Doktorarbeit / Dissertation, 2004
218 Seiten, Note: sehr gut
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Einleitung
A THEORETISCHER TEIL
A.1 Einführung in die Bindungstheorie
A.1.1 Bindung
A.1.2 Entwicklung des Bindungsverhaltenssystems
A.1.3 Bindungsmuster
A.1.4 Feinfühligkeit
A.1.5 Innere Arbeitsmodelle
A.2 Klinische Bindungsforschung
A.2.1 Entwicklungspsychopathologie
A.2.2 Bindungsorganisation und Psychopathologie
A.2.3 Desorganisation
A.2.3.1 Entstehungsbedingungen
A.2.3.2 Elternfaktoren
A.2.3.3 Kindliche Faktoren - Individuelle Disposition
A.2.3.4 Entwicklungsverlauf von Desorganisation
A.2.3.5 Desorganisierte Bindungsrepräsentation
A.3 Klinische Anwendung der Bindungstheorie
A.3.1 Stabilität und Beeinflussbarkeit der Bindungsorganisation
A.3.2 Bindung und Psychotherapie
A.3.3 Modell von bindungstheoretisch fundierten Interventionsarten
A.3.4 Beispiele für bindungsbasierte Interventionen mit Videounterstützung
A.4 Bindungstheoretisch orientiertes Lehrertrainingsprogramm
A.4.1 Inhalte des Lehrertrainingsprogramms
A.4.1.1 Einführung in die Bindungstheorie
A.4.1.2 Fallbesprechungen und Interventionsstrategien
A.4.1.3 Unsicher vermeidend gebundene Schüler
A.4.1.4 Unsicher ambivalent gebundene Schüler
A.4.1.5 Hochunsicher desorganisiert gebundene Schüler
A.4.2 Videounterstütztes Feinfühligkeitstraining für Lehrer
A.4.2.1 Videoaufnahme der Lehrer-Schüler-Interaktion
A.4.2.2 Auswahl von Videosequenzen
A.4.2.3 Inhalte des Feinfühligkeitstraining
A.4.2.4 Analyse der Videosequenzen
B EMPIRISCHER TEIL: KLINISCHE BINDUNGSFORSCHUNG AN EINER SONDERERZIEHUNGSSCHULE
B.1 Querschnittstudie
B.1.1 Fragestellungen der Querschnittstudie
B.1.1.1 Bindungsmuster der Schüler
B.1.1.2 Bindungsorganisation und Dissoziation
B.1.1.3 Bindungsrepräsentationen der Lehrer
B.1.1.4 Verhaltensauffälligkeiten der Schüler
B.1.1.5 Bindungsorganisation und Verhaltensauffälligkeit
B.1.1.6 Häufigkeitsverteilung von Belastungsfaktoren
B.1.2 Methodik der Querschnittstudie
B.1.2.1 Stichprobe der Querschnittstudie
B.1.2.1.1 Beschreibung der Schule
B.1.2.1.2 Beschreibung der Schüler
B.1.2.1.3 Beschreibung des Schul- und Klassenklimas
B.1.2.1.4 Beschreibung der Lehrer
B.1.2.1.5 Beschreibung des Lehrerhandelns
B.1.2.1.6 Beschreibung der Vergleichsstichproben
B.1.2.2 Konstrukte und Erhebungsverfahren der Querschnittstudie
B.1.2.2.1 Separation-Anxiety-Test (SAT)
B.1.2.2.2 Adult-Attachment-Projective (AAP)
B.1.2.2.3 Child-Dissociation-Scale (CDC)
B.1.2.2.4 Teacher’s Report Form (TRF)
B.1.2.2.5 Anamnestisches und exploratives Interview mit Lehrern
B.1.2.3 Untersuchungsablauf der Querschnittstudie
B.1.2.4 Auswertung der Querschnittstudie
B.1.2.5 Kritische Diskussion der Versuchsplanung
B.1.3 Ergebnisse der Querschnittstudie
B.1.3.1 Bindungsmuster der Schüler
B.1.3.2 Bindungsorganisation und Dissoziation
B.1.3.3 Bindungsrepräsentationen der Lehrer
B.1.3.4 Verhaltensauffälligkeiten der Schüler
B.1.3.5 Bindungsorganisation und Verhaltensauffälligkeit
B.1.3.6 Häufigkeitsverteilung von Belastungsfaktoren
B.1.4 Diskussion der Querschnittstudienergebnisse
B.2 Längsschnittstudie
B.2.1 Fragestellungen der Längsschnittstudie
B.2.1.1 Verhalten der Schüler
B.2.1.2 Verhalten der Lehrer
B.2.1.3 Umsetzungserfahrungen
B.2.2 Methodik der Längsschnittstudie
B.2.2.1 Forschungsdesign der Längsschnittstudie
B.2.2.2 Untersuchungsablauf der Längsschnittstudie
B.2.2.3 Stichprobe der Längsschnittstudie
B.2.2.3.1 Auswahl und Beschreibung der Zielkinder
