Diplomarbeit, 2005
87 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Inhaltliche Abgrenzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Unternehmenssanierung
2.1 Das Unternehmen in der Krise
2.1.1 Krisenbegriff und Krisenmerkmale
2.1.2 Krisenarten
2.1.3 Krisenverlauf
2.1.4 Krisenentstehung
2.1.4.1 Krisenursachenforschung
2.1.4.2 Ursachen von Unternehmenskrisen
2.1.4.3 Merkmale von Krisenursachen
2.1.5 Krisenerkennung und –vermeidung
2.2 Die Überschuldungsprüfung
2.3 Die Unternehmenssanierung als Option der Krisenbewältigung
2.3.1 Begriffsbestimmung und -abgrenzung
2.3.2 Träger des Sanierungsmanagements
2.3.3 Die Sanierungsprüfung
2.3.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.3.2 Sanierungsbedürftigkeit
2.3.3.3 Sanierungsfähigkeit
2.3.3.4 Sanierungswürdigkeit
2.3.4 Anforderungen an den Inhalt von Sanierungskonzepten
3 Möglichkeiten der Unternehmenssanierung unter dem Gesichtspunkt der Überschuldung
3.1 Außergerichtliche Sanierungsmaßnahmen
3.1.1 Auflösung stiller Reserven
3.1.2 Zuführung von Eigenkapital
3.1.3 Rangrücktrittsvereinbarung
3.1.4 Der außergerichtliche Vergleich
3.2 Sanierung im Insolvenzverfahren
3.3 Gerichtliche versus außergerichtliche Sanierung
4 Der Forderungsverzicht
4.1 Zivilrechtliche Grundlagen und Formen des Forderungsverzichtes
4.1.1 Unbedingter Forderungsverzicht
4.1.2 Forderungsverzicht mit Besserungsabrede
4.2 Entscheidung
4.2.1 Zielsetzung der Gläubiger
4.2.1.1 Vorbemerkung
4.2.1.2 Banken
4.2.1.3 Lieferanten
4.2.1.4 Kunden
4.2.1.5 Arbeitnehmer
4.2.1.6 Staat/ Finanzamt
4.2.1.7 Eigentümer
4.2.1.8 Gemeinsam
4.2.1.9 Schlussfolgerung
4.2.2 Zielsetzung des Krisenunternehmens
4.3 Durchführung
4.4 Handels- und steuerrechtliche Behandlung
4.4.1 Handelsrechtliche Auswirkungen
4.4.2 Steuerrechtliche Auswirkungen
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Forderungsverzicht als betriebswirtschaftlich wirksames Instrument zur Abwendung der drohenden oder existenten Überschuldung bei Krisenunternehmen im Rahmen einer außergerichtlichen Sanierung, wobei insbesondere die Interessenlage der beteiligten Gläubiger analysiert wird.
4.1.2 Forderungsverzicht mit Besserungsabrede
Da mit dem endgültigen Erlöschen der Forderung der Gläubiger nach gelungener Sanierung unter Umständen nicht von seinem Sanierungsbeitrag profitiert und somit geringe Motivation hat, diesen zu erbringen, wird in vielen Fällen ein Forderungsverzicht an eine Bedingung nach § 158 BGB geknüpft. Zweckmäßig ist dabei, dass diese Bedingung die zukünftige wirtschaftliche Genesung des Schuldners (Besserung der Vermögensverhältnisse) zum Inhalt hat. Die Bedingungen für den Besserungseintritt sollten genau formuliert werden und können an wirtschaftliche Kennzahlen anknüpfen, wie beispielsweise zukünftigen Gewinnen oder dem Erreichen einer bestimmten Höhe des Eigenkapitals.
