Bachelorarbeit, 2017
37 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Beschreibung des relevanten Hintergrundwissens
2.1 Aggressionen und Gewalt im pflegerischen Alltag
2.2 Das Krankheitsbild „Demenz“
2.2.1 Herausforderndes Verhalten: Der Begriff
3. Herausforderndes Verhalten als multidimensionales Konstrukt
4.Ursächliche und aggressionsfördernde Aspekte herausfordernden Verhaltens
4.1 Psychologische / biologische Ursachen
4.1.1 Verändertes Erleben und Verhalten
4.1.2 Psychologische Symptome
4.1.3 Medikamente
4.1.4 Körperliche Belastungen
4.2 Milieu- und institutionsbezogene Ursachen
4.2.1 Pflege als Dienstleistung
4.2.2 Umweltfaktoren und Lebenswelt
4.2.3 Ökonomische und strukturelle Faktoren
4.3 Ursächliche interaktionelle Aspekte
4.3.1 Zwangsmaßnahmen als Eingriff in die Grundrechte
5. Herausfordernde Verhaltensweisen: Lösungsansätze
5.1 Der personenzentrierte Ansatz nach Kitwood
6. Personenzentrierte und wertschätzende Pflege: Barrieren
7. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Pflege demenzkranker Menschen in stationären Einrichtungen, die gegenüber Pflegekräften aggressive oder gewalttätige Verhaltensweisen zeigen. Ziel ist es, die expliziten Ursachen und Entstehungszusammenhänge dieser Konfliktsituationen aufzuzeigen, geeignete Interventionsmaßnahmen und Lösungsstrategien zu identifizieren sowie bestehende Barrieren bei deren Umsetzung zu analysieren, um das Wohlbefinden aller Beteiligten zu fördern.
3. Herausforderndes Verhalten als multidimensionales Konstrukt
Fallbeispiel: „Am frühen Morgen betritt eine Altenpflegerin das Zimmer eines Bewohners, um ihn zu wecken, ihm aus dem Bett zu helfen und in die Nasszelle zu führen. Nach energischem Anklopfen geht sie in das Zimmer, macht das Licht an und zieht den Rollladen hoch. Mit einem lautstarken „Guten Morgen!“ tritt sie an sein Bett und möchte ihn aufdecken. Der Bewohner fährt vor Schreck zusammen und hält mit beiden Händen die Bettdecke umklammert. „Ich will noch nicht aufstehen, ich will noch liegen bleiben. Im Bett ist es so schön warm. Außerdem bin ich noch so müde, ich habe kaum geschlafen“, entgegnet er der Pflegerin. Diese denkt: „Jeden Morgen dasselbe Spiel, jetzt dauert es wieder ewig, bis ich ihn raushabe“, ergreift resolut – in Gedanken bei den restlichen Bewohnern, die noch zu versorgen sind - die Bettdecke und will sie wegziehen. Da beginnt der Bewohner mit den Armen um sich zu schlagen und mit den Füßen zu treten. Ein Fußtritt trifft die Pflegerin frontal in der Bauchgegend. „Lassen Sie mich in Ruhe, Sie blöde Gans!“ schreit er. Schmerzgekrümmt reagiert die Pflegekraft und verpasst ihm eine schallende Ohrfeige“
Dieser (alltägliche) Fall soll verdeutlichen, inwiefern das gezeigte herausfordernde Verhalten immer ein Wechselspiel zwischen den Beteiligten darstellt und welch‘ wichtige Rolle den Gesetzmäßigkeiten von Ursache und Wirkung zukommt. Denn bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass nicht nur die Demenzsymptomatik, sondern auch der vorausgegangene Ton, die antipathische Art und Weise der Pflegekraft und insbesondere die Nichtberücksichtigung der Bedürfnisse des Bewohners, zu dieser kritischen Situation geführt hat.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der steigenden Demenzprävalenz und die damit verbundenen Herausforderungen durch aggressives Verhalten von Bewohnern in stationären Pflegeeinrichtungen ein.
2. Beschreibung des relevanten Hintergrundwissens: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Aggression und Gewalt im pflegerischen Kontext und erläutert die Grundlagen des Krankheitsbildes Demenz sowie den Begriff des herausfordernden Verhaltens.
3. Herausforderndes Verhalten als multidimensionales Konstrukt: Hier wird anhand von Fallbeispielen verdeutlicht, dass herausforderndes Verhalten nicht nur als Symptom der Demenz, sondern als soziales Konstrukt und Resultat komplexer Wechselwirkungen zu verstehen ist.
4. Ursächliche und aggressionsfördernde Aspekte herausfordernden Verhaltens: Dieses umfangreiche Kapitel analysiert die psychologischen, biologischen, milieubezogenen und interaktionellen Ursachen, einschließlich der Rolle von Macht, Zwang und freiheitsentziehenden Maßnahmen.
5. Herausfordernde Verhaltensweisen: Lösungsansätze: Das Kapitel stellt Interventionsstrategien vor und fokussiert dabei auf den personenzentrierten Ansatz nach Tom Kitwood als Weg, Aggressionen durch Bedürfnisorientierung zu mindern.
6. Personenzentrierte und wertschätzende Pflege: Barrieren: Hier werden die Hindernisse bei der Implementierung von personenzentrierten Ansätzen beleuchtet, insbesondere Altersfeindlichkeit und strukturelle Bedingungen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Pflegebranche hin zu einer verstehenden Diagnostik und personenzentrierten Versorgung.
Demenz, Aggression, Gewalt in der Pflege, herausforderndes Verhalten, personenzentrierte Pflege, Tom Kitwood, Pflegeheime, stationäre Versorgung, freiheitsentziehende Maßnahmen, psychologische Ursachen, Interaktion, Bedürfnisse, Stigmatisierung, Pflegequalität, Demenz-ismus.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von aggressivem und gewalttätigem Verhalten, das von demenzkranken Menschen gegenüber Pflegekräften in stationären Einrichtungen ausgeübt wird.
Zentral sind die Ursachenfindung für herausforderndes Verhalten, die Analyse von Pflegeinteraktionen, die Rolle struktureller Gewalt sowie die Möglichkeiten einer personenzentrierten und wertschätzenden Pflege.
Das Ziel ist es, zu erklären, warum aggressive Situationen entstehen, wie Pflegekräfte diese Situationen durch ihr Handeln beeinflussen können und welche Strategien zur Vermeidung von Gewalt beitragen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Studien zum Thema Demenzpflege und Aggressionsmanagement.
Im Hauptteil werden komplexe Ursachenkomplexe dargestellt, die von biologischen Faktoren über institutionelle Strukturen bis hin zur direkten Interaktion zwischen Pflegekraft und Bewohner reichen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demenz, Aggression, personenzentrierte Pflege, herausforderndes Verhalten, Pflegequalität und freiheitsentziehende Maßnahmen definiert.
Der Eisbergvergleich visualisiert, dass nur die Verhaltensweisen an der Oberfläche sichtbar sind, während die tieferliegenden Ursachen wie biographische Prägungen, psychische Zustände und das Pflegesetting oft verborgen bleiben.
Die Autorin sieht in Zwangsmaßnahmen eine Verletzung der Grundrechte und betont, dass sie oft Ausdruck einer misslungenen Interaktion sind und das aggressive Verhalten des Betroffenen eher verstärken als mindern.
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