Bachelorarbeit, 2018
74 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Soziale Unternehmensverantwortung und die Bekleidungsindustrie
1.1 Problemaufriss und Fragestellung
1.2 Forschungsstand
2. Gesellschaftliche Verantwortung von Bekleidungsunternehmen
2.1 Definition: Der Unternehmensbegriff
2.2 Definition: börsennotiertes Unternehmen
2.3 Definition: Der Verantwortungsbegriff
2.4 Corporate Social Responsibility: Begriffsbestimmung und definitorische Abgrenzung
2.4.1 Corporate Social Responsibility (CSR)
2.4.2 Corporate Citizenship (CC)
2.4.3 Corporate Sustainability (CS)
2.5 Veränderungen der Marktgegebenheiten und Problemfelder in der Bekleidungsindustrie
2.5.1 Ökonomische Dimension
2.5.2 Ökologische Dimension
2.5.3 Soziale Dimension
2.6 Zwischen-Fazit
3. CSR als strategische Herausforderung
3.1 Begriffsbestimmung: Unternehmensführung
3.2 Strategische CSR als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen
3.3 Konzepte der Unternehmensführung
3.3.1 Der wertbasierte Ansatz (value-based-view)
3.3.2 Der marktbasierte Ansatz (market-based-view)
3.3.3 Der ressourcenbasierte Ansatz (resource-based-view)
3.4 Erfolgswirkungen durch CSR
3.4.1 Vorökonomische Erfolgswirkungen
3.4.1.1 Positiver Reputationsaufbau und dessen Folgewirkungen
3.4.1.2 Risikovermeidungen
3.4.1.3 Produkt- und Prozessinnovationen
3.4.2 Ökonomische Erfolgswirkungen
3.4.2.1 Positive Auswirkungen auf finanzielle Performance
3.4.2.2 Kosteneffizienz
3.5 Zwischen-Fazit
4. Die Richtlinie 2014/95/EU (CSR-Richtlinie)
4.1 CSR in der EU – von der Freiwilligkeit zur Verbindlichkeit
4.2 Abgrenzung unterschiedlicher Standards und Richtlinien
4.2.1 UN Global Compact
4.2.2 OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
4.2.3 Global Reporting Initiative
4.2.4 ISO-Norm 26000 zur sozialen Verantwortung
4.3 Die CSR-Richtlinie
4.3.1 Ziele der Richtlinie
4.3.2 Anwendungsbereich
4.3.3 Inhalte der „nichtfinanziellen Erklärung“
4.3.3.1 Soziale Belange und Arbeitnehmerbelange
4.3.3.2 Lieferkette
4.3.3.3 Menschenrechte
4.3.4 Art der Berichterstattung
4.3.5 Sanktions- und Überprüfungsmaßnahmen
4.4 Zwischen-Fazit
5. CSR-Berichterstattungen in der Bekleidungsindustrie
5.1 Verhaltenskodizes und Initiativen in der Textilbranche
5.1.1 Der Verhaltenskodex von H&M
5.1.2 Der Verhaltenskodex der HUGO BOSS AG
5.1.3 Label und Gütesiegel in der Textilwirtschaft
5.1.4 Zwischen-Fazit: Verhaltenskodizes und Gütesiegel
5.2 CSR-Berichterstattungen in der europäischen Bekleidungsindustrie
5.3 Praxisbeispiele HUGO BOSS und H&M
5.3.1 Unternehmensprofil: HUGO BOSS
5.3.1.1 Format der Berichterstattung
5.3.1.2 Schwerpunkt: Lieferkette
5.3.2 Unternehmensprofil: H&M
5.3.2.1 Format der Berichterstattung
5.3.2.2 Schwerpunkt: Lieferkette
5.3.3 Zwischen-Fazit: Grenzen der Vergleichbarkeit von HUGO BOSS und H&M
6. Fazit und Ausblick: Chancen und Risiken der CSR-Berichtspflicht
Die vorliegende Arbeit untersucht die CSR-Berichterstattung börsennotierter Bekleidungsunternehmen im Kontext der von der EU eingeführten CSR-Berichtspflicht. Ziel ist es zu analysieren, wie sich diese gesetzliche Regelung auf die Berichterstattung auswirkt, welche Chancen und Risiken sich daraus für die Unternehmen ergeben und ob die Berichtspflicht als neuer Impuls für die Wettbewerbsfähigkeit in dieser Branche fungieren kann.
1. Einleitung: Soziale Unternehmensverantwortung und die Bekleidungsindustrie
Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen, die Einhaltung von Umweltstandards, Klimaschutz, die Wahrung der Menschenrechte: das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR)1 formuliert umfassende gesellschaftlich-normative Erwartungen an Unternehmen (CURBACH 2009:26). Diese Erwartungen werden dabei von verschiedenen Anspruchsgruppen an die Unternehmen herangetragen. Durch die zunehmende „Moralisierung der Märkte“ (STEHR 2007) hinterfragen immer mehr Verbraucher, unter welchen Bedingungen Waren hergestellt werden. Und die Politik setzt sich mit unterschiedlichen Initiativen immer intensiver mit Fragen nach transparenten Lieferketten und nachhaltiger Produktion auseinander.
