Fachbuch, 2018
55 Seiten
1 Einleitung
2 Die Entstehung der institutionellen Kleinkinderziehung im Europa des 19. Jahrhunderts
2.1 Ein Frauenberuf entsteht - ein Mann als Gründer: Leben und Werk Friedrich Fröbels (1782 – 1852)
2.2 Der Kindergarten in Deutschland nach Fröbel bis heute
2.3 Männliche Erzieher im historischen Kontext
3 Männliche Erzieher in der Kita heute
3.1 Männliche Fachkräfte in der aktuellen Statistik
3.2 Männlichkeit als soziale Rolle und Herausforderung
3.3 Gender Mainstreaming: Erzieher sind anders – Erzieherinnen auch
3.4 Männer in geschlechtergemischten Teams
3.5 Männer in der Elternarbeit
4 Diskurs: Argumente für und gegen eine Männerquote – Warum mehr Männer in der Kita?
5 Strategien zur Gewinnung und Erhalt männlicher Fachkräfte in der Kita
6 Schlussbetrachtung und Aussichten
Diese Arbeit untersucht die historische Entstehung der weiblichen Dominanz im frühpädagogischen Berufsfeld, beleuchtet die aktuelle Situation männlicher Fachkräfte unter Berücksichtigung soziologischer und psychologischer Aspekte und diskutiert Strategien zur Erhöhung des Männeranteils in Kindertageseinrichtungen.
3.4 Männer in geschlechtergemischten Teams
„Kinder brauchen Männer - Männer brauchen Kinder!“ (Aigner; Poscheschnik 2015, S.11) lautet der einleitende Artikel der Autoren Aigner und Poscheschnik im gleichnamigen Herausgeberband. Sie untersuchen die psychoanalytischen, sozialpädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Aspekte des Themas und konstatieren, dass die Tatsache, dass Kinder beide Elternteile brauchen, sich mittlerweile wohl herumgesprochen habe. In der heutigen Zeit, in der auch andere Formen des Zusammenlebens zunehmen, gelte dies aber auch für beide Väter oder beide Mütter. Die Antworten auf die Frage, warum Männer gebraucht werden, sind unterschiedlich: Männer bilden die Hälfte der Bevölkerung, sollten also auch gleichermaßen in der institutionalisierten Erziehung repräsentiert sein, da die Kinder sonst den Eindruck bekommen, dass nur Frauen für ihre Entwicklung zuständig sind. Das führe dazu, dass sich die vorherrschende Auffassung zur Geschlechterteilung bezüglich erzieherischer und haushaltsbezogener Aufgaben verfestige. Bestimmte männliche Eigenschaften könnten jedoch relevant für die kindliche Entwicklung sein (vgl. Aigner; Poscheschnik 2015, S. 11).
Geschlechtergemischte Teams bzw. männliche Erzieher in der Kita sind sowohl von Eltern, Fachkräften, Trägern und auch politisch erwünscht, erläutert Rohrmann (2016). Männer werden dabei aus vielfältigen Gründen gebraucht: Wegen des Fachkräftemangels, als Ansprechpartner für Väter, für mehr Vielfältigkeit im Team, als männliche Vorbilder für die kindliche Entwicklung (vgl. Rohrmann 2016a, S.55ff.). Zwei Phänomene werden laut Rohrmann (2015) nach Praxisberichten zur Zusammenarbeit in geschlechtergemischten Teams deutlich: Das geschlechtstypische Verhalten kann sich verstärken, und bei den Frauen können durch nichterfüllte geschlechtstypische Erwartungen Enttäuschungen entstehen. Dazu gehört auch, dass männliche Fachkräfte sich nicht auf geschlechtertypische Merkmale wie handwerkliche Tätigkeiten, Sport und Toben festlegen lassen wollen (vgl. Rohrmann 2015, S. 45). Andererseits hat sich in internationalen Studien herauskristallisiert, dass Männer auch zu geschlechtstypischen Tätigkeiten in der pädagogischen Arbeit tendieren, um sich in dem weiblichen Umfeld zu behaupten (vgl. ebd.). Männern biete sich in der von Frauen dominierten frühpädagogischen Tätigkeit ein sehr ambivalentes Berufsfeld, welches mit Chancen und Risiken verbunden ist. Bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz und eine wahrscheinlich hohe Arbeitszufriedenheit stehen die Belastungen durch geringe Bezahlung und schlechte Karriereaussichten gegenüber (vgl. ebd, S. 47).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Geschlechtersegregation im frühpädagogischen Berufsfeld ein und erläutert die Relevanz der Arbeit sowie die Zielsetzungen der einzelnen Kapitel.
