Diplomarbeit, 2005
109 Seiten, Note: 1,4
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Steuerliche Rahmenbedingungen
2.1 Halbeinkünfteverfahren
2.1.1 Entwicklung der Körperschaftsteuer- und Einkommensteuersätze
2.1.1.1 Körperschaftsteuer
2.1.1.2 Einkommensteuer
2.1.2 Besteuerung auf Ebene der ausschüttenden Kapitalgesellschaft
2.1.3 Besteuerung auf Ebene der Anteilseigner
2.1.3.1 Natürliche Person als Anteilseigner
2.1.3.2 Kapitalgesellschaft als Anteilseigner
2.2 Dualismus der Einkunftsarten bei der Einkommensteuer
2.2.1 Gewinneinkunftsarten - Reinvermögenszugangstheorie
2.2.2 Überschusseinkunftsarten - Quellentheorie
3 Vermögensverwaltung
3.1 Private Vermögensverwaltung
3.2 Vermögensverwaltung über eine GmbH
4 Ertragsteuerliche Belastung privater Vermögensverwaltung
4.1 Einkommensteuer
4.1.1 Steuerpflicht
4.1.1.1 Persönliche Steuerpflicht
4.1.1.2 Sachliche Steuerpflicht
4.1.2 Grundtarif der Einkommensteuer
4.2 Solidaritätszuschlag
4.3 Ertragsteuerliche Belastung im Privatvermögen
4.3.1 Allgemeine Belastung
4.3.2 Belastung durch das Halbeinkünfteverfahren
4.4 Ertragsteuerliche Belastung ausgewählter Kapitalanlagen
4.4.1 Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
4.4.1.1 Veräußerungsgeschäfte innerhalb der Ein-Jahres-Frist
4.4.1.2 Veräußerungsgeschäfte außerhalb der Ein-Jahres-Frist
4.4.1.2.1 Beteiligungsquote kleiner als 1%
4.4.1.2.2 Beteiligungsquote ab 1%
4.4.2 Einkünfte aus Kapitalvermögen
4.4.2.1 Gewinnanteile (Dividenden)
4.4.2.2 Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen (Zinsen)
4.5 Zusammenfassender Überblick und Zwischenfazit
5 Ertragsteuerliche Belastung einer GmbH
5.1 Körperschaftsteuer
5.1.1 Steuerpflicht einer GmbH
5.1.1.1 Persönliche Steuerpflicht
5.1.1.2 Sachliche Steuerpflicht
5.1.2 Tarif der Körperschaftsteuer
5.2 Solidaritätszuschlag
5.3 Gewerbesteuer
5.3.1 Steuerpflicht
5.3.1.1 Steuerobjekt
5.3.1.2 Gewerbeertrag
5.3.2 Tarif der Gewerbesteuer
5.4 Ertragsteuerbelastung bei Thesaurierung
5.4.1 Allgemeine Belastung
5.4.2 Ertragsteuerliche Belastung ausgewählter Kapitalanlagen
5.4.2.1 Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
5.4.2.2 Gewinnanteile (Dividenden)
5.4.2.2.1 Beteiligungsquote ab 10%
5.4.2.2.2 Beteiligungsquote kleiner als 10%
5.4.2.3 Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen (Zinsen)
5.4.3 Zusammenfassender Überblick und Zwischenfazit
5.5 Ertragsteuerbelastung bei Ausschüttung
5.5.1 Allgemeine Belastung
5.5.2 Ertragsteuerliche Belastung ausgewählter Kapitalanlagen
5.5.2.1 Veräußerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft
5.5.2.2 Gewinnanteile (Dividenden)
5.5.2.2.1 Beteiligungsquote ab 10%
5.5.2.2.2 Beteiligungsquote kleiner als 10%
5.5.2.3 Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen (Zinsen)
5.5.3 Zusammenfassender Überblick und Zwischenfazit
6 Steuerliches Gesamtfazit
7 Finanzielle Vorteilhaftigkeitsanalyse
7.1 Modellbeschreibung
7.2 Private Vermögensverwaltung
7.2.1 Veräußerungen von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft
7.2.1.1 Steuerpflichtige Veräußerungsgeschäfte
7.2.1.2 Steuerfreie Veräußerungsgeschäfte
7.2.2 Einkünfte aus Kapitalvermögen
7.2.2.1 Gewinnanteile (Dividenden)
7.2.2.2 Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen (Zinsen)
7.2.3 Zusammenfassung und Zwischenfazit
7.3 Vermögensverwaltende GmbH
7.3.1 Veräußerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft
7.3.2 Gewinnanteile (Dividenden)
7.3.2.1 Beteiligung ab 10%
7.3.2.2 Beteiligungsquote kleiner 10%
7.3.3 Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen (Zinsen)
7.3.4 Zusammenfassung und Zwischenfazit
7.4 Ergebnis des Vergleichs und Fazit
7.5 Handlungsempfehlungen
8 Ausblick
Diese Arbeit analysiert die steuerliche Vorteilhaftigkeit einer Vermögensverwaltenden GmbH im Vergleich zur privaten Vermögensverwaltung von Kapitalvermögen. Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, unter welchen Konstellationen sich die Verwaltung von Zins- und Dividendenpapieren über eine GmbH gegenüber der direkten Investition durch eine natürliche Person finanziell lohnt.
