete Kurigram in Bangladesch und Nadowli in Ghana unter besonderer Berücksichtigung ihrer sozio-ökonomischen Gegebenheiten.
4 Methodik und Vorgehensweise: Hier werden die Herkunft der empirischen Daten, die Bildung der Livelihood Groups und eine kritische Auseinandersetzung mit der angewandten Forschungsmethodik beschrieben.
5 Risiken von Saisonalität und ihre Auswirkungen auf unterschiedliche livelihoods (vulnerability): Die Auswirkungen von saisonaler Ernährungsunsicherheit und Klimaänderungen auf die verschiedenen Haushaltstypen werden analysiert.
6 Migrationsstrategien (als livelihood strategies): Dieses Kapitel beleuchtet die Migrationsstrukturen, Entscheidungswege und die Rolle sozialer Netzwerke sowie finanzieller Mittel in beiden Ländern.
7 Migrationsergebnisse (als livelihood outcomes): Die Ergebnisse der Migration werden hinsichtlich ihrer Rolle als Einkommensquelle, des Einflusses auf den Wohlstand und der Bedeutung von Remittances diskutiert.
8 Schlussbetrachtung: Zusammenfassend wird bewertet, inwieweit Migration eine nachhaltige Strategie zur Existenzsicherung darstellt.
Sustainable Livelihoods, Saisonalität, Bangladesch, Ghana, Migration, Ernährungsunsicherheit, Klimaänderungen, Armut, Lebenssicherung, Remittances, Livelihood Groups, Verwundbarkeit, Sozialkapital, Entwicklungsländer, Migrationsstrategien.
Die Arbeit untersucht, inwieweit Migration als Strategie zur Lebenssicherung für ländliche Haushalte in Regionen von Bangladesch und Ghana dient, die von saisonaler Unsicherheit und Klimaveränderungen betroffen sind.
Die zentralen Felder umfassen den Sustainable Livelihoods-Ansatz, die Analyse saisonaler Risiken (Ernährung, Klima) und die Untersuchung von Migrationsmustern, -entscheidungen und deren wirtschaftlichen Ergebnissen für die Haushalte.
Das Ziel ist festzustellen, ob Migration eine geeignete und langfristig tragfähige Strategie zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Reduzierung der Verwundbarkeit in den betroffenen Haushalten darstellt.
Die Arbeit nutzt quantitativen Daten aus Haushaltsbefragungen in Bangladesch und Ghana, welche im Zuge eines internationalen Forschungsprojekts erhoben wurden, und wertet diese anhand von gebildeten Livelihood Groups aus.
Der Hauptteil analysiert die Risiken von Saisonalität, beschreibt die Migrationsstrukturen in den jeweiligen Distrikten, vergleicht Entscheidungsfindungen innerhalb der Haushalte und bewertet die ökonomischen Folgen, insbesondere durch den Erhalt von Transferzahlungen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie Sustainable Livelihoods, Verwundbarkeit (vulnerability), Saisonalität, Migrationsstrategien und die Unterscheidung verschiedener Livelihood Groups charakterisiert.
In Bangladesch fließen Remittances vor allem in die Schuldentilgung und Ernährung, während in Ghana verstärkt auch in Gesundheitsvorsorge und Bildung investiert wird, was auf eine unterschiedliche langfristige Bedeutung hinweist.
Die Arbeit führt die signifikanten Unterschiede auf die dominanten sozialen Normen, die unterschiedliche Risikowahrnehmung und die differenzierten Möglichkeiten am jeweiligen Zielort zurück.
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