2 Die Entstehung der institutionellen Kleinkinderziehung im Europa des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Ursprünge der Kleinkinderziehung und die Rolle Friedrich Fröbels, die maßgeblich zur Etablierung des Erzieherberufs als „Frauenberuf“ beitrug.
3 Männliche Erzieher in der Kita heute: Hier werden die aktuelle statistische Lage, das Verständnis von Männlichkeit als soziale Rolle und die Auswirkungen auf die Team- sowie Elternarbeit eingehend analysiert.
4 Diskurs: Argumente für und gegen eine Männerquote – Warum mehr Männer in der Kita?: Dieses Kapitel beleuchtet die kontroverse fachliche Debatte um die Einführung einer Männerquote sowie die Argumentationslinien für eine stärkere Einbindung männlicher Fachkräfte.
5 Strategien zur Gewinnung und Erhalt männlicher Fachkräfte in der Kita: Hier werden praxisnahe Strategien und internationale Beispiele aufgezeigt, wie Männer für das Berufsfeld gewonnen und dauerhaft gehalten werden können.
6 Schlussbetrachtung und Aussichten: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Hinblick auf eine geschlechterbewusste Pädagogik.
Friedrich Fröbel, Gender Mainstreaming, Geschlechtersegregation, Männliche Erzieher, Männerquote, Frühpädagogik, Geschlechtssensible Pädagogik, Fachkräftemangel, Kita-Alltag, Gender-Kompetenz, Elternarbeit, Sozialisation, Berufsfeld Kita, Professionalisierung, Duale Ausbildung
Die Arbeit untersucht das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern im frühpädagogischen Bereich, analysiert die historische Entstehung dieser weiblichen Dominanz und diskutiert Strategien sowie Diskurse zur Erhöhung des Männeranteils in Kindertageseinrichtungen.
Zentrale Themen sind die historische Genese des Kindergartenwesens durch Friedrich Fröbel, die Bedeutung von Männlichkeit als soziale Rolle, die Dynamik in geschlechtergemischten Teams sowie die Einbindung von Vätern und Männern in die Elternarbeit.
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie die weibliche Dominanz im Berufsfeld entstand, welche Rolle männliche Fachkräfte historisch und aktuell spielen, wie sie wahrgenommen werden und mit welchen Strategien der Männeranteil effektiv erhöht werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse, der Auswertung von Studien (wie der „Tandem-Studie“ oder dem „Fachkräftebarometer“) sowie der Darstellung fachwissenschaftlicher Diskurse zur Geschlechtersegregation basiert.
Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte, statistische Erhebungen zum Männeranteil, sozialwissenschaftliche Perspektiven auf „doing gender“ und „doing masculinity“, sowie konkrete Ansätze zur Gewinnung von Fachkräften, inklusive Quereinstiegsmodellen.
Wesentliche Begriffe sind Gender Mainstreaming, Geschlechtersegregation, Männer in der Kita, geschlechtssensible Pädagogik, Fachkräftemangel, Männlichkeit als soziale Rolle und die Entwicklung der Kleinkinderziehung.
Die Anwesenheit wird als Ressource gesehen, die Kindern – insbesondere Jungen – männliche Identifikationsfiguren bietet und dabei helfen kann, einseitig weiblich geprägte Erziehungsmuster zu ergänzen, sofern eine geschlechterbewusste Pädagogik implementiert wird.
Der Autor argumentiert, dass eine Quote den Mangel an ausgebildeten männlichen Fachkräften nicht behebt und die Gefahr birgt, Männer lediglich als „Exoten“ zu instrumentalisieren, anstatt die grundlegende Qualität der frühpädagogischen Arbeit durch genderbewusste Konzepte zu steigern.
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