B.2.2.3.2 Auswahl und Beschreibung der Lehrer
B.2.2.4 Erhebungsverfahren der Längsschnittstudie
B.2.2.5 Setting der Längsschnittstudie
B.2.2.5.1 Beobachtungsstunden
B.2.2.5.2 Unterrichtseinheiten
B.2.2.5.3 Unterrichtsfächer
B.2.2.5.4 Unterrichtsart
B.2.2.6 Auswertung der Längsschnittstudie
B.2.2.7 Kritische Diskussion der Versuchsplanung
B.2.3 Ergebnisse der Längsschnittstudie
B.2.3.1 Verhalten der Schüler
B.2.3.1.1 Nähe suchen
B.2.3.1.2 Prosoziales Verhalten
B.2.3.1.3 Rückzug
B.2.3.1.4 Ignorieren und Explorieren
B.2.3.1.5 Kontrollierendes Verhalten
B.2.3.1.6 Provokantes Verhalten
B.2.3.1.7 Störverhalten
B.2.3.1.8 Aggressives Verhalten
B.2.3.1.9 Zusammenfassung der Ergebnisse des Schülerverhaltens
B.2.3.2 Verhalten der Lehrer
B.2.3.3 Umsetzungserfahrungen
B.2.4 Diskussion der Längsschnittstudienergebnisse
C ZUSAMMENFASSUNG
D LITERATURVERZEICHNIS
E CURRICULUM VITAE
Die vorliegende Dissertation untersucht die Bindungsorganisation und die Auswirkungen eines bindungstheoretisch orientierten Lehrertrainings an einer Sondererziehungsschule für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche in Wien. Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Beziehungs- und Traumaerfahrungen, Bindungsmustern und Verhaltensauffälligkeiten zu ergründen und die Wirksamkeit eines videounterstützten Trainings für Lehrkräfte zur Förderung einer sicheren Bindungsbeziehung zu evaluieren.
A.1 Einführung in die Bindungstheorie
Der Grundstein für die Entwicklung der Bindungstheorie wurde von John Bowlby in den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts gelegt, als er im Auftrag der WHO die Zustände in Kinderheimen und Erziehungsanstalten untersuchte und für heutige, westliche Verhältnisse unvorstellbare Zustände entdeckte (Bowlby, 1951). Anhand der Beschreibung von hospitalisierten Heimkindern machte er deutlich, welche traumatischen Folgen für Kleinkinder entstehen, wenn sie lange von ihrer Mutter getrennt werden, aber auch welche psychische Schäden ein vernachlässigender Umgang für fremduntergebrachte Kinder nach sich ziehen kann (Bowlby, 1976). Der Befund, dass manche Kinder sehr unter dem Verlust litten und anderen die Trennung scheinbar nichts ausmachte, war mit den damals vorherrschenden Erklärungsmodellen der Psychoanalyse und des Behaviorismus nicht schlüssig erklärbar.
Erst die Verknüpfung von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der vergleichenden Verhaltensforschung mit der Kontrolltheorie und der Kybernetik ermöglichte Bowlby, unter Verwendung von Elementen aus seiner psychoanalytischen Profession, eine Theorie zu entwickeln, die in einer neuen Weise einen interdisziplinären Ansatz zur Beschreibung und Erklärung der elementaren Funktion der Bindungsbeziehung zwischen Eltern und Kind darstellt. Daraus entstand ein neues Forschungsfeld, das sich intensiv mit dem Einfluss der frühen Eltern-Kind-Beziehung auf die weitere emotionale und soziale Entwicklung eines Individuums in aufwendigen Verhaltensbeobachtungen unter Feld- und experimentellen Bedingungen auseinandersetzte. Den Arbeiten Bowlbys und der nachfolgenden Forschergenerationen ist das Entstehen einer empirisch fundierten und wissenschaftlich fruchtbaren Theorie zu verdanken, die unterschiedliche Interaktionsmuster zwischen Eltern und Kindern differentiell diagnostizieren kann, prognostische Aussagen über Entwicklungen möglich macht und aus der praxisrelevante Indikations- und Interventionsschritte abgeleitet werden können (Dornes, 2000).
Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Forschungsprojekt an einer Wiener Sondererziehungsschule ein, benennt die zentralen Ziele der Untersuchung von Bindungsmustern und beschreibt die pädagogische Relevanz bindungstheoretischer Interventionsansätze bei verhaltensauffälligen Kindern.
A THEORETISCHER TEIL: Hier werden die bindungstheoretischen Grundlagen, die Konzepte der klinischen Bindungsforschung sowie Anwendungsmodelle für Lehrertrainings umfassend theoretisch hergeleitet und diskutiert.
B EMPIRISCHER TEIL: KLINISCHE BINDUNGSFORSCHUNG AN EINER SONDERERZIEHUNGSSCHULE: Dieser Teil beschreibt die konkrete Durchführung und Methodik der empirischen Untersuchung, unterteilt in die Querschnittstudie zur Bestandsaufnahme und die Längsschnittstudie zur Evaluation des Lehrertrainings.
C ZUSAMMENFASSUNG: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Querschnitts- und Längsschnittstudien zusammen und diskutiert die Bedeutung für die Schulpraxis.
D LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der in der Dissertation verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
E CURRICULUM VITAE: Kurzbiografie und beruflicher Werdegang des Autors.
Bindungstheorie, Bindungsmuster, klinische Bindungsforschung, Sondererziehungsschule, Verhaltensauffälligkeiten, Lehrertraining, Feinfühligkeitstraining, Videoanalyse, Beziehungstraumata, Desorganisation, innere Arbeitsmodelle, Entwicklungspsychopathologie, Multiple-Baseline-Design, pädagogische Intervention, Bindungsrepräsentation.
Die Arbeit untersucht die Bindungsqualitäten und Beziehungstraumata von Kindern an einer Sondererziehungsschule und evaluiert die Auswirkungen eines spezifischen, bindungstheoretisch orientierten Lehrertrainings.
Die zentralen Themen sind die klinische Bindungsforschung, die Auswirkungen von Beziehungstraumata (wie Vernachlässigung oder Misshandlung) auf die kindliche Entwicklung sowie pädagogische Interventionsstrategien zur Beziehungsgestaltung im Unterricht.
Das Hauptziel ist es, das Verständnis für die Bindungsorganisation verhaltensauffälliger Kinder zu erweitern und zu prüfen, ob Lehrer durch ein videounterstütztes Training eine feinfühligere Beziehungsgestaltung erlernen können, um so das Sozialverhalten der Schüler positiv zu beeinflussen.
Die Arbeit nutzt einen quantitativen und qualitativen Ansatz: Eine Querschnittstudie zur Erhebung von Bindungsdaten sowie ein Multiple-Baseline-Design (einzelfallanalytisch) zur Evaluation des Lehrertrainings.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zur Bindungstheorie sowie einen empirischen Teil, der die Durchführung, Methodik und Ergebnisse der an der Schule durchgeführten Studien detailliert darlegt.
Bindungstheorie, Bindungsmuster, Sondererziehungsschule, Verhaltensauffälligkeiten, Lehrertraining, Feinfühligkeit, Videoanalyse und Beziehungstraumata.
Die Bindungsrepräsentationen der Lehrkräfte beeinflussen maßgeblich ihr eigenes pädagogisches Handeln. Die Untersuchung dieser Muster dient als wichtige Basis, um zu verstehen, wie Lehrer auf die schwierigen Verhaltensweisen ihrer Schüler reagieren.
Es handelt sich dabei oft um eine Art Rollenumkehr, bei der das Kind versucht, das Verhalten der Bezugsperson oder die Umgebung in einer traumatisch geprägten Weise zu steuern, um Sicherheit zu gewinnen. Das Training zielt darauf ab, dem Kind alternative, sicherere Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.
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