Examensarbeit, 2005
102 Seiten, Note: Sehr gut (1)
1. Einleitung
2. Der Osterfestkreis in historischer Perspektive
2.1 Entstehung und Entwicklung der Osterfeier
2.1.1 Ursprung und Alte Kirche
2.1.2 Mittelalter und 16. Jahrhundert
2.1.3 Neuzeit und 20. Jahrhundert
2.2 Entstehung und Entwicklung von Karwoche und Osteroktav
2.3 Entstehung und Entwicklung der Quadragesima
2.4 Brauchtum
2.4.1 Bräuche der Quadragesima
2.4.2 Bräuche der Karwoche
2.4.3 Bräuche des Osterfestes
2.4.4 Fazit
2.5 Die Etymologie des Wortes „Ostern“
2.5.1 Germanische Göttin „Ostara“?
2.5.2 Ableitung von Osten als Richtung des Sonnenaufgangs?
2.5.3 Übersetzungsfehler von „albae“?
2.5.4 Heidnische Form der Taufe „vatni ausa“?
3. Der Osterfestkreis in dogmatischer Perspektive
3.1 Buße und Fasten
3.2 Leiden und Kreuz
3.3 Auferstehung und ewiges Leben
4. Der Osterfestkreis in didaktischer Perspektive
4.1 Voraussetzungen der Behandlung des Osterfestkreises in der Grundschule
4.1.1 Lehrkraftbezogene Voraussetzungen
4.1.2 Institutionelle Voraussetzungen
4.1.3 Schülerbezogene Voraussetzungen
4.2 Die Relevanz der Behandlung des Osterfestkreises in der Grundschule
4.2.1 Exemplarische Bedeutung
4.2.2 Gegenwartsbedeutung
4.2.3 Zukunftsbedeutung
4.2.4 Inhaltliche Struktur
4.2.5 Unterrichtliche Zugänglichkeit
4.3 Vorgaben des Hessischen Rahmenplans Grundschule
4.4 Ansätze zur Behandlung des Osterfestkreises in der Grundschule
4.4.1 Der Ansatz beim Phänomen Osterfest
4.4.2 Der Ansatz bei der Darstellung von Passion und Ostern anhand biblischer Texte
4.4.3 Der Ansatz bei existenziellen Fragen
4.4.4 Zusammenfassung und Ausblick
5. Schlussbemerkungen
Diese Arbeit untersucht den Osterfestkreis aus historischer, dogmatischer und didaktischer Perspektive, um Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen, wie das Osterfest Kindern im Grundschulalter trotz eines verbreiteten "christlichen Substanzschwunds" als relevante Lebensbotschaft vermittelt werden kann.
2.1.1 Ursprung und Alte Kirche
Es besteht in der Forschung keine Einigkeit über die Wurzeln des jährlichen christlichen Osterfestes, immer aber ist ein Bezug zum jüdischen Passafest gegeben: So gehen einige Wissenschaftler von einer von der christlichen Fortführung des jüdischen Passa unabhängigen Entstehung des Osterfestes mit Bezug auf Tod und Auferstehung Christi aus. Ostern sei aus der wöchentlichen, sonntäglichen Feier der Eucharistie erwachsen. Begründet wird diese Position mit der Bezeichnung des Sonntags als „Herrentag“ in Apk 1,10; IgnMagn 9,1 sowie Did 14,1, die zeige, dass dieser Tag als Tag der Auferstehung Jesu gefeiert wurde. Erst im 2. Jahrhundert unter Aufnahme aller wesentlichen Momente des parallel dazu jährlich von den jüdischen Christen, den Quartodezimanern, gleichzeitig mit dem jüdischen Passa und ohne Berücksichtigung des Wochentages am 14. Nisan, dem Tag des ersten Frühlingsvollmondes, gefeierten christlichen Passafestes sei die jährliche Osterfeier entstanden.
Die andere, heute mehrheitlich vertretene und als „tragfähiger und überzeugender“ beschriebene bzw. „der anderen vorzuziehende“ Ansicht besagt, dass das jährliche Osterfest seine direkten Wurzeln im jüdischen Passa hat.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den religiösen Substanzverlust bei Ostern und steckt den Rahmen der Arbeit ab, die das Osterfest historisch, dogmatisch und didaktisch untersucht.
2. Der Osterfestkreis in historischer Perspektive: Dieses Kapitel zeichnet die chronologische Entwicklung der Osterfeier, die Entstehung der Karwoche und der Quadragesima sowie die Herkunft christlicher Brauchtümer nach.
3. Der Osterfestkreis in dogmatischer Perspektive: Hier werden zentrale dogmatische Themen wie Buße, Fasten, das Leiden Christi und die Auferstehung theologisch reflektiert.
4. Der Osterfestkreis in didaktischer Perspektive: Das Kapitel untersucht die Voraussetzungen für die Vermittlung des Osterfestkreises in der Grundschule und stellt konkrete methodische Ansätze vor.
5. Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Notwendigkeit zusammen, Kindern die österliche Hoffnung trotz der Schwierigkeiten bei der didaktischen Umsetzung erlebbar zu machen.
Ostern, Osterfestkreis, Religionspädagogik, Grundschule, Kirchenjahr, Auferstehung, Karwoche, Quadragesima, Theologia crucis, Didaktik, Brauchtum, Osterbotschaft, Religionsunterricht, Dogmatik, Christentum.
Die Arbeit analysiert den christlichen Osterfestkreis und zeigt Wege auf, wie dieser für Kinder im Grundschulalter didaktisch sinnvoll und lebensnah aufbereitet werden kann.
Zentrale Themen sind die historische Entstehung der Osterfeier, die dogmatische Deutung von Leiden und Auferstehung sowie die didaktische Vermittlung dieser komplexen Inhalte im Religionsunterricht der Grundschule.
Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Didaktik auszuloten, um der zunehmenden Entfremdung der Kinder von christlichen "Essentials" entgegenzuwirken und Ostern als lebensrelevante Botschaft erfahrbar zu machen.
Die Autorin kombiniert historische Analyse, dogmatische Reflexion und religionspädagogische Didaktik, gestützt auf zahlreiche Fachliteraturquellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Perspektive (Osterfeier, Brauchtum), die dogmatische Perspektive (Buße, Kreuz, Auferstehung) und die didaktische Perspektive (Unterrichtsansätze, Rahmenpläne).
Die Arbeit zeichnet sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus, der historische Fakten mit aktuellen religionspädagogischen Herausforderungen verbindet.
Das Brauchtum wird kritisch-konstruktiv gesehen: Es birgt zwar die Gefahr, das eigentliche Heilsgeschehen zu verdecken, kann aber im (Religions-)Unterricht als gruppenkonstituierendes Element und Brücke zum Glauben fungieren.
Luthers Theologie, insbesondere seine "Theologia crucis" und das Verständnis der Freiheit, dienen als dogmatische Basis, um christliches Handeln jenseits von Leistungsgedanken und gesetzlicher Fastenpraxis neu zu deuten.
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