Bachelorarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 1,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung und theoretischer Hintergrund
1.1 Definition der Dissoziativen Identitätsstörung
1.2 Die soziokognitive Sichtweise
1.3 Die traumabedingte Sichtweise
1.3.1 Die Theorie der strukturellen Dissoziation
1.3.2 Befunde zur traumabedingten Sichtweise
1.4 Fragestellung und Hypothesen
2 Methoden
2.1 Versuchspersonen und Design
2.2 Messinstrument
2.3 Durchführung
2.4 Statistische Auswertung
3 Ergebnisse
3.1 Anteil der Traumatisierten unter den DIS Patienten
3.2 Ausprägung der traumaassoziierten Symptomatik
3.3 Ausprägung der allgemeinen und somatoformen Dissoziation
3.4 Korrelation der Schwere der Traumasymptomatik mit der Ausprägung der Dissoziation
3.5 Häufigkeit von Traumatisierung durch Folter
3.6 Sonstige Ergebnisse
4 Diskussion
4.1 Diskussion der Ergebnisse
4.2 Stärken und Limitationen der Studie
4.3 Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Relevanz von Traumatisierungen bei der Entstehung der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) im Vergleich zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), um die traumabedingte Sichtweise ätiologisch zu stützen und die DIS als schwere Traumafolgestörung zu validieren.
1.3.1 Die Theorie der strukturellen Dissoziation
In der aktuellen Literatur und Therapie, die sich mit schwerer Traumatisierung und der DIS befasst, ist häufig die Theorie der strukturellen Dissoziation (van der Hart, Nijenhuis, & Steele, 2008) zugrunde liegend (Breitenbach, 2012; Dorahy, Middleton, & Irwin, 2005; Gast et al., 2006; Kügler, 2007; van der Hart, Nijenhuis, & Solomon, 2010).
Diese Theorie vereint verschiedenste psychologische Theorien sowie Erkenntnisse der psychobiologischen Traumaforschung und wirkt den vielen verschiedenen, sich häufig widersprechenden Definitionen von Dissoziation entgegen (van der Hart et al., 2008, S. 8-9). Ist eine Person einem Trauma ausgesetzt, insbesondere, wenn dieses längere Zeit anhält, so benötigt sie sowohl die Fähigkeit den Alltag weiter zu bewältigen als auch die Fähigkeit, das Überleben in gefährlichen Situationen zu sichern. Sind diese beiden Funktionen über einen längeren Zeitraum nötig, so kommt es zu einer relativ starren Aufteilung der Persönlichkeit in sogenannte anscheinend normale Persönlichkeitsanteile (ANPs) und sogenannte emotionale Persönlichkeitsanteile (EPs). Der ANP versucht den Alltag zu bewältigen und vermeidet die traumatischen Erinnerungen, der EP hingegen ist auf traumaassoziierte Handlungssysteme wie Hypervigilanz oder Flucht fixiert. Auf dieser Grundlage lassen sich die primäre, die sekundäre und die tertiäre strukturelle Dissoziation unterscheiden (van der Hart et al., 2008, S. 19-20).
Einleitung und theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel führt in die kontroverse Ätiologie der Dissoziativen Identitätsstörung ein und stellt die Theorie der strukturellen Dissoziation als theoretisches Fundament vor.
Methoden: Hier wird das Studiendesign erläutert, das 41 Patienten mittels Fragebogen-Sets vergleicht, um Symptomatik, Traumaerfahrungen und Dissoziationsgrade zu erheben.
Ergebnisse: Die statistische Auswertung belegt eine signifikant stärkere Traumasymptomatik sowie ein höheres Ausmaß an allgemeiner und somatoformer Dissoziation bei DIS-Patienten im Vergleich zur PTBS-Gruppe.
Diskussion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse vor dem Hintergrund der traumabedingten Sichtweise kritisch gewürdigt, Limitationen diskutiert und die Notwendigkeit einer verbesserten therapeutischen Ausbildung betont.
Dissoziative Identitätsstörung, DIS, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, strukturelle Dissoziation, Traumatisierung, Essener Traumainventar, Shutdown Dissoziationsskala, Dissociative Experience Scale, Folter, Trauma, Ätiologie, psychische Gesundheit, Traumafolgestörung, Persönlichkeitsanteile.
Die Arbeit untersucht die Ursachen der Dissoziativen Identitätsstörung und stützt die Annahme, dass schwere traumatische Erlebnisse die Grundlage dieser Störung bilden.
Die Themen umfassen die strukturelle Dissoziation, den Vergleich zwischen DIS und PTBS sowie die Auswirkungen von chronischer Traumatisierung und Folter.
Das Ziel ist es, die traumabedingte Sichtweise der DIS-Ätiologie wissenschaftlich durch einen direkten Vergleich mit einer PTBS-Kontrollgruppe zu untermauern.
Es wurde eine quantitative Vergleichsstudie mit 41 Patienten durchgeführt, die standardisierte Fragebögen (u.a. Essener Traumainventar, DES-II) ausfüllten.
Der Hauptteil analysiert die erhobenen Daten hinsichtlich Traumasymptomatik, Dissoziationsgraden und der Korrelation zwischen Trauma-Schwere und Symptomintensität.
Wichtige Begriffe sind DIS, PTBS, strukturelle Dissoziation, Traumatisierung, Folter, Dissoziation und psychische Traumafolgestörungen.
Die PTBS-Gruppe dient als Kontrollgruppe, um zu zeigen, dass sowohl bei PTBS als auch bei DIS derselbe Traumamechanismus vorliegt, wobei die DIS die komplexere Ausformung darstellt.
Die signifikant häufigeren Foltererfahrungen in der DIS-Gruppe stützen die Hypothese, dass extremste Traumatisierungen bei der Entstehung von DIS eine entscheidende Rolle spielen.
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