Diplomarbeit, 2003
53 Seiten, Note: 1,2 (Sehr gut)
Einleitung
1. Theoretische Vorbetrachtung
1.1 Definition des Begriffs “Stil” in der Kunst
1.2 Stilwandlungen
1.3 Stileinheit und Stildivergenz
2. Untersuchungen stilbeständiger Werke
2.1 A. R. Penck
2.2 Balthus
2.3 Henry Darger
2.4 Die Notwendigkeit eines stilfesten Gesamtwerkes
3. Äußere Einwirkungen auf den Stil der Künstler
3.1 Kunst und Technische Revolutionen – Die Zeit der Massenmedien
3.2 Globalisierung
3.3 Kunst im Dienste der Religion / Privat-Mystifizierung
3.4 Kunst im totalitären Staat – Das Stildiktat
4. Untersuchungen des bewussten Stilbruchs im Werk
4.1 Zeit der Postmoderne / des Pluralismus
4.2 Gerhard Richter
4.3 Sigmar Polke
5. Resumé
5.1 Der Stil im Werk als Charakteristikum seiner Zeit
5.2 Der Stilbruch als Erneuerung und Weiterentwicklung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen stilbeständigen und stilwandlerischen künstlerischen Positionen im 20. Jahrhundert unter Berücksichtigung äußerer gesellschaftlicher und technologischer Einflussfaktoren. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, ob die Wahl eines festen Werkstils oder die bewusste Adaption neuer Stilmöglichkeiten als notwendige Reaktion auf die zunehmende Beschleunigung und Globalisierung unserer Zeit zu verstehen ist.
Die Notwendigkeit eines stilfesten Gesamtwerkes
Alle drei eben aufgeführten Künstler sind zwar unterschiedlich beweglich im Rahmen ihres festen Stils. Doch ist ihnen gemeinsam, dass sie sich schon früh für ein individuelles wiedererkennbares Bildkonzept entschieden haben. So steht die Frage im Raum, weshalb haben diese Künstler sich so bedingt in ihren Stilmöglichkeiten eingegrenzt. Dabei ist dieses „eingrenzen“ ohne Wertung zu betrachten, denn es betrifft die Mehrheit der etablierten bildenden Künstler. Was sind die Gründe, weshalb solche Künstler einen individuellen Stil brauchen?
Ein zentrales Ziel des Menschen und vor allem des Künstlers besteht darin: „zu einem langfristig tragfähigen Individualitätskonzept zu gelangen, das ihm einerseits eine optimale Ich-Verwirklichung ermöglicht, ohne andererseits seine Sozialbildung zu gefährden.“ Dabei steht die eigene Identität, immer in Wechselwirkung mit der Identität, der ihn umgebenen Gesellschaft. Der Künstler ist ihm hohen Maße ein Identitätssuchender und muss zum Erlangen dieser, stets den Umweg über die Gesellschaft gehen. Je weniger die äußeren sozialen Systeme auf das Individuum einwirken, desto geringer wird auch die Chance für den Einzelnen einen persönlichen Formwillen zu bilden. Hier ist Henry Darger einzufügen, dessen mangelhafte Bindung zur Gesellschaft ihm jegliche persönliche Entwicklung versagte. Was ja nicht unbedingt negativ zu bewerten ist, aber einen triftigen Grund darstellt, für Dargers lebenslangen stilistischen Stillstand. So ist das „Feedback“, welches das Werk eines Künstlers erfährt, ausschlaggebend für seine stilistische Entwicklung.
Zu einer Identität gelangt also ein Subjekt allein auf dem Wege einer Entwicklung, dem Aussetzen von Fremdeinflüssen und dem Überwinden von Widerständen. Dieser „Weg der Entwicklung“ ist gleich einem Reifungsprozess zu sehen, der ein Leben lang andauert. A. R. Pencks´ bisheriges Werk wirkt nach außen hin zwar fest, innerlich bleibt es aber in einer Bewegung. Auf Balthus geschaut, reift zwar sein Gesamtwerk, allerdings in einer sich ständig wandelnden Monotonie. Und Darger, könnte man sagen blieb von Anfang an beharrlich im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Einfluss technischer Errungenschaften auf das Zeitverständnis und die Gesellschaft, was zu einer Beschleunigung führt, die auch die Malerei und den Stilbegriff im 20. Jahrhundert fundamental verändert.
1. Theoretische Vorbetrachtung: Dieses Kapitel definiert den Stilbegriff als dynamischen Prozess und untersucht, wie Kunst im Wandel der Zeit – von der Antike bis zur Moderne – als Spiegel der Gesellschaft fungiert.
2. Untersuchungen stilbeständiger Werke: Anhand der Beispiele A. R. Penck, Balthus und Henry Darger wird analysiert, warum und wie Künstler an einem festen, wiedererkennbaren Bildkonzept festhalten.
3. Äußere Einwirkungen auf den Stil der Künstler: Hier werden externe Faktoren wie die Entwicklung der Massenmedien, Globalisierung, religiöse Einflüsse und die Instrumentalisierung der Kunst in totalitären Staaten als Triebfedern für Stilveränderungen thematisiert.
4. Untersuchungen des bewussten Stilbruchs im Werk: Im Fokus stehen Gerhard Richter und Sigmar Polke, deren Werk durch die bewusste Anwendung von Stilpluralität und den Bruch mit traditionellen Kategorien geprägt ist.
5. Resumé: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die allgemeine Stilvielfalt die Stilbeständigkeit unserer Zeit darstellt und Stilbrüche als notwendige Strategien zur Erneuerung und Reflexion dienen.
Stilbeständigkeit, Stilwandel, Stilbruch, Kunstgeschichte, Moderne, Postmoderne, Bildsprache, Identität, Massenmedien, Globalisierung, Gerhard Richter, Sigmar Polke, A. R. Penck, Balthus, Individualität
Die Diplomarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Beständigkeit eines Stils und bewussten stilistischen Wandlungen im 20. Jahrhundert.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung des Stilbegriffs, den Einfluss technologischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen auf die Kunst sowie die Untersuchung exemplarischer Künstlerbiografien.
Es wird erforscht, ob und warum Künstler an einem festen Stil festhalten oder sich für eine bewusste Stilvielfalt entscheiden, um auf die rasanten Veränderungen des 20. Jahrhunderts zu reagieren.
Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische und kunstsoziologische Analyse, indem sie exemplarische Künstlerpersönlichkeiten und deren Hauptwerk in den Kontext zeitgenössischer gesellschaftlicher Einflüsse stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in Untersuchungen zu stilbeständigen Künstlern (wie Penck, Balthus, Darger), eine Analyse äußerer Einflussfaktoren (Technik, Politik, Religion) und die Betrachtung von Künstlern, die den Stilbruch als Prinzip kultivieren (Richter, Polke).
Zu den zentralen Begriffen zählen Stilbeständigkeit, Stilwandel, Stilbruch, Identität, Postmoderne und Pluralismus.
Während Penck trotz stilistischer Festigkeit eine Systemsprache zur Analyse gesellschaftlicher Prozesse entwickelte, verharrte Balthus in einem zeitlosen, beinahe surrealen Vakuum, das weitgehend unabhängig von historischen Entwicklungen blieb.
Beide Künstler nutzen den Stilbruch oder die Stilpluralität nicht als bloße Willkür, sondern als bewusste Strategie, um das Medium der Malerei und die Glaubwürdigkeit von Bildern in einem mediengeprägten Zeitalter zu hinterfragen.
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