Bachelorarbeit, 2018
36 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Relevanz von Fiskalregeln
2.1 Wirkung einer expansiven Fiskalpolitik anhand des IS/LM-Modells
2.2 Notwendigkeit fiskalpolitischer Regeln
2.3 Rolle fiskalpolitischer Regeln
3 Effekte fiskalpolitischer Regeln: Ein Überblick
4 Wirksamkeit fiskalpolitischer Regeln: die aktuellen Studien
4.1 1. Studie: Economic stabilization in the post-crisis world: Are fiscal rules the answer? – Bergman und Hutchison (2015)
4.2 2. Studie: Flexible Fiscal Rules and Countercyclical Fiscal Policy – Guerguil, Mandon und Tapsoba (2016)
4.3 3. Studie: The case for fiscal rules – Bandinger und Reuter (2017)
4.4 Diskussion der vorgestellten Studien
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von fiskalpolitischen Regeln bei der Reduktion einer prozyklischen Fiskalpolitik. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern fiskalpolitische Regeln zur Stabilisierung der Wirtschaft beitragen und welche Rolle institutionelle Faktoren sowie die Ausgestaltung der Regeln spielen.
2.1 Wirkung einer expansiven Fiskalpolitik anhand des IS/LM-Modells
Der nachfolgende Abschnitt ist in Anlehnung an Mankiw (2017, S. 303ff) und Ihori (2017, S. 29ff) und beschäftigt sich mit der makroökonomischen Wirkung der Fiskalpolitik auf die Wirtschaft. Die Wirkung wird anhand des IS-LM-Modells nach Keynes beschrieben und erklärt.
Die IS-Kurve stellt alle möglichen Kombinationen von Zinssatz r und Einkommen Y auf dem Gütermarkt dar. Es wird eine negative Beziehung zwischen dem sich verändernden Zinssatz und dem gleichgewichtigen Einkommen beobachtet. Jede dieser Kombinationen ist ein Gleichgewicht auf dem Gütermarkt und wird durch das Einkommen-Ausgabengleichgewicht hergeleitet. Die IS-Kurve kann durch folgende Gleichung dargestellt werden:
Y = C + I(r) + G (1)
C = c(Y - T) (2)
mit Y als Gesamteinkommen (BIP), C als Konsum, T als Steuerlast, Y - T als verfügbares Einkommen, c als marginale Konsumquote, I als Investition, welche vom Zinssatz r abhängt und G als Staatsausgaben. Gleichung (2) bezeichnet man als Konsumfunktion, die zeigt, dass der Konsum vom verfügbaren Einkommen abhängt. Gleichung (1) ist die Gleichgewichtsbedingung für den Gütermarkt.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Kontext der Fiskalpolitik und definiert die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit fiskalpolitischer Regeln.
2 Relevanz von Fiskalregeln: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen dar, analysiert Gründe für die Defizitneigung von Regierungen und klassifiziert verschiedene Arten von Fiskalregeln.
3 Effekte fiskalpolitischer Regeln: Ein Überblick: Hier wird ein Überblick über den wissenschaftlichen Forschungsstand zur Reduktion von Defiziten und der Wirkung von Regeln gegeben.
4 Wirksamkeit fiskalpolitischer Regeln: die aktuellen Studien: Drei spezifische empirische Studien werden detailliert vorgestellt, ihre Ergebnisse gegenübergestellt, kritisch diskutiert und in den theoretischen Rahmen eingeordnet.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsansätze.
Fiskalpolitik, Fiskalregeln, Staatsausgaben, Prozyklizität, Defizitneigung, Haushaltsdisziplin, Regierungseffizienz, IS-LM-Modell, Saldoregeln, Schuldenregeln, Ausgabenregeln, Wirtschaftskrise, Finanzstabilität, empirische Analyse, fiskalische Nachhaltigkeit
Die Bachelorarbeit untersucht die Wirksamkeit von fiskalpolitischen Regeln als Instrument zur Eindämmung einer prozyklischen Fiskalpolitik und zur Sicherung nachhaltiger öffentlicher Finanzen.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Fiskalpolitik, die Ursachen für Haushaltsdefizite, die Klassifizierung numerischer Fiskalregeln sowie die empirische Auswertung aktueller Studien zu deren Wirksamkeit.
Das Hauptziel besteht darin, die Forschungsfrage „Wie wirksam sind fiskalpolitische Regeln?“ durch die vergleichende Analyse aktueller empirischer Studien zu beantworten.
Der Autor führt eine Literatur- und Studienanalyse durch, in der er drei zentrale empirische Arbeiten (von Bergman/Hutchison, Guerguil et al. sowie Badinger/Reuter) methodisch gegenüberstellt und diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Notwendigkeit von Regeln, eine Übersicht über deren Effekte und eine tiefgehende Diskussion der drei ausgewählten empirischen Studien sowie deren methodischer Ansätze.
Zu den zentralen Begriffen zählen fiskalpolitische Regeln, Prozyklizität, Haushaltsdisziplin, Regierungseffizienz und fiskalische Nachhaltigkeit.
Die Arbeit zeigt, dass fiskalpolitische Regeln bei geringer bürokratischer Effizienz kaum wirken; ihre Wirksamkeit steigt jedoch signifikant, sobald ein bestimmtes Mindestniveau an Regierungseffizienz erreicht ist.
Die untersuchten Studien legen nahe, dass Schuldenregeln allein oft keinen nennenswerten Einfluss auf die Zyklizität haben und in Krisenzeiten bei zu starrer Ausgestaltung sogar prozyklisch wirken können.
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