1.1 Problemstellung
Im deutschen Ertragsteuerrecht wird das Privatvermögen gegenüber dem unternehmerischen Vermögen traditionell steuerlich erheblich begünstigt. Hauptargumente hierfür sind die Steuerfreiheit von Veräußerungsgeschäften außerhalb von Spekulationsfristen (§ 23 EStG) und unterhalb gewisser Anteilsgrößen in Verbindung mit Fristen (§ 17 EStG).
Die Einführung des Halbeinkünfteverfahrens (HEV) durch das Steuersenkungsgesetz (StSenkG) brachte eine systemtypische Freistellung von laufenden und einmaligen Beteiligungserträgen (Dividenden und Anteilsveräußerungen) bei einer Kapitalgesellschaft als Anteilseigner an einer anderen Kapitalgesellschaft mit sich. Diese Freistellung entfachte eine wissenschaftliche Diskussion über die Frage, ob es finanziell vorteilhafter sei, Kapitalanlagen mit Zins- und Dividendenpapieren als Privatperson zu tätigen (private Vermögensverwaltung) oder selbige Kapitalanlagen über eine GmbH zu verwalten (Vermögensverwaltende GmbH).
Befürworter der Lösung einer Vermögensverwaltenden GmbH argumentieren mit dem niedrigeren Körperschaftsteuersatz gegenüber der Einkommensteuer („Steuersatzeffekt“) und dem Vorteil beim Wechsel vom HEV zum Anrechnungsverfahren (AnrV) im Bereich des Spitzensteuersatzes bei der Einkommensteuer („Systemeffekt“). Weitere Argumente sind die Steuerfreiheit von Beteiligungserträgen und -veräußerungen (§ 8b KStG) bei Kapitalgesellschaften sowie ein daraus resultierender „Zinseffekt“, da eine Zahlung der Einkommensteuer in die Zukunft verschoben werden kann.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der Untersuchung der steuerlichen Belastung.
2 Steuerliche Rahmenbedingungen: Darstellung des Halbeinkünfteverfahrens sowie der steuerlichen Systematik von Körperschaft- und Einkommensteuer.
3 Vermögensverwaltung: Definition und Abgrenzung der privaten Vermögensverwaltung gegenüber der Vermögensverwaltung über eine GmbH.
4 Ertragsteuerliche Belastung privater Vermögensverwaltung: Berechnung der Steuerbelastung durch Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag sowie Darstellung des Zuflusses nach Steuern für verschiedene Kapitalanlagen.
5 Ertragsteuerliche Belastung einer GmbH: Analyse der steuerlichen Belastung einer GmbH unter Berücksichtigung von Körperschaft-, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag bei Thesaurierung und Ausschüttung.
6 Steuerliches Gesamtfazit: Zusammenfassender Vergleich der steuerlichen Gesamtbelastungen beider Modelle.
7 Finanzielle Vorteilhaftigkeitsanalyse: Durchführung der dynamischen Vermögensendwertberechnung zur Ermittlung der finanziellen Vorteilhaftigkeit.
8 Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung künftiger Entwicklungen in der Unternehmensbesteuerung.
Vermögensverwaltende GmbH, Halbeinkünfteverfahren, Private Vermögensverwaltung, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Thesaurierung, Ausschüttung, Vermögensendwert, Steuerbelastung, Dividenden, Zinsen, Kapitalgesellschaft, Anrechnungsverfahren, Steuersatz.
Die Diplomarbeit untersucht, ob es steuerlich vorteilhafter ist, Kapitalanlagen wie Zinsen und Dividenden als Privatperson oder über eine Vermögensverwaltende GmbH zu halten.
Die zentralen Themen sind das Halbeinkünfteverfahren, die steuerliche Belastung auf Ebene von Privatpersonen und Kapitalgesellschaften sowie die Auswirkungen von Hebesätzen auf das Endvermögen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, bei welchen Konstellationen die Vermögensverwaltung über eine GmbH zu einem höheren Vermögensendwert führt als bei der privaten Vermögensverwaltung.
Es wird eine investitionsrechnerische Vorteilhaftigkeitsanalyse unter Verwendung des dynamischen Vermögensendwertverfahrens angewandt, basierend auf einer Excel-basierten Veranlagungssimulation.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der steuerlichen Rahmenbedingungen, die detaillierte Berechnung der Steuerlasten bei Privatpersonen und GmbHs sowie die anschließende finanzielle Vorteilhaftigkeitsanalyse.
Kernbegriffe sind insbesondere die Vermögensverwaltende GmbH, das Halbeinkünfteverfahren, Thesaurierung, Ausschüttung, Gewerbesteuer und der Vermögensendwert.
Die Thesaurierung ermöglicht eine niedrigere laufende Ertragsteuerbelastung auf Ebene der GmbH, was bei langen Zeiträumen aufgrund des Zinseszinseffekts zu einem schnelleren Vermögensaufbau führen kann.
Da die Gewerbesteuer die Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer mindert, hat die Höhe des Hebesatzes direkten Einfluss auf die gesamte Steuerbelastung einer GmbH und damit auf die Rendite nach Steuern.
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