Diese sogenannte Besserungsabrede ist gesetzlich nicht geregelt, sondern wurde in der Insolvenzpraxis im Zusammenhang mit Vergleichen entwickelt. Unter ihr wird nach herrschender Meinung ein unter einer auflösenden Bedingung stehender Erlassvertrag verstanden. Anhand der Ausgestaltung des Forderungsverzichtes mit Besserungsabrede sind zivilrechtlich zwei verschiedene Erscheinungsformen zu unterscheiden, die aber wirtschaftlich das gleiche Ziel verfolgen. So kann einerseits der Forderungsverzicht unter einer auflösenden Bedingung gemäß § 158 Abs. 2 BGB vereinbart werden. Mit Eintritt der Bedingung wird der Erlassvertrag rückwirkend aufgelöst und die Forderung lebt wieder auf, als wäre sie nie erlassen wurden. Die auflösende Bedingung tangiert dabei das – zumindest zeitweilige - Erlöschen der Forderung sowie der von ihr abhängigen Rechte nicht.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Problematik von Unternehmensinsolvenzen und grenzt den Fokus der Untersuchung auf die außergerichtliche Sanierung von Kapitalgesellschaften bei Überschuldung ein.
2 Grundlagen der Unternehmenssanierung: Dieses Kapitel erläutert den Krisenbegriff, die Klassifizierung von Krisen, den Phasenverlauf und legt die Grundlagen für die Sanierungsprüfung sowie die Anforderungen an ein Sanierungskonzept.
3 Möglichkeiten der Unternehmenssanierung unter dem Gesichtspunkt der Überschuldung: Das Kapitel vergleicht außergerichtliche Maßnahmen wie Eigenkapitalzuführung und Vergleichsverhandlungen mit dem gerichtlichen Insolvenzverfahren unter besonderer Berücksichtigung des Überschuldungsstatustats.
4 Der Forderungsverzicht: Das zentrale Kapitel analysiert zivilrechtliche Formen, die Entscheidungsprozesse verschiedener Gläubigergruppen anhand eines Interessenkatalogs sowie die handels- und steuerrechtliche Durchführung des Forderungsverzichtes.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über die Wirksamkeit außergerichtlicher Sanierungen und bewertet den Forderungsverzicht als zentrales, jedoch in Maßnahmenkombinationen einzubettendes Instrument.
Unternehmenssanierung, Überschuldung, Forderungsverzicht, Außergerichtlicher Vergleich, Insolvenzverfahren, Besserungsabrede, Sanierungskonzept, Sanierungsprüfung, Gläubigerinteressen, Rangrücktritt, Debt-Equity-Swap, Krisenmanagement, Unternehmenskrise, Eigenkapitalersatz, Bilanzierung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Forderungsverzicht als wichtigem Instrument zur Sanierung von Unternehmen, die sich in einer Überschuldungssituation befinden, und untersucht insbesondere den außergerichtlichen Kontext.
Zentrale Themen sind die Krisendiagnose, die rechtlichen Voraussetzungen der Sanierungsprüfung, die Interessenanalyse verschiedener Gläubigergruppen sowie die zivil- und steuerrechtliche Behandlung von Sanierungsmaßnahmen.
Ziel ist es, die Anwendbarkeit des Forderungsverzichtes zu untersuchen, seine Vor- und Nachteile aufzuzeigen und zu klären, wovon die Zustimmung der Gläubiger abhängt und wie diese durch das Unternehmen beeinflusst werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer betriebswirtschaftlichen Analyse unter Berücksichtigung insolvenzrechtlicher Rahmenbedingungen, der Auswertung von Fachliteratur sowie der Erstellung eines Interessenkatalogs für verschiedene Gläubiger.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Krise, die verschiedenen Sanierungsinstrumente (außergerichtlich vs. gerichtlich) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Forderungsverzicht inklusive der Interessen der Beteiligten.
Zu den prägenden Begriffen zählen Sanierung, Überschuldung, Forderungsverzicht, Gläubigerbeteiligung, Besserungsabrede und Insolvenzordnung.
Die Besserungsabrede motiviert Gläubiger zum Verzicht, da sie bei einer erfolgreichen Sanierung des Unternehmens die Chance erhalten, ihre Forderungen teilweise oder ganz wieder geltend zu machen, sobald bestimmte wirtschaftliche Ziele erreicht sind.
Aus Sicht des Unternehmens ist der Rangrücktritt oft vorteilhafter, da er steuerrechtlich nicht zu einem steuerpflichtigen Sanierungsgewinn führt, der die Liquidität durch Steuerzahlungen belasten würde.
Der Interessenkatalog dient dazu, die unterschiedlichen Motivationen und Risikoneigungen von Akteuren wie Banken, Lieferanten oder Arbeitnehmern zu systematisieren, um dem Unternehmen Anhaltspunkte für die Verhandlungsführung zu liefern.
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