Bachelorarbeit, 2016
102 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2.1 Der Derivatemarkt
2.2.1 Forwards
2.2.2 Swaps
3 Die Risiken aus OTC-Derivaten
3.1 Kontrahentenrisiko als Teil des Kreditrisikos
3.1.1 Credit-Value-Adjustment-Risk
3.1.2 Wrong-Way-Risk
3.2 Marktrisiko
3.3 Liquiditätsrisiko
3.4 Operationelles Risiko
3.5 Systemisches Risiko
4 Die gesetzliche Risikoregulierung mittels Besicherung
4.1 Basel III als Rahmenregelwerk
4.1.1 Basel III und das CVA-Risk
4.1.2 Basel III und das Wrong-Way-Risk
4.1.3 Liquiditätsanforderungen durch LCR/NFSR
4.2 EMIR
4.2.1 Clearingpflicht über CCP
4.2.2 Meldepflicht
4.2.3 Risikomanagement
5 Die Anwendung des Collateral Managements in Kreditinstituten
5.1 Vertragliche Grundlagen eines bilateralen Collateral Agreements
5.2 Der Prozess der bilateralen Besicherungen in einem Kreditinstitut
5.4 Die Optimierung von Collateral Management
5.4.1 Die zentralisierte Allokation von Collateral
5.4.2 Der zentralisierte Zugang zu Collateral
5.4.3 Collateral Transformation
5.4.4 Rehypothecation
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den strategischen Wandel des Collateral Managements in Kreditinstituten vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Anforderungen an den OTC-Derivatehandel. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Sicherheitenmanagement zur Minderung von Kontrahentenrisiken eingesetzt wird und welche operative sowie strategische Bedeutung die effiziente Collateral-Optimierung für Banken in einem regulierten Marktumfeld erlangt hat.
2.2.1 Forwards
Das ursprünglichste und in seiner Funktionsweise simpelste aller Derivate ist das Forward. Seine Entstehung geht zurück bis in die Epoche der antiken Griechen, die den Absatz ihrer angebauten Oliven bereits vor dem Eintreten der tatsächlichen Ernte mittels Forward-Verträgen absicherten. Andere zu erwähnende Strukturen der Historie waren sowohl die Derivatemärkte in Osaka, Japan, auf denen vor allem Reis gehandelt wurde, als auch der Tulpenhandel in Amsterdam, durch den bereits im 17. Jahrhundert aufgrund von Spekulation ein finanzieller Kollaps entstanden ist. Forward-Geschäfte, die über eine Börse abgeschlossen werden, werden als Future-Kontrakte bezeichnet. Die ersten modernen Märkte an einer Präsenzbörse, an der folglich Futures gehandelt wurden, entstanden im Jahr 1848 in Chicago.
Futures und Forwards unterscheiden sich jedoch nicht nur nach dem Ort der Ausführung und der damit einhergehenden Standardisierung beziehungsweise individueller Vertragsanpassung zwischen den Parteien. Die Termingeschäfte unterscheiden sich darüber hinaus in der Art der Durchführung. Das Forward wird in mehr als 90% der Fällen tatsächlich geliefert beziehungsweise bar endabgerechnet, wohingegen beim Handel an der Börse täglich abgerechnet wird und der Kontrakt gewöhnlich vor Fälligkeit geschlossen wird. Tatsächlich kommt es bei einem Futurekontrakt in weniger als 1% zur tatsächlichen Lieferung.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Wachstum des Derivatemarktes ein und erläutert die steigende Bedeutung des Risikomanagements sowie des Collateral Managements für Kreditinstitute nach der Finanzkrise.
2.1 Der Derivatemarkt: Das Kapitel definiert Derivate als Termingeschäfte zur Risikoabsicherung und Klassifizierung, wobei ein Fokus auf den außerbörslichen (OTC) Handel und dessen Abwicklungsformen gelegt wird.
3 Die Risiken aus OTC-Derivaten: Hier werden die kanonischen Risikoarten (Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, operationelles und systemisches Risiko) im Zusammenhang mit OTC-Derivaten definiert, mit besonderem Augenmerk auf das Kontrahentenrisiko.
4 Die gesetzliche Risikoregulierung mittels Besicherung: In diesem Kapitel werden die Rahmenregelwerke Basel III und EMIR sowie deren Einfluss auf die Besicherungspflichten für Kreditinstitute detailliert diskutiert.
5 Die Anwendung des Collateral Managements in Kreditinstituten: Das Kapitel beschreibt die praktischen Prozesse der bilateralen Besicherung, vertragliche Grundlagen (ISDA/CSA) sowie Strategien der Collateral-Optimierung.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Collateral Management heute einen strategischen Wettbewerbsvorteil darstellt und sich durch die zunehmende Regulierung zu einem integralen Bestandteil der Gesamtbanksteuerung entwickelt hat.
Collateral Management, Besicherung, OTC-Derivate, Risikomanagement, Kontrahentenrisiko, Basel III, EMIR, Collateral Optimierung, Credit-Value-Adjustment, Wrong-Way-Risk, Liquiditätsrisiko, Initial Margin, Variation Margin, Netting, Rehypothecation
Die Arbeit analysiert, wie Kreditinstitute das Collateral Management zur Absicherung von Risiken aus OTC-Derivaten nutzen und wie sich dieser Bereich durch regulatorische Vorgaben gewandelt hat.
Die zentralen Themen sind Derivatemarktstrukturen, Risikomanagement bei Derivaten, regulatorische Anforderungen (Basel III/EMIR) und moderne Optimierungsstrategien im Sicherheitenmanagement.
Das Ziel ist es, dem Leser die Zusammenhänge zwischen OTC-Handel, Risikomanagement und der gesetzlich geforderten Besicherung zu erläutern und aufzuzeigen, wie Institute ihre Collateral-Prozesse strategisch optimieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung von Experteninterviews mit Vertretern der DekaBank mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Risiken aus OTC-Derivaten, die Erläuterung relevanter Gesetze wie Basel III und EMIR sowie die praktische Anwendung und Optimierung des Collateral Managements.
Die wichtigsten Schlagworte sind Collateral Management, OTC-Derivate, Kontrahentenrisiko, Besicherung, Basel III, EMIR und Collateral Optimierung.
Standard-Transaktionen werden zunehmend über zentrale Gegenparteien (CCPs) gecleart, während Nicht-Standard-Transaktionen weiterhin bilateral abgewickelt und besichert werden.
Rehypothecation beschreibt die Weiterverwendung von erhaltenen Sicherheiten, etwa durch Umschichtung oder als eigenes Collateral, um Liquiditätsvorteile zu generieren, was jedoch ein kontroverses Thema bezüglich der damit verbundenen Risiken ist.
Durch einen Threshold von Null wird das gesamte unbesicherte Exposure eliminiert, was im Vergleich zu früheren Freigrenzen eine lückenlose Absicherung des Marktwertes eines Derivateportfolios gewährleistet.
Basel III verpflichtet Banken dazu, Positionen mit erhöhtem Wrong-Way-Risk zu identifizieren und strenger zu überwachen, da bei diesem Risiko eine positive Korrelation zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kontrahenten und dem Wert des Derivats besteht.
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