Bachelorarbeit, 2016
75 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Das Mehrebenenmodell der demokratischen Konsolidierung
2.2 Das Sequenzmodell
2.2.1 Externe Einflussfaktoren
2.2.1.1 Ideologische und materielle Unterstützung der Demokratisierung von außen
2.2.1.2 Wirtschaftsentwicklung während der Demokratisierung
2.2.2 Interne Einflussfaktoren
2.2.2.1 Politische Kultur
2.2.2.2 Modus der Transition
2.2.2.3 Die formale Legitimation der Verfassung
3. Untersuchungsdesign
3.1 Design
3.2 Operationalisierung
3.3 Fallauswahl
3.4 Daten
4. Analyse
4.1 Univariate Analyse
4.2 Bivariate Analyse
4.3 Multivariate Analyse
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ursächlichen Faktoren für Konsolidierungsdefekte in den Nachfolgestaaten des Warschauer Paktes, um zu erklären, warum diese Staaten trotz eines gemeinsamen Ausgangspunktes unterschiedliche Transformationsergebnisse aufweisen.
2.1 Das Mehrebenenmodell der demokratischen Konsolidierung
Der Begriff der Konsolidierung kann unterschiedlich weit definiert werden, so hält Przeworski eine Demokratie dann für konsolidiert, „wenn ein bestimmtes System von Institutionen "becomes the only game in town" [Przeworski 1991: 26], d.h. wenn kein relevanter Akteur außerhalb der demokratischen Institutionen agiert und auch diejenigen, die ihre Macht verloren haben, diese nur unter jenen demokratischen Regeln wiederzugewinnen suchen, unter denen sie sie verloren haben“ (Merkel 1996, S. 36). In Abgrenzung zu diesem „negativen“ Konsolidierungsbegriff, der sich nur auf den Legitimitätsglauben der systemrelevanten Eliten bezieht, formuliert Geoffrey Pridham (1995) eine „positive“ Variante des Begriffs. Diese bezieht die Einstellungs-, Werte- und Verhaltensmuster der Bürger mit ein und erwartet einen alternativenlosen Legitimitätsglauben für das demokratische System.
An diesen Konsolidierungsbegriff anknüpfend, entwickelt Merkel sein Mehrebenenmodell, das die Stabilität des Gesamtsystems, als das Ergebnis „der jeweiligen Interdependenzen von politischen Institutionen (Strukturen), Elitenhandeln (Akteure) und Einstellungsmustern auf der breiten Bevölkerungsebene mit Hilfe des Legitimitätsbegriffes [erklärt]“ (Merkel 1996, S. 37). Als Legitimität des politischen Systems soll hier der Glaube verstanden werden, „that for that particular country at that particular juncture no other type of regime could assure a more successful pursuit of collective Goals" (Linz 1978, S. 18).
Um die verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Institutionen zu erfassen, welche stabilisiert sein müssen, um dem Merkelschen Konsolidierungsverständnis zu entsprechen, entwickelt er vier interdependente Ebenen. Sie stellen auch die verschiedenen Bezugsebenen dar, für die das System fortwährend Legitimität generieren muss, um die notwendige Stabilität für den Systemerhalt zu gewährleisten (Merkel 1996, S. 53).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Transformationsprozesse in den Nachfolgestaaten des Warschauer Paktes ein und definiert die Forschungsfrage nach den Ursachen für Konsolidierungsdefekte.
2. Theorie: Dieses Kapitel erarbeitet den theoretischen Rahmen anhand des Mehrebenenmodells der demokratischen Konsolidierung und des Sequenzmodells, um externe und interne Einflussfaktoren zu systematisieren.
3. Untersuchungsdesign: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere das Most-Similar-Systems-Design, die Operationalisierung der Variablen sowie die Datenerhebung.
4. Analyse: In diesem Kapitel werden die Daten mittels univariater, bivariater und multivariater Analysen ausgewertet, um die postulierten Hypothesen empirisch zu prüfen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Hypothesenprüfung zusammen und diskutiert die Erklärungskraft des Modells sowie Implikationen für weitere Forschungen.
Demokratisierung, Konsolidierungsdefekte, Warschauer Pakt, Transformation, Mehrebenenmodell, Politische Kultur, Regressionsanalyse, V-Dem, Institutionen, Elitenhandeln, Transformationsforschung, Systemwechsel, Legitimität, Autokratie, Sequenzmodell
Die Arbeit untersucht die Gründe für das unterschiedliche Gelingen oder Scheitern der demokratischen Konsolidierung in den 23 Nachfolgestaaten des Warschauer Paktes seit den 1990er Jahren.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen externen Faktoren (wie Globalisierung) und internen Bedingungen (wie politischer Kultur oder dem Übergangsmodus) auf die Stabilität demokratischer Institutionen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche ursächlichen Faktoren die Konsolidierungsdefekte in den Nachfolgestaaten des Warschauer Paktes erklären können.
Es handelt sich um eine vergleichende Aggregatdatenanalyse im Most-Similar-Systems-Design, bei der lineare Regressionsmodelle zur statistischen Überprüfung von Hypothesen eingesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch das Mehrebenenmodell, das methodische Untersuchungsdesign sowie die empirische Analyse der gesammelten Daten aus dem Varieties of Democracy Project.
Wichtige Begriffe sind Konsolidierungsdefekte, Transformationsprozesse, politisches Mehrebenenmodell, politische Kultur, Regressionsanalyse und institutionelle Stabilität.
Das Modell dient als theoretische Basis, um die Stabilität des politischen Systems als Interdependenz von Strukturen, Elitenhandeln und Einstellungsmustern der Bevölkerung auf vier verschiedenen Ebenen zu erfassen.
Das Varieties of Democracy Project wird aufgrund seiner hohen Detailtiefe und der Verfügbarkeit einer großen Anzahl an Indikatoren für viele Länder über einen langen Zeitraum bevorzugt.
Obwohl interne Faktoren wie der Modus der Transition oder die politische Kultur zentral sind, zeigt die Arbeit, dass auch externe Einflüsse, insbesondere der Grad der Globalisierung, eine signifikante Rolle für das Konsolidierungsergebnis spielen.
Die Arbeit stellt fest, dass sich die Hypothesen zum Teil bewährt haben, betont jedoch, dass die Komplexität der Transformationsprozesse nur bedingt durch statistische Modelle allein vollständig erklärt werden kann.
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