Die Einhaltung von Mindeststandards in der Lieferkette ist vor allem in der stark von der Globalisierung geprägten Bekleidungsindustrie von besonderem öffentlichem Interesse. Die Produktionsstätten der großen börsennotierten Unternehmen liegen oft in Entwicklungs- oder Schwellenländern. So stammen über 70 Prozent der in die EU importierten Bekleidung aus Asien, wobei China und Bangladesch die größten Produzenten sind (LIETZ 2017). In diesen Produktionsländern gelten oft weitaus geringere Sicherheits-, Umwelt- und Sozialstandards als in Deutschland und der EU. Ereignisse wie der Einsturz der Rana Plaza-Textilfabrik in Bangladesch mit über 1.000 Todesopfern haben zu einer intensiven gesellschaftlichen und politischen Diskussion über die Verantwortung der produzierenden Unternehmen für die Arbeits- und Sicherheitsstandards geführt. Ergebnis in Deutschland: die Gründung des so genannten „Textilbündnisses“ im Jahr 2014. Dessen Mitglieder haben sich verpflichtet „die Bedingungen in der weltweiten Textilproduktion [zu] verbessern“ (TEXTILBÜNDNIS 2018).
1. Einleitung: Soziale Unternehmensverantwortung und die Bekleidungsindustrie: Das Kapitel führt in das Konzept der CSR ein und erläutert die Relevanz für die Bekleidungsindustrie, wobei der öffentliche Druck auf Lieferketten und die politische Debatte auf EU-Ebene im Vordergrund stehen.
2. Gesellschaftliche Verantwortung von Bekleidungsunternehmen: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem Begriffe definiert und CSR-Konzepte (wie Carrolls Pyramide, CC und CS) präzisiert werden, um sie auf die speziellen Herausforderungen der Textilbranche anzuwenden.
3. CSR als strategische Herausforderung: Dieses Kapitel diskutiert CSR als strategisches Instrument der Unternehmensführung und analysiert, wie durch die Integration sozialer und ökonomischer Ziele Wettbewerbsvorteile erzielt werden können.
4. Die Richtlinie 2014/95/EU (CSR-Richtlinie): Das Kapitel beleuchtet die regulatorische Entwicklung hin zu einer verpflichtenden CSR-Berichterstattung in der EU und analysiert die spezifischen Inhalte, Anwendungsbereiche sowie Sanktionsmöglichkeiten der Richtlinie.
5. CSR-Berichterstattungen in der Bekleidungsindustrie: Anhand der Fallbeispiele HUGO BOSS und H&M wird die praktische Umsetzung von CSR-Berichten untersucht und mit den Anforderungen der EU-Richtlinie abgeglichen, um die Qualität und Vergleichbarkeit zu bewerten.
6. Fazit und Ausblick: Chancen und Risiken der CSR-Berichtspflicht: Abschließend wird resümiert, dass die Berichtspflicht zwar den Handlungsdruck erhöht, aber aufgrund von Flexibilitäten und fehlenden Mindeststandards nur bedingt zu einer signifikanten Verbesserung der Transparenz führt.
Corporate Social Responsibility, CSR-Richtlinie, Bekleidungsindustrie, Lieferkette, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Unternehmensführung, Strategischer Wettbewerbsvorteil, Stakeholder-Management, Transparenz, Soziale Standards, Umweltstandards, GRI-Leitlinien, HUGO BOSS, H&M, Unternehmensverantwortung
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der unternehmerischen Verantwortung (CSR) in der europäischen Bekleidungsindustrie, insbesondere im Hinblick auf die Einführung einer gesetzlichen CSR-Berichtspflicht durch die EU.
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Einordnung von CSR, die strategische Unternehmensführung, internationale Standards für Nachhaltigkeit sowie die regulatorischen Anforderungen der CSR-Richtlinie.
Die Arbeit untersucht, wie die CSR-Richtlinie die Berichterstattung verändert, welche Auswirkungen dies auf die Branche hat und ob diese gesetzliche Regelung ein Risiko darstellt oder neue Chancen für die Wettbewerbsfähigkeit bietet.
Es erfolgt eine fundierte theoretische Herleitung der CSR-Begrifflichkeiten, gefolgt von einer Analyse und einem Vergleich der Nachhaltigkeitsberichterstattung von zwei großen Fallbeispielen: HUGO BOSS und H&M.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2 und 3), eine detaillierte Analyse der EU-Richtlinie (Kapitel 4) und eine praxisnahe Auswertung der CSR-Berichte der beiden untersuchten Modekonzerne (Kapitel 5).
Wichtige Begriffe sind CSR, CSR-Berichtspflicht, Bekleidungsindustrie, Lieferkette, strategische Wettbewerbsvorteile, GRI-Standards sowie die Untersuchung von HUGO BOSS und H&M.
Während HUGO BOSS stark auf ein gehobenes Preissegment und eine differenzierte Strategie setzt, ist H&M als Fast-Fashion-Anbieter mit wesentlich schnelleren Kollektionszyklen und einer größeren Anzahl an Zulieferbetrieben konfrontiert.
Die Autorin kritisiert, dass trotz der Verwendung gleicher GRI-Standards die Tiefe und Darstellung der Informationen stark variieren, was die Vergleichbarkeit erschwert und oft prozentuale Verbesserungen statt konkreter Kennzahlen zeigt.
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