Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition: „Neue Väter“
2.2 Vaterschaft in der Geschichte (Rollenwandel)
2.3 Vaterschaft heute
2.4 Familienpolitische Leistungen
2.5 Theoretische Ansätze
2.5.1 Strukturfunktionalistisches Familienmodell
2.5.2 Ökonomische Theorie der Familie
2.5.3 Ressourcentheorie
2.5.4 Geschlechtsrollenansatz & Doing Gender
2.5.5 Gegenwartsbezug der Theorien
3. Ausgangslage und Fragestellung
4. Methodisches Vorgehen
5. Ergebnisse
5.1 Umsetzung von Einstellung in Verhalten
5.1.1 Traditionalisierungseffekt
5.1.2 Aufteilung von kindbezogenen Aufgaben
5.1.3 Motivation der Väter
5.1.4 Zeit für und mit den Kindern
5.1.5 Zwiespalt zwischen Rolle als Ernährer und Rolle des „Neuen Vaters“
5.1.6 Qualitatives Engagement
5.1.7 Elternzeit
5.1.8 Teilzeitarbeit
5.1.8 Weitere Beispiele
5.1.10 Zwischenfazit
5.2 Einflussfaktoren
5.2.1 Beruf und Kariere
5.2.2 Geld
5.2.3 Partnerin
5.2.4 Mann
5.2.5 Kind
5.2.6 Umfeld & Öffentlichkeit
5.2.7 Sonstiges
6. Fazit & Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der „neuen Väter“ und analysiert die Diskrepanz zwischen der modernen Einstellung zu egalitärer Vaterschaft und der tatsächlichen Umsetzung im familiären Alltag. Dabei wird erforscht, welche strukturellen, sozialen und individuellen Faktoren dazu führen, dass dieser Rollenwandel in der Praxis oft an traditionellen Mustern scheitert.
5.1.1 Traditionalisierungseffekt
Vor der Geburt des ersten Kindes besteht in weiten Teilen unserer Gesellschaft eine egalitäre Aufgabenteilung in der Erwerbsarbeit mit gleichen beruflichen Entwicklungschancen und durchschnittlich 30 Arbeitsstunden pro Woche für Männer und Frauen. Nach der Geburt setzt jedoch in vielen Fällen der sogenannte „Traditionalisierungseffekt“ ein, der „zu einer Neuverteilung der Erwerbsrolle im Sinne traditioneller Muster“ (Kalicki et al 2007, S. 85) führt. Die Väter steigern hierbei ihr berufliches Engagement sogar noch, wohingegen die Mütter ihre Erwerbsarbeit erheblich reduzieren und sich der Kinderbetreuung widmen. Die Väter sind daher im Durchschnitt sogar häufiger und zeitlich länger erwerbstätig als Männer ohne Kind (BMFSFJ 2012). Selbst eine Vollzeitstelle der Mütter kurz nach der Geburt und somit die Chance für die Männer, sich im Gegenzug der Kinderbetreuung zu widmen, führt meist zu keiner Reduktion der Arbeitszeit von Vätern (Jurczyk & Rauschenbach 2009).
Aufgrund des Traditionalisierungseffektes ist insbesondere die Zeit nach der Geburt entscheidend, ob „sich relativ gleichgewichtige Muster entwickeln oder – entgegen den Intentionen des Paares – zunächst traditionellere Aufgabenteilung durchsetzen“ (Flake 2014, S. 39).
1. Einleitung: Einführung in die Diskrepanz zwischen der modernen Einstellung zur Vaterrolle und der tatsächlichen Umsetzung sowie Darlegung der Zielsetzung.
2. Theoretischer Hintergrund: Definition des Begriffs „neue Väter“, historischer Rollenwandel, familienpolitische Leistungen und theoretische Erklärungsmodelle zur Arbeitsteilung.
3. Ausgangslage und Fragestellung: Einordnung der Väterforschung in den aktuellen Forschungsstand und Konkretisierung der Forschungsfrage.
4. Methodisches Vorgehen: Erläuterung der Literaturrecherche und des analytischen Prozesses, der der Arbeit zugrunde liegt.
5. Ergebnisse: Detaillierte Analyse, warum die Einstellung von Vätern oft nicht in Verhalten umgesetzt wird, unterteilt in praktische Beispiele und zentrale Einflussfaktoren.
6. Fazit & Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse sowie Ableitung von notwendigen Veränderungen in Politik, Unternehmen und Gesellschaft für eine erfolgreichere Umsetzung egalitärer Vaterschaft.
Neue Väter, Vaterschaft, Rollenwandel, Erziehung, Arbeitsteilung, Traditionalisierungseffekt, Elternzeit, Elterngeld, Vereinbarkeit, Beruf, Karriere, Partnerin, Einflussfaktoren, Geschlechtsrollenansatz, Doing Gender.
Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen der modernen Einstellung vieler Väter zu einer egalitären Partnerschaft und dem tatsächlich beobachtbaren Verhalten im Alltag.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Arbeitsteilung in Familien, familienpolitische Rahmenbedingungen, der Einfluss von beruflichen Faktoren sowie soziale Barrieren, die Väter bei der praktischen Umsetzung ihrer modernen Einstellung einschränken.
Ziel ist es zu verstehen, woran die Umsetzung einer egalitären Vaterschaft in der Praxis scheitert und welche konkreten Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, bei der aktuelle Studien und Veröffentlichungen gesichtet, geordnet und in Bezug auf theoretische Ansätze interpretiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der tatsächlichen Umsetzung des Verhaltens („neuer Väter“) und eine Analyse von Einflussfaktoren wie Beruf, Geld, die Rolle der Partnerin, persönliche Eigenschaften des Mannes, das Kind sowie Einflüsse durch Umfeld und Öffentlichkeit.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören „neue Väter“, „Traditionalisierungseffekt“, „Elternzeit“, „Arbeitsteilung“ sowie „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“.
Die Arbeit zeigt, dass die Mehrheit der Väter lediglich die zwei „Partnermonate“ in Anspruch nimmt, was primär der Maximierung des Elterngeldes dient, anstatt eine grundlegende Neuaufteilung der Sorgearbeit im Haushalt darzustellen.
Die Arbeit beschreibt eine sogenannte „Gate-Keeper-Funktion“ der Mutter, bei der durch hohe Qualitätsansprüche an die Kinderbetreuung oder mangelndes Vertrauen in die väterlichen Fähigkeiten die Integration des Vaters in die Pflege des Kindes erschwert werden kann.
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