Diplomarbeit, 2018
37 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand
1.2 Exkurs: Polizei und Gewalt
1.3 Methode, Ansatz und Aufbau der Arbeit
2. Rahmenbedingungen des polizeilichen Einschreitens
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.1.1 Gesetzliche Vorgaben
2.1.2 Innerdienstliche Regelungen
2.2 Kommunikationspsychologische Grundlagen
2.2.1 Die fünf Axiome zwischenmenschlicher Kommunikation
2.2.2 Das Nachrichtenquadrat
3. Forschungsfrage
4. Untersuchung
4.1 Datenmaterial
4.2 Untersuchungsergebnisse
4.2.1 'Feindbild' Bürger oder: Die Einstellung ist Ausgangspunkt des Verhaltens
4.2.2 Herausforderung Kontaktphase oder: Erst die Beziehung, dann die Anordnung
4.2.3 Die Gesprächsführung oder: Es geht sicher nicht immer, aber es geht
5. Fazit
5.1 Deeskalation als elementarer Bestandteil der Polizeiarbeit
5.2 Themenwahl und Zugang
Die Diplomarbeit untersucht das Deeskalationsmanagement bei der bayerischen Polizei mit dem Ziel, rhetorische und körperliche Interventionstechniken kritisch zu analysieren, um Eskalationsspiralen im polizeilichen Einsatz effektiver zu vermeiden oder einzudämmen.
2.2.1 Die fünf Axiome zwischenmenschlicher Kommunikation
Paul Watzlawick und seine Kollegen haben 1969 fünf Axiome zwischenmenschlicher Kommunikation beschrieben, die auch beim Zusammentreffen von Polizei und Bürger wirksam werden.
Man kann nicht nicht kommunizieren. Dieses Grundprinzip bedeutet, dass es im zwischenmenschlichen Kontakt nicht möglich ist, sich seinem Gegenüber nicht mitzuteilen. Zwischenmenschliches Verhalten, Watzlawick setzt Verhalten gleich mit Kommunikation, erzeugt also immer Wirkung und zwar selbst dann, wenn diese Wirkung überhaupt nicht beabsichtigt war.
So können Polizeibeamte, die am Einsatzort ankommend schmunzelnd aus dem Fahrzeug steigen, weil sie über Funk gerade noch einen netten Einsatzverlauf mitgehört haben, eine geradezu verheerende Wirkung auf den Bürger haben, wenn sich dieser wegen des Schmunzelns nicht ernstgenommen fühlt.
Durch freundliches, aber bestimmtes und insgesamt korrektes Auftreten lässt sich über diese Regel andererseits ganz bewusst eine Atmosphäre herstellen, in der ein ernsthaftes, zugleich jedoch ein wertschätzendes Miteinander möglich wird.
1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands Deeskalationsmanagement sowie der methodischen Herangehensweise unter Einbeziehung kriminologischer und kommunikationspsychologischer Daten.
2. Rahmenbedingungen des polizeilichen Einschreitens: Darlegung der rechtlichen Befugnisse der Polizei und der psychologischen Grundlagen, insbesondere der Kommunikationstheorien von Watzlawick und Schulz von Thun.
3. Forschungsfrage: Formulierung der zentralen Frage, wie Haltung und Einsatzverhalten der Polizei die Entstehung von Gewalt im Polizei-Bürger-Kontakt beeinflussen.
4. Untersuchung: Auswertung von Datenmaterial zu Gewalt gegen Polizeibeamte mit Fokus auf die Bedeutung der Kontaktphase, des Feindbildes und der Gesprächsführung.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Deeskalation als wesentlichem Bestandteil der Polizeiarbeit und Plädoyer für eine stärkere Beachtung des Beziehungsaspekts im Einsatz.
Deeskalationsmanagement, Bayerische Polizei, Gewaltmonopol, Eskalationsspirale, Kommunikationspsychologie, Einsatzverhalten, Kontaktphase, Gewalt gegen Polizeibeamte, Gesprächsführung, Interaktionsanalyse, Widerstandshandlungen, Beziehungsaspekt, Deeskalation, Polizeiliche Intervention, Gewaltperzeption.
Die Arbeit analysiert kritisch das Deeskalationsmanagement bei der bayerischen Polizei und untersucht, wie durch rhetorische und körperliche Interventionstechniken Eskalationsspiralen in polizeilichen Einsätzen vermieden werden können.
Der Fokus liegt auf einer interdisziplinären Betrachtung, die kriminologische Daten mit kommunikationspsychologischen Theorien, wie dem Nachrichtenquadrat von Schulz von Thun und den Axiomen von Watzlawick, verbindet.
Es soll bewertet werden, wie die grundlegende Haltung der Polizei gegenüber dem Bürger und das daraus resultierende Einsatzverhalten dazu beitragen können, Gewaltentstehung im Polizei-Bürger-Kontakt als Träger des Gewaltmonopols aktiv zu vermeiden.
Die Autorin nutzt bereits vorliegendes Datenmaterial der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und Studien des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), um diese unter kommunikationspsychologischen Aspekten neu zu interpretieren.
Der Hauptteil behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die kommunikationspsychologischen Grundlagen der Interaktion, die Problematik von "Feindbildern" beim Bürger, die Bedeutung der Kontaktphase sowie die Analyse von Geschlechts- und Altersunterschieden im Einsatz.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Deeskalationsmanagement, Gewaltmonopol, Eskalationsspirale, Kontaktphase und Interaktionsanalyse bestimmt.
Die Autorin kritisiert die Darstellung in den bayerischen Landeslagebildern als teilweise dramatisiert, da sie durch die Einbeziehung von Beleidigungsdelikten ein Bild des Bürgers als aggressiv erzeuge, was das präventive Deeskalationsverhalten der Beamten negativ beeinflussen kann.
Laut Arbeit führen Beziehungsstörungen in der frühen Kontaktphase oft dazu, dass sachliche Informationen blockiert werden, was Eskalationsspiralen begünstigt, weshalb die Polizei den Beziehungsebene stärker als Präventionsinstrument nutzen sollte.
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