Masterarbeit, 2014
109 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen zu Erfolgsfaktoren im selektiven Demarketing
2.1 Demarketing
2.1.1 Begriffsklärung selektives Demarketing
2.1.2 Prozess des selektiven Demarketings
2.1.3 Definition von Erfolg im selektiven Demarketing
2.1.4 Definition von Erfolgsfaktoren
2.2 Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen
2.2.1 Attributionstheorie
2.2.2 Equity-Theorie
2.2.3 Andere verhaltenswissenschaftliche Theorien
2.2.4 Erklärungsbeitrag der verhaltenswissenschaftlichen Theorien
3. Empirische Untersuchung
3.1 Forschungsdesign
3.1.1 Erhebungsmethode
3.1.2 Auswahl der befragten Unternehmen
3.1.3 Auswertungsmethode
3.2 Dokumentation der Untersuchungsergebnisse
3.2.1 Allgemeine Rahmenbedingungen
3.2.2 Spezielle Rahmenbedingungen
4. Diskussion
4.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
4.2 Kritische Reflexion
4.3 Implikationen
4.3.1 Implikationen für die weitere Forschung
4.3.2 Anregungen für Unternehmen
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Identifikation und Analyse von Erfolgsfaktoren im selektiven Demarketing. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Wirkungsweisen dieses Marketinginstruments zu schaffen, um Unternehmen dabei zu unterstützen, Kundenbeziehungen zielgerichtet zu steuern und negative Konsequenzen zu vermeiden.
1.1 Problemstellung
Das Thema selektives Demarketing, also der Umgang mit unerwünschten Kunden, ist von großer praktischer Relevanz, denn nicht jeder Kunde wird vom Anbieter als erwünscht empfunden und eingestuft. Dies zeigt auch die empirische Untersuchung in der vorliegenden Arbeit. Hier zum Einstieg zwei Beispiele, die auch in Presse und Öffentlichkeit wahrgenommen wurden:
Im September 2012 entschied ein Cafébesitzer im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, einen Poller mittig vor der Eingangstür zu installieren, damit keine Kinderwagen in sein Café mitgebracht werden können. Der Sturm der Entrüstung, der daraufhin u.a. im Internet auf sozialen Plattformen losbrach, veranlasste den Inhaber, sein Lokal vorübergehend zu schließen. Offensichtlich war ihm nicht bewusst gewesen, welchen Schaden ihm seine Ausgrenzungsmaßnahme zufügen würde (vgl. Hutfils 2012).
Auch das zweite Beispiel weist auf die hohe praktische Relevanz von Demarketingmaßnahmen hin: Ein Beratungsunternehmen verringerte im Jahr 2013 den Servicelevel bei einem wirtschaftlich für sie relativ unbedeutenden Kunden. Da der Kunde gut vernetzt war, gelangte die von ihm erfahrene Fehlleistung schnell weiter an andere Kunden und gewann so eine starke Wirkung. Als Reaktion erteilten diese dem Beratungsunternehmen keine Aufträge mehr. Negative Effekte multiplizieren sich unter diesen Umständen wie in einem „Schneeballsystem“ oder als „Zauberlehrlingseffekt“, weil die indirekt beeinflussten Kunden zu den bedeutenden, d.h. umsatzgenerierenden gehörten. Den Verantwortlichen war nicht bewusst, dass bei der Anwendung dieser selektiven Demarketingmaßnahme eine wichtige Rahmenbedingung zur Wirkung kam, die den Erfolg in Misserfolg verwandelte.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die praktische Relevanz von selektivem Demarketing anhand von Fallbeispielen und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Masterarbeit.
2. Theoretische Grundlagen zu Erfolgsfaktoren im selektiven Demarketing: Hier werden der Begriff des Demarketings theoretisch fundiert, die Prozessschritte dargestellt und verhaltenswissenschaftliche Theorien als Erklärung für Kundenreaktionen herangezogen.
3. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel begründet das qualitative Forschungsdesign, beschreibt die Datenerhebung mittels Experteninterviews und dokumentiert die Ergebnisse zu allgemeinen und speziellen Rahmenbedingungen.
4. Diskussion: Das Kapitel interpretiert die Ergebnisse der empirischen Studie im Kontext der theoretischen Grundlagen, reflektiert die Vorgehensweise kritisch und leitet Implikationen für die Forschung sowie Anregungen für die Unternehmenspraxis ab.
Selektives Demarketing, Erfolgsfaktoren, Kundenbeziehungsmanagement, Kundenabwehr, qualitative Inhaltsanalyse, Kundenbewertung, Abhängigkeit, Vertrauen, Wettbewerb, Attributionstheorie, Equity-Theorie, negative Mundpropaganda, Unternehmenspraxis, Beziehungsbeendigung, Rahmenbedingungen.
Die Arbeit behandelt das strategische Marketinginstrument des selektiven Demarketings, also den bewussten Umgang mit Kunden, die aus Sicht eines Unternehmens unerwünscht sind oder deren Beziehung beendet werden soll.
Zentrale Themen sind der Prozess des Demarketings, die Bewertung von Kunden, die Wahl der richtigen Ausgrenzungsstrategie sowie die Analyse von Erfolgsfaktoren unter Berücksichtigung von psychologischen und sozialen Faktoren.
Das primäre Ziel ist die Identifikation von Erfolgsfaktoren im selektiven Demarketing, um für Unternehmen steuerbare Einflussgrößen aufzuzeigen, die bei der Kundenabwehr erfolgsentscheidend sind.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Die Datenbasis bilden zehn explorative Experteninterviews, die mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse in Anlehnung an Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung mittels Marketing- und verhaltenswissenschaftlicher Theorien sowie den empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Expertenbefragung nach Rahmenbedingungen wie Macht, Vertrauen, Wettbewerb und Kultur systematisiert werden.
Die zentralen Schlagworte sind selektives Demarketing, Erfolgsfaktoren, Kundenabwehr, Kundenbewertung, Prozessgestaltung und Rahmenbedingungen des Kundenverhaltens.
Die Schwierigkeit liegt in der Komplexität der Rahmenbedingungen; Unternehmen müssen abwägen zwischen notwendiger Kundenabwehr und dem Risiko negativer Auswirkungen wie Reputationsverlust, negativer Mundpropaganda oder langfristigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten.
Diese Theorien, wie etwa die Attributionstheorie oder die Equity-Theorie, helfen dabei, die emotionalen und kognitiven Reaktionen der Kunden auf eine Abweisung zu verstehen und somit Maßnahmen zu entwickeln, die einen Vertrauensverlust minimieren oder eine externalisierte Schuldzuweisung fördern.
Aufgrund des explorativen Charakters des weitgehend unerforschten Gebiets und der Schwierigkeit, valide Daten über ein sensibles Thema wie "Kundenabwehr" zu sammeln, wurde der qualitative Ansatz als zielführender für die Identifikation von Mustern und Erfolgsfaktoren bewertet.
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